Unfähige Fondsmanager - Gebühren fließen trotzdem reichlich
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Fonds
vom 5. Mai 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Nochmal zum Thema Fondsindustrie (gestern ging es um den MSCI World Index)....
...da bin ich auf eine interessante Meldung gestoßen. Die Financial Times verweist auf einen unveröffentlichten Bericht des IBM Institute for Business Value.
Eckpunkt: Geschätzte 300 bis 400 Milliarden Dollar (zwischen 300.000.000.000 und 400.000.000.000) gehen derzeit weltweit in Form von Gebühren an Fonds, und zwar "long only" Fonds, welche es nicht schaffen, ihre Benchmark zu schlagen.
Ein "long only" Fonds ist einer, welcher nur von steigenden Kursen profitiert, ganz klassisch z.B. ein Aktienfonds. Ein Fonds hat eine "Benchmark", sprich Messlatte, an der seine Performance gemessen wird.
Wenn ein Fonds z.B. in deutsche Standardtitel (Aktien) investiert, dann ist eine passende Benchmark natürlich der DAX 30.
Gebühren für einen Fondsmanager zahlt man ja sogar gerne, wenn dieser es schafft, die Messlatte zu schlagen. Sprich: Besser abzuschneiden als der Vergleich.
Doch das schaffen die wenigsten. Die absolute Mehrheit der "long only" Fonds schafft es eben nicht, die Benchmark zu schlagen. Die Gebühren fließen trotzdem...und nicht zu knapp....wie gesagt: Geschätzte zwischen 300 und 400 Mrd. Dollar pro Jahr!
Bin ich der Einzige, der das Gefühl hat, es war nicht "unbedingt richtig", in der letzten Finanzkrise die gesamte Finanzbranche mit dem Geld der Steuerzahler komplett herauszuhauen?
*** Da gefallen mir ETFs besser. Da kann man direkt zu sehr geringen Gebühren auf eine "Benchmark" setzen, und man hat dann so ziemlich genau diese Performance der Benchmark. Kein Fondsmanager, der versucht, die Benchmark zu schlagen (und es doch nicht schafft) und dafür Gebühren bekommt.
*** Zum Thema Energiewende schrieb mir Trader´s Daily-Leser Franz B. diese Zeilen, welche ich sofort unterschreiben würde:
"Ich hoffe jedoch, dass mit dem Schwenk auf Erneuerbare Energien auch ein Schwenk zu dezentraler Energieerzeugung vollzogen wird. Das würde uns nicht nur vom Ausland, sondern auch von unseren Energiekonzernen unabhängiger machen. Diese Projekte wären eher klein bis mittelgroß und auch von anderen Marktteilnehmern finanzierbar."
"Die vier Oligopolisten werden natürlich versuchen, das mit Projekten wie Off-shore-Windanlagen, Desertec, großen Stromtrassen etc. zu verhindern und Ihre Einnahmen zu sichern. Der Status quo Oligopol und Abhängigkeit bliebe erhalten und nur wenige, die Unternehmen und Ihre Aktionäre, profitieren."
"Größer wäre der volkswirtschaftliche Nutzen und seine Verteilung bei der dezentralen Energieerzeugung. Was wir brauchen, sind viel mehr KWK-Anlagen in geeigneten Gebäuden und Betrieben, Solarthermie- und Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen in der Nähe der Verbraucher, Wasserkraftanlagen, Pumpenspeicher-Kraftwerke im Inland, Speicher in den Haushalten etc."
Mit sonnigen Grüßen!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hartmut Fischer (06.05. 2011 10:24 Uhr):
Dezentral so weit wie möglich, aber Photovoltaik zur quantitativen Energieerzeugung in unserem winter- und oft auch sommertrüben Land ist Schwachsinn und eine Ressourcenverschwendung ohne gleichen ! Schönes Gefühl nur für Öko-Gläubige und -Ideologen und natürlich für die einschlägigen Lobbyisten und Profiteure, die ihre Interessen hinter einer scheinbar ökologischen Ideologie verstecken ! Bezahlen tun das wir, die Verbraucher, mit überteuerten Strompreisen ! Hartmut Fischer!
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