Update zum Jatropha-Projekt in Namibia
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 15. August 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
Trader´s Daily-Leser Herr B. schrieb mir:
"Hallo Herr Vaupel, können Sie mal wieder über Ihr Jatropha-Projekt in Afrika etwas ausführlicher berichten? Bin sehr interessiert. Vielen Dank."
Meine Antwort:
Klar, kann ich gerne machen. Dieses Projekt läuft mit Unterstützung einiger Getreuer aus der Trader´s Daily-Gemeinde. (Wir haben zusammen eine Gesellschaft gegründet, die Jatropha Oil GmbH, und es läuft ausschließlich über Eigenkapital, keinerlei Kredite. So wie es aussieht haben wir genug Eigenkapital, es besteht kein weiterer Bedarf.)
Inzwischen sind in Namibia drei einheimische Arbeiter mit dem „Entbuschen" des Geländes beschäftigt. Beaufsichtigt werden sie vom mir persönlich bekannten Farmer, mit dem ich laufend in Kontakt stehe. Parallel dazu werden die Jatropha-Setzlinge gezogen.
Zur Aussaat (voraussichtlich Ende Oktober/November) werde ich dann hoffentlich vor Ort sein können.
Hier mal einige Bilder. Auf dem nächsten Foto sehen Sie die drei Arbeiter, welche mit dem „Entbuschen" beschäftigt sind. Die Arbeitslosenquote liegt in der Region bei 51%, und von unseren Sozialleistungen können die Menschen dort nur träumen. Diese Männer sind also froh, Arbeit zu haben - und insofern betrachte ich bereits dieses erste Schaffen von Arbeit als einen Erfolg. Wortführer ist übrigens der mittlere, mit dem schönen Vornamen Michael.
Getreu meiner Philosophie wird möglichst stark auf erneuerbare und nachhaltige
Energiequellen gesetzt. So wird die Wasserpumpe (welche Wasser für die Arbeiter und begrenzt für Gärten fördert) per Photovoltaik betrieben. Und Sonne gibt es in Namibia genug. Hier noch ein Foto der Wasserpumpe:
Soviel als Antwort zu der Frage nach dem Jatropha-Projekt. Richtig spannend wird es natürlich erst, wenn die Setzlinge gepflanzt werden. Da werde ich noch ein wenig experimentieren, mit Pflanzabständen etc., und auch der Einsatz von Bienen könnte sinnvoll sein. Würde nebenbei auch Arbeit für einige Imker schaffen und ehrliches Zusatzeinkommen generieren.
Und dann nicht zu vergessen: Die Flugindustrie ist hellhörig geworden, was das Thema "Jatropha-Öl" betrifft. Denn dieses kann gleiche Leistung bei geringerem Gewicht bieten - und bei Flugzeugen bedeutet weniger Gewicht natürlich weniger Verbrauch.
So testet gerade die Lufthansa auf bestimmten innerdeutschen Flügen den Einsatz von Treibstoff auf Jatropha-Basis.
Da könnte sich eine gewaltige potenzielle Nachfrage eröffnen...
...und eine "win-win"-Situation für alle Beteiligten, inklusive der Arbeiter vor Ort. Wir werden sehen!
Soviel für heute. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Reichel (15.08. 2011 14:21 Uhr):
Es erschüttert mich schon, daß es immer noch Leute gibt, die glauben, mit Treibstoff aus Pflanzen die Welt oder zumindest das Weltklima (was auch immer das sein soll) retten zu können. Gerade die Projekte mit Jatropha-Palmen sind gescheitert, lesen Sie dazu den Beitrag bei EIKE unter www.eike-klima-energie.eu/news-cache/der-biodiesel-kollaps-mit-der-jatropha-palme-keine-quelle-des-globalen-biodiesels-mehr/
Antworten - Kommentar von ubjay (15.08. 2011 18:14 Uhr):
Vielleicht sollten Sie auch einmal über die Schattenseiten dieses Irrsinns berichten. pubs.acs.org/doi/full/10.1021/es201943v
Antworten - Kommentar von helmut (15.08. 2011 19:03 Uhr):
Guten Tag Herr Vaupel, ich lese gerade Ihren Traders Daily, Können Sie Ihre Angabe "Zitat: So testet gerade die Lufthansa auf bestimmten innerdeutschen Flügen den Einsatz von Treibstoff auf Jatropha-Basis." irgendwie belegen? Freundliche Grüße Helmut
Antworten - Kommentar von Amstler Karl (16.08. 2011 11:31 Uhr):
Bitte um kurze Info über die Photovoltaikpume: Wie hoch waren die Anschaffungskosten vor Ort?
Antworten - Kommentar von Michael Lendl (31.08. 2011 18:55 Uhr):
Sehr geehrter Herr Vaupel, Sie haben meine volle Unterstützung. Es sollte mehr von Ihrer Sorte geben. Lassen Sie sich bitte von solchen unwissenden Abschreibern wie Herrn Reichel nicht beeindrucken. Wenn Sie Abnehmer suchen, wenden Sie sich an mich. Grüße
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