US-Berichtssaison gibt uns die Richtung vor
Cindy Bach in Insider Daily
vom 13. Juli 2009, 14:30 Uhr
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die Akteure auf dem internationalen Börsenparkett sind nach wie vor sehr nervös. Noch dominieren Zweifel an einer baldigen und nachhaltigen Konjunkturerholung das Handelsgeschehen. Denn laut der Mehrzahl der Marktanalysten ist die Ungewissheit, ob die Wirtschaft schon in diesem Jahr auf einen stabilen positiven Wachstumsweg zurückfinden kann, mit mehr Fragezeichen behaftet als in allen Rezessionen zuvor. Angesichts dessen dürften die Ausblicke der Konzerne in der laufenden Berichtssaison auch zurückhaltender ausfallen als erhofft, so der Tenor vieler Experten. Doch Sie kennen ja meine Meinung zu der Schwarzmalerei der Analystenschar, je mehr Skepsis sie verbreiten, umso optimistischer werde ich.
Nichts desto trotz wird die laufende Berichtssaison in den USA in dieser Woche die Richtung für DAX & Co. vorgeben. Auch in Deutschland stehen kursrelevante Quartalszahlen auf der Agenda. Welche das im Detail sind, können Sie in der nachfolgenden Rubrik "Das bringt Ihnen die Woche" nachlesen.
Fakt ist: Mit Vorlage der Zwischenbilanzen für das zweite Quartal werden nun fundamentale Daten in den Vordergrund treten. Auf den Terminkalendern der Börsianer stehen die Zahlen von Branchengrößen wie Intel und Johnson&Johnson (beide Dienstag), Google, Nokia und IBM (alle Donnerstag) sowie General Electric am Freitag.
US-Banken im Fokus - Goldman Sachs hochgestuft
Vor allem werden aber die US-Großbanken für Aufsehen sorgen: Goldman Sachs, JPMorgan sowie Citigroup und Bank of America legen in dieser Woche allesamt ihr jüngstes Zahlenwerk vor.
Mit dem Kauf von Merrill Lynch ist Bank of America laut einer brandaktuellen Studie im vergangenen Jahr zum weltgrößten Vermögensverwalter aufgestiegen. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 1,5 Billionen US-Dollar hat sie die UBS an der Spitze der Weltrangliste abgelöst. Die Citigroup schaffte es mit einem Vermögen von 1,32 Billionen Dollar auf Platz drei.
Bei Goldman Sachs erwarten die Experten einen positiven Geschäftsausblick. Das Handelsumfeld sei auch im zweiten Viertel vorteilhaft gewesen und habe von stabilen Volumina profitiert, so ein Analyst von Merrill Lynch. Zudem dürften sich, unter anderem aufgrund des Personalabbaus, im Verhältnis zu den Erträgen niedrigere Gehaltszahlungen als im Vorjahr beim Jahresendergebnis 2009 deutlich bemerkbar machen. Moszkowski hob daher seine Gewinnprognosen je Aktie für das zweite Quartal von 2,92 auf 3,90 Dollar und für das Gesamtjahr 2009 von 14,06 auf 16,30 Dollar an. Für 2010 schraubte er die Schätzungen von 17,63 auf 19,78 Dollar nach oben. Aufgrund dessen hat Merrill Lanch die Aktie von Goldman Sachs unmittelbar vor Bekanntgabe der Quartalszahlen von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 144,00 auf 175,00 Dollar angehoben. Aktuell notiert das Papier bei 141,87 US-Dollar.
Deutschland blickt erneut auf Opel
Hierzulande werden neben den Banken- und Technologietiteln zur Wochenmitte die Aktien von Südzucker mit Zahlen in den Blickpunkt treten. Auch den Autowerten ist die Aufmerksamkeit der Investoren einmal mehr gewiss: Am Mittwoch informiert der Branchenverband über die Pkw-Neuzulassungen im Juni, am Donnerstag tagt bei Volkswagen der Aufsichtsrat und am Dienstag berät der Magna-Aufsichtsrat in seiner Europazentrale über das Ergebnis der Verhandlungen mit General Motors zum Verkauf von Opel. Der am Donnerstag stattfindende Festakt zum hundertjährigen Bestehen von Audi dürfte bei Autofans für stärkere Furore sorgen als bei Börsianern.
Ich wünsche Ihnen also einen angenehmen Start in die bevorstehende Berichtswoche.
Ihre
Cindy Bach