Urlaubserlebnisse
Christopher Corbett in Traders Daily
vom 10. August 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Jetzt ist die beste Jahreszeit für Unzufriedenheit. Es ist August - und man ist am lang ersehnten Ferienort angekommen. Ja, das gemietete Sommerhaus. Der Fluchtort für warme Tage, der im Winter so viel versprechend klang, als diese nette Dame von Seal Harbor anrief oder als die Anzeige im Spectator lockte. (Ist die Toskana eigentlich nördlich oder südlich von Rom?). Aber egal, ob ich hier von der Woche an der Küste in Jersey spreche oder von einem Sommer in der Provence, keine der Erfahrungen, die man macht, wenn man ein Ferienhaus mietet, ist ein Mittsommernachtstraum.
Als Benjamin Franklin feststellte, dass „Die Erfahrung eine teure Schule ist, dass aber ein Dummkopf in keiner anderen lernt", da kam er sicher gerade aus den Ferien. Keines dieser Mieterlebnisse ist ideal (deswegen kaufen die Leute ja). Es ist als würde man das Leben eines anderen anprobieren - und das passt nie wie angegossen.
Aber einige Erfahrungen, die man im Sommer macht, sind noch schlimmer als andere.
- Wenn man z.B. ein Haus mit anderen zusammen mietet. Keine Freundschaft kann dem seismischen Druck einer solchen Erfahrung standhalten. (Da ist nur noch Segeln schlimmer).
- Wenn man ein Haus mietet, das man noch nicht gesehen hat. Kümmern sie sich gar nicht erst um die Photos. Photos sind Illusionen.
- Wenn man auf einer Insel mietet. Der traurigste Punkt an den Erfahrungen, die man als Inselbewohner macht, ist die kalte Feststellung, dass die Fähre nicht mehr in Betrieb ist. Man kommt nicht mehr weg. Es ist wie bei einem Gesetzesbrecher, vor dem die Zellentür ins Schloss fällt.
Bevor ich verheiratet war, habe ich ein Haus an einem See in Maine gemietet, mit einem Typen, der sich selbst als einen Profi-Racquetball-Spieler bezeichnete und dessen Speisekammer mit drei Hauptlebensmittelgruppen gefüllt war: Bier, Schokoladenkekse und Käsecreme.
Er hatte, wie meine alte Großmutter sagen würde, eine vollständig ausgefüllte Tanzkarte. Die Stewardessen der östlichen Fluglinien. (Er gabelte sie in Boston auf). Eine Frau aus dem Softballteam der Frauen, eine der Pantherettes (Sie kommen aus Augusta). Heiratsfähige Gruppenleiterinnen aus dem Sommerferienlager (Ein Grund in den Knast zu kommen). Und er hatte nie einen langweiligen Moment am See.
Unsere Nachbarn waren dort ein Marineoffizier im Ruhestand der rund um die Uhr Budweiser trank und immer eine Waffe bereit hielt, mit der er das Zielen auf leere Dosen übte.
Auf der anderen Seite ein jüdisches Ferienlager für Jungs. Dort forderte man die anderen Gruppenmitglieder zum Schwimmen und zu den Mahlzeiten auf indem man den fröhlichen Postruf auf einem Waldhorn spielte. Noch heute kann ich in den Momenten kurz vor dem Einschlafen die blecherne öffentliche Aufforderung hören: „Könnte sich Harold Solomon bitte in der Krankenstation melden?"
Fortsetzung morgen.