Unternehmenszahlen hui, Arbeitsmarktdaten pfui
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 16. April 2010, 08:30 Uhr
gestern schien die Sonne nicht unentwegt an den Börsen. Es gab schließlich nicht nur gute Meldungen zu verdauen: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nehmen wieder zu und die Sorgen um die Griechenland-Krise nicht ab. Trotz vereinzelt auftretender Regenwolken gelang es aber den Aktienindizes sich gegen Ende der Handelssession wieder in die Gewinnzone vorzuarbeiten. Zu stark unterstützten die bisher veröffentlichten Quartalszahlen amerikanischer Unternehmen - Ausnahme Alcoa - die bullisch eingestellten Marktteilnehmer in ihrer Meinung. Auch der Philadelphia-Fed Index stieg überraschend deutlich an.
Nach den starken Zahlen des US-Konkurrenten UPS, die rund 5% zulegten, konnte sich die Deutsche Post-Aktie wie erwartet in der Gewinner-Liste festsetzen. Mit 3,9% Plus war sie der Tagessieger beim Dax. Nachbörslich gab Google seine starken Zahlen zum ersten Quartal bekannt. Die Analystenschätzungen, die bereits ambitioniert waren, wurden locker übertroffen. Pro Aktie wurde ein Gewinn von 6,76 Dollar erwirtschaftet, was 20 Cent über den Prognosen lag.
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): den Vorwärtsgang doch noch gefunden
Ich ahnte es schon gestern: Das wird nicht leicht! Doch ich war überrascht, dass trotz der guten Vorgaben zu Börsenbeginn gleich der Rückwärtsgang eingeschlagen wurde. Es dauerte bis zur Kurs-Marke bei 6.250 Punkten, bis endlich einmal der Vorwärtsgang gefunden wurde. Exakt diese Wendemarke hatte ich am Morgen auf der Agenda. So blieb mir ein verlustreicher Short-Einstieg erspart. Der deutsche Leitindex hatte ab diesem Zeitpunkt bis zum Rest des Handelstages die Bären verscheucht. Mit der Rückkehr über den Widerstand bei 6.265 Zählern ging ich long (zu 6.270). Als dann am Nachmittag die 6.300er-Marke und das Jahreshoch überwunden wurde, durfte ich schon von einem ansehnlichen Gewinn träumen, doch erwies sich die runde Kurs-Marke erneut als zu harte Nuss. Ich stellte die Position glatt (bei 6.292) und eröffnete kurz darauf eine Short-Position (bei 6.288). Doch kam keine Abwärtsdynamik auf, der Dax startete einen weiteren Angriff auf den Widerstand. Es war mittlerweile spät und die Bullen-Power weiter stark: Ich entschied mich, die Position bei 6.300 Punkten einzudecken.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 10 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Für ein neues Jahreshoch hat es gereicht, doch nachhaltig konnte die 6.300er-Marke noch nicht geknackt werden.
Freitag ist Short-Tag! Diesen Ausspruch habe ich schon lange nicht mehr geäußert. Griechenland-Sorgen und wenig überzeugende Kursverläufe der asiatischen Börsen drücken den Dax vorbörslich deutlich nach unten. Da helfen die Google-Zahlen - auch AMD legte gestern gute Zahlen auf den Tisch - nur wenig. Vom heutigen kleinen Verfallstag an der EUREX erwarte ich aber keine großen Beeinflussungen. Entscheidender sollte es sein, ob General Electric und die Bank of America mit ihren Quartalszahlen (12:30 Uhr und 13.00 Uhr) die Folge der positiven Überraschungen fortführen kann.
Die frühmorgendliche Hektik gebe ich mir jedenfalls nicht: Ich warte die offizielle Börseneröffnung und die ersten Handelsminuten ab. Erst wenn sich der Markt beruhigt hat oder aber sich mit Börsenstart die Hektik richtig um sich greift, spiele ich wieder mit.
Bei 6.250 Zählern endete gestern und vorgestern die Schwächephase des Dax. Nun kommt auch noch die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) als Unterstützung in Frage. Ein Bruch beider Unterstützungen hätte starkes Gewicht: Ich verkaufe daher den Dax, wenn dies eintrifft. Hält sich der deutsche Leitindex gehe ich jedoch long. Sollte ich bei 6.250 Punkten keinen Einstieg finden - auch wegen meiner vorbörslichen Zurückhaltung -, gehe ich erst long, sobald auch noch der Widerstand bei 6.265 Punkten genommen wird. Dann rechne ich mit einer Schließung der Eröffnungslücke, die sich heute ergeben wird. Bei 6.300 Punkten stelle ich mich dann genauso auf, wie an den Vortagen. Ein Scheitern führt zur Positionsschließung meines Long-Engagements und zu einem Short-Einstieg. Wird aber diesmal der massive Widerstandsbereich nachhaltig überwunden, geht die Reise gen Norden weiter. Die Trendlinie verläuft gegenwärtig etwa bei 6.240 Zählern. Diese Linie ist es auch, die das heutige Potenzial der Bullen begrenzt.
Zieht es den Dax jedoch unter die doppelte Unterstützung - 200er-Linie und 6.250 Punkte-Marke -, gehe ich short. Bei 6.200 Punkten wird es dann wieder interessant. Ich nehme dort Gewinne mit, wenn sich wieder der Wind drehen sollte. Endet hier offensichtlich die Abwärtsdynamik und deutet sich eine Gegenbewegung an, gehe ich long. Um dies festzustellen sehe ich mir beispielsweise den 5-Minuten-Chart an und versuche anhand der Kerzen, die viel aussagen können, die Stimmung der Marktteilnehmer einzuschätzen. Im Idealfall bildet sich dann z.B. ein Hammer aus (siehe Dienstag). Bleiben bei 6.200 Punkten aber die Bären am Drücker, bleibt die Short-Position natürlich im Markt. Bei 6.170 Punkten, vermutlich aber erst bei 6.140 Punkten, stehen die Chancen gut, dass die Bullen wieder gegenhalten können. Dies lässt mich aus der Short-Position aussteigen und long gehen - auch hier gilt: sehen Sie an den relevanten Kurs-Marken immer auch noch den Minuten- oder 5-Minuten-Chart an.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
Für Dax-Trades nutze ich ausschließlich den CFD auf den Dax. Diesen können Sie im CFX Trader via Kürzel DAX.I aufrufen.
Wichtige Information für CFX Broker-Kunden: Sie können den CFD auf den Dax (auch bei anderen Indizes) auch schon vor dem offiziellen Börsenstart handeln.
