Unvermeidbare Steuererhöhungen
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 2. September 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Nach der seit März anhaltenden fulminanten Erholungsbewegung an den Aktienmärkten sollen diversen Marktkommentaren zufolge viele Investoren unter immensem Performancedruck stehen und regelrecht auf eine starke September-Korrektur hoffen.
Nicht wenige hätten die Rallye verpasst und würden nun auf günstige Einstiegschancen lauern.
Liquiditäts-Hausse
Anscheinend ist die Bereitschaft angesichts der historisch einmalig tiefen Zinsen wieder größer geworden, höhere Risiken einzugehen. Anders formuliert, ein Hauch von Gier" kehrt zurück. Und das Gros der Akteure scheint das Thema Krise" ohnehin schon längst ad acta" gelegt zu haben. Einige sind gar der Ansicht, dass diese Liquiditäts-Hausse am Ende des Tages die Mutter aller Blasen erzeugen werde und die Notierungen aufgrund der extrem expansiven Geld- und Fiskalpolitik in neue absurde Höhen getrieben werden.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, momentan sehen nur wenige die Gefahr, dass die Zentralbanken eine restriktivere Geldpolitik einschlagen könnten. Vielleicht werden die Verantwortlichen ja schon in bälde wieder stärker auf die Bremse" treten als es die Haussiers aus heutiger Sicht vermuten.
Jahrelange Belastung für die Wirtschaft
Und die Bullen scheinen auch auszublenden, dass die Krisenfolgen die Wirtschaft über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinweg massiv belasten könnten. Erst jüngst war es der IWF-Chefvolkswirt Blanchard, der Wasser in den Wein der Optimisten goss. Diese Krise werde schlimme Narben hinterlassen. Sowohl die Angebots- wie auch die Nachfrageseite werden auf Jahre hinaus belastet bleiben.
Schwere Rückkehr zur Normalität"
Des weiteren sei die Rückkehr zu einem halbwegs normalen Wachstum äußerst schwer. Und es werde ebenfalls sehr schwierig werden, die Arbeitslosenzahlen zu verringern. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Finanzsysteme in vielen wichtigen Industriestaaten nach wie vor angeschlagen seien. Es werde Zeit brauchen, ehe eine wirkliche Sanierung gelingen kann.
Unvermeidbare Steuererhöhungen
Sehr ehrlich waren Blanchards Äußerungen zum Thema Steuererhöhungen. Diese seien schlicht und einfach unvermeidbar. Sehr interessant ist auch, dass einer jüngsten Umfrage zufolge sich immerhin fast ein Fünftel der Deutschen für einen radikalen Sparkurs der öffentlichen Hand und gleichzeitig Steuererhöhungen aussprechen.
Ja, es wird also sehr spannend werden, wenn die neue Bundesregierung nach der Bundestagswahl den werten Bürgerinnen und Bürgern im Zuge eines Kassensturzes die Krisen-Rechnung präsentieren wird. Und gleichzeitig die bittere Pille einer weiteren Mehrwertsteuererhöhung.
Fragt sich am Ende des Tages nur, ob diese neuerliche Steuerorgie schon zum 1.1.2010 oder erst später in Kraft treten wird....
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Schmidt (02.09. 2009 15:44 Uhr):
Ein zweites mal in das Fettnäpfchen Mehrwersteuer zu treten wäre selbst für gestandene Politiker peinlich. Es kommt eine Steuer über die nicht gesprochen wird, nicht einmal die leiseste Andeutung gemacht, die PKW Maut für Autobahnen. Die Infrastrucktur ist vorhanden, funktioniert gewissermaßen auf Knopfdruck und ist obendrein ergiebig. Die Bundesbürger sind ja durch die Abwrackprämie ruhig gestellt worden
Antworten - Kommentar von J Feiber (02.09. 2009 22:56 Uhr):
Guten Tag, ich kann dieses Getue um Steuererhöhungen nicht mehr hören. Es ist doch ganz simpel: Staat hat kein Geld d.h Steuer rauf. Es ist langsam an der Zeit das unsere Politiker egal welcher Couleur etwas professioneller an die Sache ran zu gehen - und zu sparen, nämlich das zu tun was jeder Bürger macht wenn seine Kohle knapp wird. Wo sind die Millarden der letzten Mehrwertsteuererhöhung versunken? Offizielle Zahlen zum Staatshaushalt (wenn zu erhalten) Einnahmen vs Ausgaben sollten jemandem doch die Augen öffnen. Sprich unser Staat mit all seinen Beamten verschlingen Unsummen für Renten und Pensionen-Tendenz steigend, dazu kommt eine typisch deutsche Bürokratie die das System lähmt. Hinzu kommen unfähige Politiker die das Geld verschleudern (siehe Bundesrechnungshof). Ich denke die nächste Wahl wird allen die Augen öffnen, aber keiner wird daraus lernen. Lösungsansätze gibt es genügend, nur keiner übernimmt mehr die Verantwortung für gravierende Entscheidungen. Armes Deutschland - nur dumme Menschen lernen nicht aus den Fehlern der Anderen mfg J Feiber
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