Unterscheidung der wichtigsten Rohstoff-Indizes
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 12. Februar 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
in Anlehnung an den gestrigen Rohstoff-Daily möchte ich mich heute wieder einmal einer etwas fundamentaleren Thematik widmen: Den Besonderheiten und Unterschieden der wichtigsten Rohstoff-Indizes.
Rohstoffanlagen gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Sie mögen sich erinnern: gestern berichtete ich davon, wie stark gerade das Investitionsvolumen in Agrarrohstoffindizes gestiegen ist. Laut UBS verdoppelte es sich in der vergangenen Woche auf 1,5 Milliarden US-Dollar gegenüber der Vorwoche. Das gesamte Investitionsvolumen in Rohstoff-Indizes stieg laut Barclays Capital im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 175 Milliarden US-Dollar an.
Grund genug um sich mit den verschiedenen Möglichkeiten einer Partizipation an der Entwicklung eines Rohstoff-Index auseinanderzusetzen.
Grundsätzlich haben Sie, wie ich gestern schon erwähnte, die Wahl mittels eines Zertifikates auf einen der etablierten Indizes zu setzen oder einem Fonds der einen eigenen Index abbildet Vertrauen entgegen zu bringen. Daneben besteht grundsätzlich natürlich auch die Möglichkeit mit Turbo-Produkten oder Optionsscheinen einen spekulativeren Weg zu gehen.
Da ich im Rohstoff-Daily, wie Sie ja wissen, keine Empfehlungen abgeben darf, möchte ich Ihnen stattdessen ein grundlegendes Wissen zu den einzelnen etablierten Rohstoff-Indizes vermitteln.
Der RJ/CRB
Der RJ CRB (Reuters Jeffries/ Commodity Research Bureau) ist der älteste Rohstoffindex der Welt. Dieser Index besteht bereits seit dem Jahre 1957. Im Laufe der Jahrzehnte wurde er mehrfach umgestaltet. Im Mai 2005 gelang es endlich im Zuge der 10. Revision das Indexkonzept grundlegend zu ändern. Seither bezieht sich der Index pro Rohstoff auf einen nahe gelegenen Kontrakt, der dann bei Bedarf in den nächsten Kontrakt gerollt wird. Der Index umfasst 19 Rohstoff-Futures-Kontrakte. Trotz der Reform hat sich der Index das Vorrecht einer etwas komplizierteren Struktur bewahrt.Die Rohstoffe werden hier zunächst in vier Kategorien eingeteilt:
Kategorie I: Diese Kategorie heißt „Petroleum“ und enthält die Energierohstoffe US-Rohöl, Heizöl und unverbleites US-Benzin. Diese Gruppe erhält im Index die konstante Gewichtung von 33%.Die Gewichtung der drei Rohstoffe innerhalb ihrer Gruppe erfolgt nach dem Handelsvolumen. Daraus folgt, dass Rohöl die höchste Gewichtung innerhalb der Energierohstoffe einnimmt.
Kategorie II:Diese Kategorie heißt „hochliquide Rohstoffe“ und beinhaltet sieben verschiedene Rohstoffe. Jeder der sieben Rohstoffe erhält die feste Gewichtung von 6%. Zu dieser Gruppe werden unter anderem Gold und Kupfer hinzugezählt.
Kategorie III: Diese Kategorie trägt den Namen „liquide Rohstoffe“. Sie beinhaltet vier weitere Rohstoffe, die jeweils eine Gewichtung von 5% erhalten. Hierzu zählen auch Baumwolle und Kaffee.
Kategorie IV: Diese Kategorie wird als „Diversifikations-Rohstoffe“ bezeichnet. Sie umfasst fünf weitere Rohstoffe, die jeweils mit 1% in die Indexberechnung mit einfließen.Hierzu gehören Nickel und Chicago-Weizen.
Monatlich muss eine Umschichtung vorgenommen werden, damit die Gewichtung der einzelnen Rohstoffe im Index konstant bleibt. Das heißt, Rohstoffe mit Übergewichtung werden verkauft und solche die im Index untergewichtet sind werden hinzugekauft.
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