US-Arbeitsmarktdaten - positiver Vorgeschmack gestern, Hoffnung heute
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 6. Januar 2012, 13:00 Uhr
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Wunderbar! Die euphorische Stimmung ist genau so schnell verflogen, wie sie gekommen ist. Zwei Tage mit Kursgewinnen haben gereicht, damit sich die Medien mit positiven Schlagzeilen übertrumpfen. Nun haben zwei bis drei schwächere Tage gereicht, um wieder deutlich gemäßigtere Zeilen zu Tage zu befördern. Damit kann die Aufwärtsbewegung im DAX nun bald weiter gehen.
ADP-Arbeitsmarktdaten liefern positiven Vorgeschmack
Die sehr guten ADP-Arbeitsmarktdaten haben schon einen Vorgeschmack darauf gegeben, was der DAX aus den offiziellen Zahlen am heutigen Freitag machen kann, wenn sie ebenfalls so gut ausfallen.
So gab der private Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) gestern an, dass im Dezember die Zahl der privat Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in den USA um 325.000 gestiegen ist. Erwartet wurden nur bis zu 206.000. Im Vormonat hatte das Plus ebenfalls bei 206.000 gelegen.
Zu beachten bleibt, dass der ADP-Arbeitsmarktbericht oft kein guter Indikator für die offiziellen Daten zum Arbeitsmarkt, die heute um 14:30 Uhr veröffentlicht werden, ist.
Erstanträge weiter auf dem Rückzug
Auch die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel gestern erneut sehr positiv aus. Sie ist in den USA auf 372.000 gefallen. Erwartet wurden 375.000 neue Anträge nach zuvor 382.000 (revidiert von 381.000).
Diese wöchentlichen Daten sind nicht überzubewerten und eigentlich erwähne ich sie hier im Wave Daily auch nur sehr selten, allerdings zeichnet sich seit einiger Zeit ein anhaltender positiver Trend ab.
ISM Dienstleistungsindex folgt seinem Pendant
Erwähnenswert ist auch noch der US-amerikanische ISM Dienstleistungsindex (NMI = Non-Manufacturing Index) für Dezember. Dieser notiert bei 52,6. Erwartet wurde der NMI im Bereich 53,0 nach zuvor 52,0.
Am Mittwoch hatte ich bereits über den ISM Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager für das Verarbeitende Gewerbe (ISM Manufacturing Index) - das Pendant zum deutschen ifo-Index - berichtet. In der folgenden Grafik sieht man die Entwicklung der beiden ISM-Indizes einmal zusammen:

(Quelle: Markt-Daten.de) ISM-Index Dienstleistungen und verarbeitendes Gewerbe
Wichtig ist hier möglichst eine Notierung über der Marke von 50, die für die Wachstumsschwelle steht.
Endlich wieder positive Daten aus Europa
Auch aus Europa gab es endlich mal wieder Gutes zu berichten. Die Auftragseingänge in der Industrie sind im Euroraum (ER17) im Oktober 2011 um 1,8% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Im September gab es noch einen sehr heftigen Rückgang um 7,8%.
In der EU27 stiegen die Auftragseingänge um 0,5%, nach einem Rückgang von 2,1% im September.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Index der Auftragseingänge in der Industrie im Oktober im Euroraum um 1,6% und in der EU27 um 2,6%.
(Quelle: Eurostat) Auftragseingänge in der Industrie des Euroraums und der EU
Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer. Es muss noch eine Zeit lang abgewartet werden, ob die Schwächephase tatsächlich schon vorüber ist, oder ob die aktuellen Zahlen nur eine Reaktion auf die zuletzt sehr schwachen Daten darstellen.
Weiterhin moderate Preisentwicklung
Deutlich konstanter ist der moderate Anstieg der Erzeugerpreise in der Industrie. Der Index stieg im November 2011 im Vergleich zum Vormonat im Euroraum (ER17) um 0,2% und in der EU272 um 0,3%.
Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat erhöhten sich die Erzeugerpreise im November 2011 im Euroraum um 5,3% und in der EU27 um 6,3%.
(Quelle: Eurostat) Erzeugerpreise der Industrie des Euroraums und der EU
Die Reihe der positive Daten, die seit dem neuen Jahr hereingekommen sind, setzt sich fort. Es wird auch wieder schlechtere Zahlen geben. Wichtig wird der Gesamteindruck und die Antwort auf die Frage, ob oder wann ein Boden in Europa gefunden wird.