Ursachenforschung der Finanzkrise Teil I
Rüdiger Maass in Wave Daily
vom 23. September 2008, 13:00 Uhr
ENL5462
Lieber Wave Daily Leser,
mein heutiges ist die Banken- bzw. Finanzkrise. In den Medien wird die Insolvenz von der viertgrößten Investmentbank Lehman Broth. Von vielen Seiten beleuchten. Zu allem Überfluss überweist die Kreditanstalt für Wiederaufbau kurz vor Veröffentlichung der Insolvenz 350 Million Euro an die Bank in den USA.
Auf der Suche nach den Ursachen dieser Krise bin ich über eine kleine einfache Geschichte gestoßen.
Sicherlich werden Sie denken, dass die folgende Geschichte nichts mit der Finanzkrise zu schaffen hat. Ich bitte Sie, meinen Gedanken bis zum Ende zu verfolgen.
Ein Mann grüßte seinen Nachbarn auf dem Weg zur Arbeit immer freundlich. Der Nachbar antwortete nur mürrisch oder überhaupt nicht. Der Mann setzte sein verhalten über Wochen fort, trotz der mürrischen und manchmal aggressiven Haltung, schenkte der Mann seinem Nachbarn immer wieder ein Lächeln und grüßte ihn freundlich.
Ein Freund fragte den Mann:" Warum bist zu diesem mürrischen und aggressiven Nachbarn freundlich, während er dich missachtet und manchmal sogar beschimpft". Will du Dich überhaupt wehren, warum gehandelst du ihn nicht genauso?".
Der Mann antwortete: Warum soll ich ihn bestimmen lassen, was ich tue?"
Nun vielleicht fehlt den Managern von Lehman Broth eine Charaktereigenschaft, die im Finanzgeschäft mit Gold nicht aufzuwiegen ist - Selbstbeherrschung -. Die Selbstbeherrschung des freundlichen Mannes.
Seit 2003 sind die Kurse an den Börsen scheinbar unaufhaltsam gestiegen. Jedes Jahr wurden die Gewinnerwartungen erhöht. Die Manager wurden von Jahr zu Jahr risikobereiter. Kein Wunder - die Kurse stiegen von 2003 bis 2008 fast kerzengerade in die Höhe.
Geschäfte immer hohen Risiken wurden abgeschlossen. Hinzu kam sicherlich der Nachahmeffekt. Wenn die Bank X in die Sub Prime Darlehen investiert können wir nicht zurückstecken.
Jeder weiss, ein Schwamm kann nur eine begrenzte Menge an Wasser aufnehmen. Setzt man den Prozess fort, gibt es nasse Nüsse.
Mangelnde Selbstbeherrschung führt zu einer Katastrophe.
Vielleicht denken Sie, dass der Maass im Nachhinein leicht reden kann. Die Leser von meinem Börsenbrief beim Investor Verlag wurden seit Januar 2008 wöchentlich auf dieses Desaster hingewiesen. Jede Woche wurde folgende Prognose im langfristigen Bereich veröffentlicht:
Übergeordnete Zählweise vom 08 Januar 2008 - DAX 7914: Nachdem der DAX die Welle b im Kreis ausgebildet hat, sollten Kursverluste bis in den Bereich 4800 und später bis 3700 in den nächsten zwei Jahren folgen. Der DAX würde auf dieser Basis einen Rücklauf bis zur übergeordneten Welle 4 im Kreis durchführen. Zitat Ende.
Die Welle b sollte im Bereich 8000 oder etwas höher enden. Natürlich konnte ich mit dem Elliott Wave Prinzip nicht erkennen, dass die viertgrößte Investmentbank in den USA in die Insolvenz marschiert, aber es war deutlich zu sehen, dass sich der DAX und natürlich auch die amerikanischen Indizes am Ende von einem großen Trend befunden haben.
Die DAX Analyse vom 08.01.2008 bei 7914 Punkten.
Die Elliott Wave Theorie lehrt, dass nach einer ausgebildeten fünften Welle in einem steigenden Trend, eine Trendumkehr oder mindestens stark Kursverluste entstehen.
Menschliches Verhalten unterliegt einem Naturgesetz. In diesem Fall hat mangelnde Selbstbeherrschung zu der Finanzkrise beigetragen.
Am 24.09. möchte mit Ihnen besprechen, wer nach meiner Meinung diese Krise angezettelt hat.
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