Untrügerisches Zeichen für Misstrauen
Till Kleinlein in Devisen-Monitor
vom 5. Januar 2012, 08:30 Uhr
ENL5454
es kam gestern zur erwarteten Verschnaufpause der Bullen. Die Schuldenkrise in Europa hat auch wieder mehr Raum bekommen, und so steigt die Skepsis wieder. Die italienische Bank Unicredit hatte Probleme, an dringend benötigtes Geld zu kommen. Da auch andere europäische Banken demnächst am Kapitalmarkt an frisches Geld kommen wollen, macht das nicht gerade zuversichtlich, dass diese Aktionen erfolgreich verlaufen werden. Dazu passt auch die Meldung der EZB, die bekannt gab, dass die Einlagen der Banken dort auf ein Rekordniveau gestiegen sind. Leihgeschäfte untereinander finden immer seltener statt, ein untrügerisches Zeichen für Misstrauen. Das es nicht weiter nach unten ging, verdankt man der Wall Street, die am Ende der Handelssession noch ins Plus drehte - zumindest die bekannten Indizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100. Von dieser Schlussoffensive werden die europäischen Indizes zumindest vorbörslich profitieren können.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,89% |
| Dow Jones: | +0,17% |
| EuroStoxx50 | -1,67% |
| EUR/USD: | -0,15% |
| Gold: | +0,47% |
| Silber: | -1,62% |
| Öl (Sorte Brent): | +1,34% |
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Albert Karl (05.01. 2012 14:04 Uhr):
Das ist doch alles nichts Neues! Trotz sprundelnder Steuereinnahmen und noch gut laufender Konjunktur hat Deutschlands Schuldenberg einen neuen Rekordwert bei den öffentlichen Haushalte mit 2 Billionen erreicht. Im Vergleich zum Ende des zweiten Quartals stieg die Verschuldung um 10 Mrd. Euro oder um 0,5 Prozent. Diese Daten beziehen sich auf die Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern sowie Gemeinden und umfassen die Kreditmarktschulden und Kassenkredite. Aber nicht enthalten sind die Schulden der kommunalen Zweckverbände sowie der gesetzlichen Sozialversicherung. Wegen der bislang gut laufenden Konjunktur lagen die Steuereinnahmen von Bund und Ländern bis November mit gut 456 Mrd. Euro etwa 8,5 % über dem Niveau des Vorjahres; das reicht aber nicht, um die Staatsausgaben komplett zu decken. Der Bundeshaushalt sieht für 2012 eine Neuverschuldung von 26 Mrd. Euro vor, nach 20 Mrd. Euro im Jahr 2011. Es rächt sich eben, Steuergeschenke der FDP zu realisieren nur um ein paar Wählerstimmen mehr zu bekommen. Das Misstrauen bleibt, solange wir nicht von dem hohen Verschuldungsgrad herunterkommen!
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