Uran…und Feierabendgestaltung
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 13. Dezember 2007 12:00 Uhr
ENL5454
*** Gerade habe ich mir ein Uranvorkommen Namibias angesehen. Uran ist nämlich ein Basiswert, bei dem ich steigende Preise prognostiziere.
Dazu möchte ich eins klar stellen: Ich bin kein Freund der Atomenergie, ganz sicher nicht. Aber als Rohstoff-Analyst nehme ich bestimmte objektive Entwicklungen (Nachfrage liegt über dem Angebot) einfach zur Kenntnis. Ob das mit meinen Wünschen in Übereinstimmung liegt, ist eine andere Sache. Aber dass bei Uran die Nachfrage derzeit über dem Angebot liegt, ist ein Faktum.
Also, zunächst ein wenig „Basics“ zu Uran, morgen dann zu den namibischen Uranvorkommen:
Uran kommt in der Natur relativ häufig vor. Nur wissen das viele Menschen nicht. Tatsächlich findet sich Uran mit winzigen Anteilen selbst in Salzwasser. Damit sich die Urangewinnung aus Salzwasser aber betriebswirtschaftlich rechnet, müsste der Uranpreis 10-mal so hoch notieren wie aktuell. Trotzdem: Uran kommt beispielsweise 40-mal häufiger vor als Silber. Es ist nicht sehr bekannt, aber Uran findet sich so häufig wie die populären Metalle Zinn oder Zink im Erdmantel.
Aber (und hier kommt das berühmte „aber“): In den meisten Uranvorkommen ist der Urangehalt so niedrig, dass eine wirtschaftliche Förderung selbst bei den aktuellen Notierungen nicht rentabel ist. Der weltweit durchschnittliche Urangehalt liegt bei 0,13%. Funde unter 0,10% gelten als „niedrighaltige Uranvorkommen“. Funde über 2,00% hingegen als hochgradige Vorkommen.
Zudem können viele Uranvorkommen durch politische und gesellschaftliche Einschränkungen sowie Umweltschutzvereinbarungen nicht exploriert werden. Deshalb wird nur ein kleiner Teil des tatsächlich existierenden Urans abgebaut. Uran ist also trotzdem ein knappes Metall, denn die wirtschaftlich lukrativen Uranvorkommen sind begrenzt.
Morgen dann zu den namibischen Uranvorkommen.
*** Noch eine kleine Anekdote zu meiner „Feierabendgestaltung“.
In den letzten Tagen ging es mir recht elend…persönliche Probleme. (Gewisse zwischenmenschliche Dinge, die der/dem einen oder anderen von Ihnen nicht fremd sein dürften.)
Letztens, nach einem etwas vorgezogenen Feierabend, als die namibische Sonne tief stand, machte ich mich alleine auf den Weg in die Namib-Wüste. Die Dinge, die ich bei mir trug: Sonnenschutzmittel, Bier, Nietzsches „Also sprach Zarathustra“.
Schweißtreibend erklomm ich eine hohe Düne, machte es mir dort oben gemütlich (wenn man den glühend heißen Oberflächensand wegschiebt, ist der darunter angenehmer).
Mein Vorsatz: Getrunken wird erst, wenn ich mindestens 20 Seiten gelesen habe und über die gewisse Problematik nachgedacht habe.
So hielt ich es denn auch.
Und siehe, auf dem Rückweg hatte ich folgende Erkenntnis: Mindestens zwei Dinge sind größer als meine Problematik. 1. Gott. 2. Mein Durst.
So einfach ging das, Problem vom Spitzenplatz verdrängen. Werde ich mir merken.
Ich wünsche Ihnen alles Gute,
Ihr
Michael Vaupel