US-Arbeitsmarktbericht
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 9. Januar 2012, 08:30 Uhr
ENL5454
trotz eines positiven US-Arbeitsmarktberichts haben sich die Aktienkurse zum Ende der vergangenen Woche etwas leichter gezeigt. Auf die guten Daten war bereits im Vorfeld spekuliert worden und so kauften nach Veröffentlichung der Zahlen nur noch diejenigen, die von Börse keine Ahnung haben (die Kurse rauschten direkt danach regelrecht in den Keller).
Der US-Arbeitsmarktbericht fiel überzeugend aus und nährte damit erneut Hoffnungen auf eine weitere Erholung der Konjunktur in den USA, auch wenn es sich bei Arbeitsmarktdaten stets um einen stark nachlaufenden Faktor handelt, der sich häufig auch am Beginn von Rezessionen noch verbessert. Im Dezember sind außerhalb der Landwirtschaft 200.000 neue Stellen geschaffen worden (Erwartung 155.000 Stellen). Die Arbeitslosenquote sank auf 8,5 Prozent und notiert damit auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2009, wenn auch absolut gesehen auf einem immer noch hohen Niveau. Kritische Stimmen verweisen zudem auf die hohen saisonalen Effekte. Auch die Abwärtsrevision im November von 20.000 Jobs bremste die Euphorie etwas.
Was nicht ins positive Konjunkturdatenbild passt waren die überwiegend negativen Unternehmensnachrichten. So will der US-Aluminiumriese Alcoa nach einem Jahr rückläufiger Aluminium-Preise die Kapazitäten in der Schmelze um 12 Prozent verringern. Der Halbleiterhersteller RF Micro hat seinen Umsatzausblick für das dritte Quartal gesenkt und dies mit einer schwachen Nachfrage aus China begründet. Beide Unternehmen gelten als sehr konjunktursensitiv.
Auch aus dem US-Einzelhandelssektor setzte sich die Serie von Negativmeldungen fort, die gar nicht zur kürzlich noch herumgereichten Theorie vom Anspringen des Konsums in den USA passen will. Der Einzelhändler Family Dollar verfehlte beim Umsatzwachstum im ersten Quartal seines Geschäftsjahres deutlich die Prognosen. In den letzten Tagen gab es ähnliche Meldungen sowie Gewinnwarnungen anderer Unternehmen aus dem Sektor. Kurz nach Weihnachten meldete die Warenhauskette Sears, dass sie über 100 Kaufhäuser schließen werde wegen des grottenschlechten Weihnachtsgeschäftes. Die Aktie verlor in den letzten beiden Monaten zwei Drittel ihres Wertes. Was solche Meldungen für die US-Arbeitsmarktdaten in Zukunft bedeuten werden, können Sie sich leicht ausmalen wenn es sich nicht um Einzelfälle handeln sollte. Ob und wann die Börsen insgesamt darauf reagieren, wird sich bald zeigen.