Update: Lebensversicherer
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 4. Oktober 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
Bereits in der Vergangenheit schrieb ich Ihnen einiges zum Thema Lebensversicherungen:
Droht ein Crash der Lebensversicherungen? (Teil 1) (02.02.10)
- Portfolios der Lebensversicherungsunternehmen
- Die Pfandbriefproblematik
Droht ein Crash der Lebensversicherungen? (Teil 2) (05.02.10)
- Wie sich das aktuell niedrige Zinsniveau auf die Versicherungsunternehmen auswirkt
Droht ein Crash der Lebensversicherungen? (Teil 3) (17.02.10)
- Steigende Zinsen und ihr Einfluss auf die Lebensversicherer
Heute, mehr als ein halbes Jahr später, möchte ich erneut einen kurzen Blick auf die Situation werfen.
Die Probleme für Lebensversicherer haben sich nicht gelöst
Wenn Sie als Privatanleger Ihr Geld auf der Bank anlegen möchten, ärgern Sie sich zur Zeit wahrscheinlich über sehr niedrige Zinsen. Für die Lebensversicherer ist dies aber ein viel größeres Problem.
War der Druck schon im Februar 2010 sehr groß, als ich Ihnen die letzten Artikel schrieb, wird es mit jedem Monat für die Versicherer unangenehmer, denn zahlreiche Altanleihen mit vergleichsweise hohen Renditen laufen aus.
Rein durchschnittlich betrachtet bringen Verträge zur Zeit noch etwa 4,2% an Zinsen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Niveau weiter sinken wird.
Für Neuverträge liegt der Garantiezins zur Zeit (seit 2007) noch bei 2,25% (Der Garantiezins bei Vertragsabschluss gilt hierbei jeweils für die gesamte Vertragsdauer). Nimmt man alle Laufzeiten in den Blick, liegt der Garantiezins aktuell etwa im Schnitt bei 3,5%.
Mindestens diese Garantieversprechen müssen natürlich eingehalten werden. Alleine das dürfte sich aber schon als sehr schwierig erweisen, denn den größten Anteil der Portfolios der Versicherer bilden nach wie vor Staatsanleihen und andere Zinstitel.
Um jedoch irgendwie an hoch genuge Zinsen heranzukommen, schichten zahlreiche Versicherungen zunehmend in riskantere Unternehmensanleihen um.
Dazu kommt, dass die Versicherungen rund 250.000 Vermittler und 50.000 Beschäftigte in den Verwaltungen zu zahlen haben. Nur was dann noch übrig bleibt, kann in die Kapitalanlage gehen und Zinsen bringen.
Berücksichtigt man nun noch, wie unflexibel ein derartiger Versicherungsvertrag meist ist, die weltweit hohen Schuldenstände, die Risiken von Staatspleiten und notenbankgemachten Inflationen, sowie die zunehmend wieder in Frage gestellte längerfristige Existenz des Euros, kann ich nur weiterhin generell von Lebensversicherungen abraten (und stattdessen nahelegen, einmal grundsätzlich über eine physische "Goldversicherung" nachzudenken, sofern noch nicht erfolgt).
Letztlich entscheiden, ob Sie eine derartige Versicherung brauchen bzw. haben möchten, müssen natürlich Sie. Wer nicht in absehbarer Zeit vor der Auszahlung steht und sich sowieso schon nicht sicher ist, könnte sich aber durchaus überlegen, ob er die Risiken eines solchen Vertrages überhaupt bzw. weiter eingehen möchte, denn die Situation für die Versicherer dürfte eher noch schlechter als besser werden.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Treudler (04.10. 2010 16:39 Uhr):
Kapital-Lebensversicherungen - "LEGALER BETRUG" (AZ 74 047/83) Landgericht Hamburg Wenn Sie über LV schreiben dann erklären Sie doch mal den Begriff "Zillmern", ich habe das nie so richtig verstanden. Habe von den Schweizer Renten in Deutschland ein Schreiben, aus dem geht hervor, dass es sehr wohl möglich ist nach Versicherungsablauf weniger ausgezahlt zu bekommen als was man eingezahlt hat. Der Sparzins zählt m.E. nur für den Sparanteil einer Prämie und nie für die gesamte Prämie. Wie hoch der jeweilige Sparanteil ist verrät Ihnen keine Versicherung. mfg P. Treudler
Antworten - Kommentar von Volker gerull (04.10. 2010 19:12 Uhr):
Sehr geehrter Herr Hahn,Sie haben wahrscheinlich Recht was die LV `s anbelangt.Wenn dies eaber nur noch ca. 13 Monate bis zur Auzzahlung haben, was raten Sie mir? Doch in diesem Falle sicherlich abwarten, oder glauben Sie bis dahin bricht alles zusammen und sie sind nichts mehr wert? Viele Grüße Volker Gerull
Antworten- Antwort von Alexander Hahn (05.10. 2010 12:48 Uhr):
Guten Tag Herr Gerull, gerne würde ich weiterhelfen. Leider fallen solche Fragen jedoch in den Bereich der individuellen Anlageberatung und hier unterliege ich sehr klaren Regeln. Individuelle Ratschläge in dieser Form darf ich somit nicht geben, auch wenn ich dies sehr gerne tun würde. Sorry. Beste Grüße Alexander Hahn
- Antwort von Alexander Hahn (05.10. 2010 12:48 Uhr):