Update zu Insider im Fokus: Adler Modemärkte
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 17. Januar 2012, 14:30 Uhr
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am Wochenende erreichte mich ein Leserkommentar zu meinem Insider-im-Fokus-Bericht vom 13. Dezember über Adler Modemärkte, in welchem mir mein Leser erklärte, dass diese Aktie tatsächlich nur etwas für Hasardeure sei. "Der Laden war und ist so gut wie pleite. Die Gewinnwarnung, die Mitte Dezember 2011 herausgegeben wurde, spricht Bände. Adler wird das Jahr 2011 mit einem deutlichen Verlust abschließen. Schuld daran sind Missmanagement und Überheblichkeit des Vorstands", lautete sein Fazit. Mein Interesse ist erneut geweckt, hier noch mal genauer zu recherchieren.
Nochmals zur Erinnerung: Ich war auf Adler aufmerksam geworden, weil der neue Finanzvorstand Karsten Odemann Anfang Dezember ein größeres Paket Adler-Aktien orderte und nur einen Tag später fiel der Aktienkurs in die Tiefe. Meine Recherchen zum Hintergrund des Kurseinbruches brachten am Tag der Veröffentlichung des Artikels keine auffallenden Ergebnisse. Doch nur einen Tag später kam die Erklärung: Wegen der Kaufzurückhaltung seiner Zielkundschaft und steigender Baumwollpreise musste Adler seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2011 einkassieren. War Adler zuvor noch von einer Steigerung des Ergebnisses im Vergleich zum Vorjahr (37,8 Mio. Euro) ausgegangen, sollen es vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nun rund 20% weniger werden als 2010.
Bereits die Zahlen zum dritten Quartal hatten erste kleine Schwächen im sonst bislang starken Geschäftsjahr 2011 gezeigt. Auch hier wurden die steigenden Baumwollpreise sowie der Börsengang als Belastungsfaktoren genannt. Adler ist seit Ende Juni 2011 im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet. Das bisherige Fazit sieht ernüchternd aus: Ein Adler-Investment war bis dato nicht mehr als ein erstklassiges Wertvernichtungsgeschäft. Zu 10 Euro an die Börse gebracht, sind davon aktuell nicht mal mehr 5 Euro übrig.
Konzern stemmt sich nun selbst gegen den Abwärtstrend
Diesen Abwärtstrend versucht die Firma nun zu stoppen. Der auf preisgünstige Mode für 45+-Kunden spezialisierte Konzern will bis zum 30.Juni bis zu eine Million eigene Aktien zum maximalen Preis von 10 Euro je Aktie zurückkaufen. Das entspricht einem Volumen von knapp 5,4% des Grundkapitals. Ob sich damit der spektakuläre Abwärtstrend der Aktie aufhalten lässt, bleibt abzuwarten. Aufsichtsrat Marcus Stillger jedenfalls scheint überzeugt, dass nun alles eingepreist ist. Er erwarb nach dem Kursdebakel ein Paket mit 5.000 Adler-Papieren zum Kurs von 4,17 Euro je Aktie.
Fazit: Die Aktie ist mit einem 2012er-KGV von 7 günstig. Die finanzielle Lage des Unternehmens scheint mit einer Eigenkapitalquote von 30% (für Einzelhandelsbranche relativ hoch) und einem Verschuldungsgrad von 2,3 (Verhältnis langfristige zu kurzfristige Schulden 1:3) für die Branche solide. Aktuell notiert die Aktie knapp unter dem charttechnisch wichtigen Widerstand bei 5 Euro. Kann diese Hürde genommen werden, dann ist deutlich Luft nach oben. Dennoch rate ich nur spekulativen Anlegernaturen hier eine Wette auf eine Gegenbewegung einzugehen.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.
Ihre
Cindy Bach