Uran früher - Die Geschichte eines Booms

Miriam Kraus und Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom


von Miriam Kraus und Andreas Lambrou

Liebe Leser,

Heute möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen. Die Geschichte eines ganz besonderen Metalls. Eines so aussergewöhnlichen Metalls, dass seine Eigenschaften die Menschen schon seit einiger Zeit regelrecht betören. Eines Metalls, das sich bereits zum zweiten Mal in einer wahren Boomphase befindet.Sie wissen sicher wovon ich spreche, liebe Leser. Die Rede ist klarerweise von Uran.


Erste Uranboomphase macht Menschen reich

Ein bis zweimal pro Jahrhundert ergeben sich Investmentchancen, welche denjenigen der sie nutzt unglaublich reich machen können.

So geschehen im Jahre 1948.

Begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise.

Damals war der Zweite Weltkrieg gerade einmal seit drei Jahren vorbei. Doch der Welt blieb nicht viel Zeit zur Erholung, denn sie schlitterte geradewegs in den Kalten Krieg hinein.

Noch während des Zweiten Weltkrieges war das Manhattan Projekt in den USA mit dem Bau der Atombombe beschäftigt. Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches warfen die USA – ich bin sicher, sie alle wissen das – die ersten beiden Atombomben in der Menschheitsgeschichte auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki.

Bis zu diesem Zeitpunkt, dem Zeitpunkt des Bombenabwurfs, hatte das Manhattan Projekt das benötigte Uran hauptsächlich aus Kanada und Belgisch – Kongo bezogen. Damals war Uran auch noch nicht viel Wert.

Dies änderte sich allerdings schlagartig mit dem Abwurf der Atombomben. „Plötzlich“ schien die Welt hellhörig zu werden. Die neue Superwaffe sollte Abschreckung, Sicherheit, Vormachtstellung, einfach alles zugleich garantieren.

Und wurde nicht erst da ebenfalls für andere Nationen, insbesondere natürlich für die Sowjetunion der neue (alte) Gegner der US Amerikaner interessant.

Als relativ zu Beginn des Kalten Krieges deutlich wurde, dass die Sowjetunion unter Nutzung von politischen Häftlingen in der Tschechoslowakei und Ostdeutschland billige Uranminen unterhielt, bekamen es die US Amerikaner nun doch langsam mit der Angst zu tun.

Diese Angst erstreckte sich vor allem darauf, dass die USA möglicherweise nicht genug Uran aufkaufen könnten um ihr steigendes Atomprogramm zu sichern.

Für Abhilfe sollte ein verstärktes inländisches Angebot sorgen, welches schliesslich – so das Ziel – die USA zum Uranselbstversorger machen sollte.

Die Endresultate: Steigende Uranpreise und das Wettrüsten.

Steen und der Uranrausch

Ich bin sicher, die oben genannten historischen Ereignisse dürften Ihnen nicht fremd sein. Doch kennen Sie auch die Geschichte von Charles Steen aus Texas ?!

Steen war ein US – amerikanischer Geologe, der Ende der 1940er Jahre das Potenzial des Uran erkannte. Er hatte in einem Magazin gelesen, wie viel die US Regierung böte, für die Lokalisation einheimischer Uranvorkommen.

Und Steen liess sich nicht bitten. Er packte seine Familie in einen Trailer und zog los.

Ohne Geigerzähler und mit 1000 von der Mutter geborgten Dollars. Zunächst suchte er ein Plateau in Colorado ab und wurde fündig. Zwei Jahre lang lokalisierte es kleinere Uranvorkommen und brachte irgendwie seine Frau und die fünf Kinder durch, doch dann…

Am 6. Juli 1952 fand Steen was er zu finden gehofft hatte: Ein massives und hoch angereichertes Uranvorkommen in Moab ,Utah. Er nannte das Vorkommen Mi Vida Mine und scheffelte plötzlich Millionen.

Damit trat er den ersten grossen Uranrausch los.

Im Jahre 1952 war Steens Fund der erste grosse Hit des Uranbooms und brachte schliesslich Massen an Menschen in die Four Corners Region.

Alle mit der Hoffnung auf ein bisschen Glück.

Klingt fast wie der grosse Goldrausch von 1868 in Alaska , nicht wahr?!


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