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Henrik Voigt in DAX Daily
vom
beim bisherigen Wachstumsgaranten" USA scheinen immer öfter die hochfliegenden Erwartungen an die Konjunkturentwicklung enttäuscht zu werden. Ich äußerte ja bereits länger die These, dass die Vereinigten Staaten nicht eine Insel der Glückseligen in einem Meer des konjunkturellen Abschwungs wären, was sich nun immer mehr bestätigt. Gestern gab es gleich eine ganze Serie solcher Enttäuschungen. Der Chicago Einkaufsmanagerindex etwa, ein wichtiger Frühindikator und Pendant zum noch wichtigeren ISM-Index (der heute veröffentlicht wird). Dieser Index ist im Mai deutlich auf 52,7 Punkte gefallen. Erwartet wurde ein Anstieg auf 57,3 Punkte nach 56,2 Punkten zuvor. Nach dem deutlichen Rückgang im Vormonat enttäuscht der Chicago-PMI nun ein weiteres Mal im Mai. Ein Trost bleibt: Oberhalb von 50 Punkten befindet sich der Index noch in der Wachstumszone. Aber das Wachstum ist schwach und es schwächt sich weiter ab.
Ein ähnliches Bild liefert die 2. Veröffentlichung des US-BIP, einem mehr vergangenheitsorientierten Indikator. Auch hier hat sich das Wachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal 2012 stärker abgeschwächt als zunächst erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Vergleich mit dem Vorquartal um 1,9 Prozent (annualisiert, auch so ein Trick, es höher erscheinen zu lassen als es ist). Damit musste der zunächst gemeldete Wert von 2,2 Prozent nach unten revidiert werden. Im Quartal davor lag das Wachstum noch bei +3,0% annualisiert.
Enttäuschung kam auch von den US-Arbeitsmarktdaten. Die Zahl der privat Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg im Mai laut ADP-Arbeitsmarktbericht um 133.000, während ein Anstieg um 135.000 erwartet wurde. Kein Beinbruch. Der US-Challenger Report der Entlassungsankündigungen signalisiert jedoch, dass in Kürze größere Schwierigkeiten auf den US-Arbeitsmarkt zukommen werden. Im Vergleich zum April dieses Jahres plante die US-Industrie im Mai 53 Prozent mehr Entlassungen (insgesamt 61.887 Stellen). Das sind im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar 67 Prozent mehr und damit die höchsten Zahlen an geplanten Stellenstreichungen seit September 2011, als die Vereinigten Staaten in die Budgetkrise schlitterten. Und sie werfen kein gutes Licht auf die heute zur Veröffentlichung anstehenden Arbeitsmarktdaten des US-Arbeitsministeriums.
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