US-Anleihen gefährdet
unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily
vom 07. März 2003 18:00 Uhr
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Der Dollar fiel weiter ab, nachdem der US-Finanzminister John Snow Reportern mitgeteilt hatte, dass er nicht "besonders beunruhigt" sei über die "jüngste Schwäche" des Dollars.
Später versuchte er zurückzurudern, indem er sagte: "Wo ich gerade von der Währung spreche, lassen sie mich nochmals betonen, dass ich einen starken Dollar unterstütze ..." Aber der Schaden war da. Die Äußerungen von Snow hatten es für die Devisenhändler weltweit klar gemacht, dass es ihm egal wäre, wenn der Dollar noch ein bisschen tiefer fallen würde.
Mittlerweile sollte es jedem klar sein, dass Alan Greenspan Blasen mag – sowohl in der Wirtschaft als auch in seiner Badewanne (seine Leidenschaft für stundenlanges Baden ist genauso bekannt wie seine Neigung zum Schaffen von Spekulationsblasen). Er erinnert mich an einen 5jährigen, der riesige Seifenblasen beobachtet: "Wow! Sieh Dir die an! Und die da!"
Die Spekulationsblase am Aktienmarkt war natürlich sein Meisterstück, aber auch die Spekulationsblasen am Anleihenmarkt und am Immobilienmarkt sind nicht schäbig ... wenn ich so mutig sein darf, und hier von "Spekulationsblasen" sprechen kann. Vielleicht handelt es sich bei den letzten beiden Fällen auch nur um lange – aber harmlose – Bullenmärkte. Ich würde diese Möglichkeit nicht ausschließen.
Der endlose Verfall der Aktienmärkte hat die Kleinanleger so traumatisiert, dass sie jetzt in den Anleihenmarkt drängen ... und dort so etwas wie eine Spekulationsblase geschaffen haben. Nach drei Verlustjahren am Aktienmarkt fragen die Investoren weniger, wie viel sie mit ihrem Geld verdienen können – wichtiger ist ihnen mittlerweile, dass sie wenigstens ihr Kapital erhalten. Deshalb lieben sie jetzt die Anleihen.
T-Bonds sind schließlich von der Regierung garantiert – das sagen sich diese Kleinanleger derzeit. Sie wissen, dass eine 10jährige Anleihe über nominal 10.000 Dollar in 10 Jahren vom Staat zum Nominalwert zurückgezahlt wird. Was sie allerdings nicht wissen (und was niemand weiß), ist, wie viel diese 10.000 Dollar in 10 Jahren wert sein werden. Niemand weiß, wie viele Brote oder wie viele Packungen Viagra man 2013 für 10.000 Dollar kaufen kann. Wenn sich die Inflation beschleunigt, dann wird man 2013 mit diesen 10.000 Dollar deutlich weniger Güter kaufen können als heute. Mit anderen Worten: Wenn man eine 10jährige Anleihe kauft, kann dies trotz des Zinssatzes von 3,64 % pro Jahr ein Verlustgeschäft werden. Paul Stuka von Osiris Partners schrieb diese Woche im Barron's-Magazin, dass Anleihen seiner Meinung nach derzeit ein schlechtes Geschäft sind:
"Beim Bondmarkt wundert es mich, dass die Anleihen weiter fallen. Die Rendite liegt am langen Ende bei 3,8 %, trotz der jüngsten Zahlen von der Inflationsfront, die auf ein Anziehen der Inflation hinweisen. Aber niemand kümmert sich derzeit um eine mögliche Inflation. 2002 konnte man mit langlaufenden Anleihen zwischen 13 % und 14 % verdienen (inklusive Kursgewinne), während die Indizes der Rohstoffpreise um 20 % bis 25 % anzogen. Ich kenne kein anderes Jahr, in dem so etwas passiert ist. Das passt einfach nicht zusammen."
Deshalb sagt Stuka: "Ich sehe nicht, dass das Kaufen von Anleihen derzeit eine gute Idee sein sollte. Wenn man das tut, dann muss man daran glauben, dass sich die Wirtschaftslage noch verschlechtern wird; dass der Dollar nicht weiter fallen wird und dass hohe Defizite keine Rolle spielen. Wenn man Anleihen kauft, muss man diese drei Punkte glauben ..." Ich finde, dass der Mann Recht hat!