US-Arbeitsmarkt bleibt deprimierend
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 5. Oktober 2009, 17:00 Uhr
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hoffentlich haben Sie ein angenehmes Feiertagswochenende verbringen können! Die jüngste Entwicklung an den Börsen war ja nicht so richtig für ein entspanntes Wochenende konzipiert. Einige Argumente, warum das Fahrwasser nun etwas unruhiger werden könnte, habe ich ja hier schon vergangenen Donnerstag dargelegt. Ebenfalls habe ich auch betont, dass es keinen Grund für Panik gibt und dass es meiner Meinung nach noch keine systematischen Verkaufssignale gibt. Dies ist auch nach Veröffentlichung des sehr enttäuschenden US-Arbeitsmarktberichts so geblieben, der offenbar in Europa stärker gewirkt hat als im US-Handel. Per Saldo verloren aber sowohl die deutschen Indizes inclusive Wahlbonus" und die US-Börsen etwa 2 Prozent im Wochenverlauf.
US-Arbeitsmarkt enttäuscht abermals
In den USA ist die Arbeitslosigkeit im September auf den höchsten Stand seit 1983 gestiegen. Dabei beschleunigte sich entgegen den Erwartungen der Stellenabbau sogar noch etwas auf 263.000 verlorene jobs. Volkswirte erwarteten nur" einen Stellenabbau um 180.000. In Europa brachte diese Meldung die Märkte nochmals ordentlich unter Druck, während sie die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch geschlossenen US-Börsen per Saldo kaum beeinflusste. Ich vermute, dass hier schon viel negatives eingepreist war, denn immerhin war man seit dem Vortag gewarnt und hatte bereits Druck aus dem Kessel" genommen! Trotzdem waren die Zahlen natürlich sehr enttäuschend und zeigen, dass die Unternehmen vorsichtig bleiben. Wahrscheinlich ist der Höhepunkt der Krise auch für den Arbeitsmarkt überwunden, der zukünftige Weg in Richtung Erholung scheint aber langwierig zu werden. Mit diesen schlechten Zahlen ist der Arbeitsmarkt noch weit von den negativen Rekorden des Jahreswechsels entfernt, leider aber mindestens so weit von einer Erholung.
Nach wie vor vermute ich, dass sich dieser immense Stellenabbau auf den Konsum in den USA besonders im vierten Quartal dieses Jahres und den folgenden auswirken wird. Bekanntlich wird an den Börsen die Zukunft gespielt. Deshalb muß man sich heute fragen, ob die Lage in etwa 10 Monaten eher besser oder eher schlechter sein wird. Natürlich genügt es nicht, nur die Entwicklung des Arbeitsmarktes für den Börsenverlauf einzuschätzen, auch wenn er sehr wichtig ist. Wenn ich persönlich die Bestandsteile einer Börsenampel festlegen sollte, würde ich den Arbeitsmarkt mit einem Drittel werten, ebenso die Summe der anderen volkswirtschaftlichen Indikatoren und der Liquidität. Speziell die Liquidität halte ich für den zur Zeit am meisten unterschätzten Faktor. Während der vergangenen Wochen, der Donnerstag und der Freitag waren die Ausnahme, wurden schlechte Nachrichten und Dips sehr schnell wieder gekauft. Dies ist ein untrügliches Anzeichen für die hohe Liquidität, die an der Seitenlinie auf Anlage wartet.