US-Bankindex
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 25. Februar 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
gestern habe ich Ihnen eine Analyse zum US-Hausbausektor präsentiert, die wenig erbaulich ausfiel. Es gibt im US-Immobiliensektor aber Indizes, die etwas ermutigender aussehen, wenn auch nicht zwingend bullisch. Heute möchte ich mir einmal den US-Bankensektor vorknöpfen. Zeigt sich dort wenigstens ein positives Bild?
US Bank-Index BKX im Monatschart
Auch der Bankindex sah sein Topp lange vor dem Gesamtmarkt - nämlich bereits Anfang 2007. Sein bisheriges Bärenmarkttief markierte der Sektor zeitgleich mit dem breiten Markt im Frühjahr 2009 - nach immerhin 90 Prozent Kursverlust in der Spitze. Ein typisches Ausmaß für geplatzte Spekulationsblasen übrigens. Im Gegensatz zum Hausbausektor verläuft die Rally in diesem Bereich allerdings dynamisch. Es konnten bereits fast die Hälfte der vorangegangenen Kursverluste wieder aufgeholt werden. Auch die langfristige Abwärtstrendlinie konnte zum Jahreswechsel 2011 gebrochen werden.
Wichtig für den Sektor ist nun, dass sich die Erholung nicht bereits an der unteren, blau gestrichelten Widerstandslinie bei 60 Punkten oder an der blauen Durchschnittslinie bei 65 Punkten wieder festfährt. Das wären nämlich nur noch zehn bzw. 20 Prozent Aufwärtspotenzial, bis wieder relevante, den Gesamtmarkt belastende Korrekturen einsetzen würden (ähnlich wie im Frühjahr 2010 übrigens). Beim Bankindex könnte die Erholung gar ganz enden.
Aufgrund des Abwärtstrendlinienbruchs rechne ich aber eher mit einer weiteren Erholung bis maximal in den Bereich um 95 Punkte. Irgendwo zwischen 65 und 95 Punkten - also zwischen den beiden blau gestrichelten Widerstandslinien, die eine sehr markante jahrelang bestehende Zone anzeigen, dürfte sich die laufende Erholung im US-Bankensektor erneut festfahren. Einem hauptleidtragenden Sektor einer geplatzten Spekulationsblase billige ich kein nachhaltiges Rallypotenzial zu, auch wenn die Erholung seit den bisherigen Bärenmarkttiefs durchaus beeindruckend ist.
Sollte ich mich in diesem Punkt irren und der Bankindex die 100 Punkte-Marke in den nächsten zwei Jahren knacken können, dann ist die Finanzkrise tatsächlich weitgehend abgehakt. Eine solche Entwicklung wäre allerdings ein Novum in der Geschichte der geplatzten Blasen. Normalerweise liegen die betroffenen Sektoren noch jahrelang am Boden, während völlig andere Bereiche die Rally-Führerschaft übernehmen. Aber wir leben ja in außergewöhnlichen Zeiten. Da würde ich nichts mehr kategorisch ausschließen. Momentan lässt sich sagen, dass der Banksektor sich weiter erholen wird, dass die Bäume aber nicht in den Himmel wachsen werden. Aber selbst diese bloße weitere Entspannung dürfte den Gesamtmarkt noch einige Zeit stützen.
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