Unsinnige Kriege
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 10. Dezember 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Was gibt es Neues aus der Finanzwelt?
Nun, der Dow wurde verkauft, Gold steigt weiter. Davon abgesehen gibt es nicht viel Neues. Den gleichen Betrug, die gleichen Tricks. Einige Gerüchte und Blödsinnigkeiten.
Die Regierung Obama lässt sich auf blödsinnige Kriege ein.
Es gibt den Krieg im Irak. Es gibt den Krieg in Afghanistan. Und dann gibt es noch den Krieg gegen die Krise.
Was den Krieg in Afghanistan anbelangt, weiß ich nicht einmal, wer da bekämpft wird. Einmal ist es Al Kaida, ein andermal sind es die Taliban. Und wenige Tage später sind es Aufständische.
Zuletzt hat sich ein General, der die Truppen der Sowjetunion in Afghanistan geführt hat, zu Obamas Strategie geäußert. Er sei diesen Weg schon gegangen sagte er, oder etwas von der Art. Das Problem ist nur, dass es sich um eine Sackgasse handelt.
Je mehr Truppen man nach Afghanistan schickt, desto höher sind die Opferzahlen
Mehr noch: Dutzende von Ländern haben im Laufe der Jahrhunderte versucht, die afghanischen Stämme zu unterwerfen - von Alexander I bis George Bush II. Sie alle sollten es bereuen. Sofern sie lange genug überlebt haben, um zu sehen, wie es ausging.
Aber mir geht es auf diesen Seiten um Geld und nicht um die Weltpolitik. Also ist der nicht gewinnbare Krieg, der mich am stärksten interessiert, der Krieg der Regierung gegen die Krise.
Ich möchte die Leser daran erinnern, dass die Vereinigten Staaten und ein großer Teil der Welt sich trotz derartiger Schlagzeilen immer noch in einer Krise befinden. D.h., dass ihnen eine lange Phase der Anpassungen bevorsteht... in der die Fehler und die Illusionen der vorhergehenden Blasenphase heraus gedrängt werden müssen. Auf Haushaltsniveau bedeutet das, dass man das Schuldenniveau senken muss. Wo die Schulden nicht mehr bezahlt werden können - wie z.B. bei den Hypotheken, die ganz einfach zu hoch sind, als dass man sie noch verwalten könnte - gibt es Kriminalität, Zahlungsunfähigkeit und Zwangsvollstreckungen.
Die Zahl der Zahnlungsverzüge auf Kreditkartenschulden ist im Oktober weiter gestiegen. Die Arbeitslosigkeit ist auch weiter gestiegen. Aber die meisten Menschen und die meisten Unternehmen befassen sich mit der Krise. Sie schränken sich ein, wenn es notwendig wird. Die Sparraten ziehen langsam an. Die Verbraucherausgaben brechen ein.
Während der Privatsektor noch tut, was er tun muss, tut der öffentliche Sektor, was er nicht tun sollte. Denn das ist nicht gesund. Die Regierungsvertreter bekämpfen die Korrektur mit jeder Waffe, die ihnen in den Sinn kommt. Normalerweise, wie vorherzusehen... kämpfen sie zur falschen Zeit aus den falschen Gründen in den falschen Kriegen.
Hyperniedrige Zinssätze halten vom Sparen ab - wenn Ersparnisse genau das sind, was die Haushalte brauchen.
Sie stützen die scheiternden Banken und die hirntoten Unternehmen - obwohl diese Unternehmen begraben werden sollten, so dass neue Unternehmen ihren Platz einnehmen können.
Sie leihen sich Billionen - obwohl das Geld im Privatsektor dringend benötigt wird, um die Fehler der Kapitalinvestitionen in der Blasenära zu korrigieren.
Und sie binden die zukünftigen Generationen an Schulden in Billionenhöhe
Obwohl die nächste Generation es auch so schon schwer genug haben wird, sich mit den eigenen Problemen zu befassen.
Aber das haben Sie sicher schon gewusst.
Neu daran ist nur, dass die Regierungsvertreter denken, dass sie den Krieg gegen die Krise gewonnen haben. Das Wall Street Journal sagt, dass sie ihre Waffen in die andere Richtung gewendet hätten. Die Zentralbank sei jetzt ein Blasenbekämpfer, berichtet das Journal. Und Tim Geithner sagt, das Ende seines Rettungsprogramms im Umfang von 700 Milliarden Dollar sei fast gekommen.
Können Sie sich das vorstellen, liebe Leser? Also ich nicht. Es ist nur ein weiterer dieser Unsinnskriege. Die Krise wird viele Jahre andauern, ehe sie sich wieder in Ordnung gebracht hat. Während dieser Zeit werden die Regierungsvertreter ungefähr genau das tun, was ihre japanischen Gegenstücke taten - sie werden Munition für Rettungen, Subventionen, Unsinn und Stimuli verschwenden. Sie werden bis zur letzten Patrone kämpfen. Und dann werden sie die Kanone füttern, pleite machen und aufgeben.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Wolfgang Scheid (10.12. 2009 09:50 Uhr):
Mein lieber Bill, das war ja heute mal wieder absolut überrragend, trotzdem verunsichern mich Ihre "Formschwankungen" ein wenig...
Antworten - Kommentar von Hartmut Fischer (10.12. 2009 09:52 Uhr):
Und wer wird das Knaonenfutter?
Antworten - Kommentar von Rolf Dieth (13.12. 2009 09:09 Uhr):
ich finde ihre realistische und sachbetonte Beurteilung der Weltlage hervorragend. kein einziger Staat am wenigsten die USA wollen der Wahrheit in die Augen schauen!
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