Unterschätzen Sie keine Verlustserien!
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 9. September 2009, 08:30 Uhr
nach der psychologischen Komponente, die wir uns gestern genauer angesehen haben, gilt es heute den Blick auf die Kontogröße zu werfen. Das Kriterium dabei ist das vorhandene Trading-Kapital ist und dessen Einsatz nach Kriterien des Geld- und Risikomanagements. Die Größe des Kapitals begrenzt auch die Möglichkeiten, welche Trading-Strategie angewandt oder welcher Anlagehorizont sinnvoll ist. Ein Mini-Konto von wenigen hundert Euro Risiko-Kapital schließt z.B. eine langfristig orientierte Buy-and-Hold-Strategie aus. Was hilft es, wenn sich wenige hundert Euro in einem Jahr verdoppelt oder halbiert haben? Mit ernsthaft betriebenen Trading hat dies jedenfalls nichts zu tun.
Bei kurzfristig agierenden Tradern richtet sich das maximale Risiko pro Trade häufig an der Kontogröße aus. Eine beliebte Vorgabe ist die „1%-Regel". Diese besagt, dass pro Trade 1% des Trading-Kontos riskiert wird. Rein theoretisch wird damit das Konto auf Null erst zurückgefahren, wenn der 100te Trade in Folge scheitert. Je nach Risikoneigung und Trading-Stil bewegen sich Daytrader im Bereich zwischen 0,5% und 2,5%. Verlust-Serien von 100 oder 40 (bei Risiko 2,5%) sind sicherlich übertrieben, doch 10 Verlust-Trades in Folge hat wohl schon jeder Trader, der sich über Jahre an den Börsen bewiesen hat, mitmachen müssen. Eine noch so gute Handelsvorbereitung und ein geschicktes Trade-Management kann einen hiervor nicht schützen.