Urlaubsvertretung
Michael Vaupel in Investors Daily
vom 22. September 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Diese Woche springe ich für Jochen Steffens ein – der sich momentan auf einer der kanarischen Inseln befindet und gerade hoffentlich seinen Urlaub genießt. Er hat mir gesagt, dass er dort für eine gute Woche das Thema "Börse" komplett vergessen will, aus diesem Grund ist er auch nicht erreichbar. Richtig so! Ich weiß, dass er ein echter Vollblut-Börsianer ist, der täglich mindestens 10 Stunden vor seinen Monitoren sitzt. Da sei ihm diese Auszeit gegönnt. Ich werde natürlich versuchen, einen guten Ersatz für ihn zu bieten.
Doch vorher möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin Diplom-Volkswirt und Chefredakteur sowie Chefanalyst für Zinsen und Währungen beim Börsenbrief "Optionsschein-Profits". Einige von Ihnen kennen mich vielleicht bereits von diesem Börsenbrief oder von meinen Gastartikeln im Investor's Daily. Im Gegensatz zu Herrn Steffens bin ich kein "Daytrader", der jede Bewegung an den Märkten hektisch mitverfolgt. Ich versuche vielmehr, große Trends (Megatrends) zu finden, die noch nicht ausgereizt sind. Da kommt es nicht auf Sekunden oder Minuten an – sondern auf eine ruhige und messerscharfe Analyse der Fakten, die auf dem Tisch liegen. Die muss stimmen.
Und dann suche ich entsprechende Zertifikate oder Scheine, mit denen man diesen Trend mitgehen kann. Dabei versuche ich, nicht der breiten Masse zu folgen, sondern eher unbekannte Trends aufzudecken. Gegenüber europäischen und besonders US-Titeln bin ich derzeit sehr zurückhaltend: Trotz der Kursgewinne der letzten Monate bleiben bei den Standardtiteln die starken negativen Kräfte bleiben bestehen. Ich warne Sie dringend:
Fallen Sie nicht auf die Heißmacher der breiten Finanzpresse und der Banken hinein! Die aktuelle Rally an den amerikanischen Börsen ist EINE FALLE, ähnlich der des Jahres 2000. Die Erwartungen sind viel zu hoch geschraubt, ein KGV von über 25 ist angesichts der ausbleibenden Wachstumsdynamik nicht zu rechtfertigen. Außerdem explodieren die amerikanischen Haushaltsdefizite, im nächsten Jahr könnte das Minus den Rekordwert von 500 Mrd. US$ erreichen! Ein Grund: Die hohen Besatzungskosten für den Irak (1 Mrd. US$ pro Woche). Die deutschen Aktien sind zwar günstiger bewertet, aber das Gewinnwachstum – und damit die Perspektive für steigende Kurse – bleibt mehr als bescheiden. Außerdem: Die Nachrichten von den zunehmenden Unternehmenspleiten in Deutschland gefallen mir überhaupt nicht. Alleine im ersten Halbjahr gab es 19.200 Insolvenzen (+4,6 % gegenüber dem Vorjahreswert), 330.000 Beschäftigte verloren deshalb ihren Job. In einem solchen Umfeld jetzt noch historisch hoch bewertete Aktien zu kaufen, ist mehr als riskant. Mein Rat: Erweitern Sie Ihr Blickfeld, über Frankfurt und New York hinaus. Es gibt noch Märkte, an denen Sie auch Aktien kaufen können: China, Osteuropa und Japan. Dazu werde ich in den nächsten Tagen mehr schreiben.
Und vergessen Sie das Gold nicht. Wer mich kennt und meinem Rat gefolgt ist, hat ohnehin längst entsprechende Gold-Zertifikate im Depot. Beispiel amerikanische Geldmenge: Die steigt jeden Tag um 3 Mrd. US$. Das bedeutet: Bei dem Tempo reicht der Zuwachs von 18 Monaten aus, um die gesamten Goldvorräte der Erde aufkaufen zu können! Das Angebot an US$ explodiert, die Goldmenge stagniert – das logische Fazit ist ein steigender Goldpreis. Auch zu diesem Thema mehr in den nächsten Tagen! Jetzt der Blick aufs Tagesgeschäft – diese Entwicklung könnte Sie interessieren: