Und wie ist das mit dem Bankkredit gelaufen?
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 6. Januar 2012, 16:00 Uhr
ENL5454
Verzeihen Sie mir die langatmige Einführung aber Börsianer und Investoren sollten wissen, dass eine Bank ihre Kredite nicht nach Gutsherrenart ausreichen darf wie sie will, sondern das es Gesetze gibt und insbesondere das Kreditwesengesetz (KWG) nach dem sich Institute richten müssen. Das KWG möchte ich Ihnen in einem Punkt etwas näher bringen. Damit komme ich auf einen Aspekt in der Wulff - Diskussion, der besonders geprüft werden muss und auch vom Prüfungsausschuss der LBBW am 13. Februar und am 23. Februar vom LBBW-Aufsichtsrat geprüft werden wird.
Nämlich die Frage: Hat es für den Bundespräsidenten Christian Wulff (unübliche) Sonderkonditionen gegeben?
Um Ihnen die Brisanz der juristischen Prüfung etwas näher zu bringen möchte ich Ihnen eine Passage aus dem Kreditwesengesetz (§ 15 Organkredite) kurz erläutern. Dieser Paragraph formuliert, dass Personen (auch deren Verwandte, Lebenspartner und Kinder) die aufgrund ihrer Beteiligungsverhältnisse oder weil sie als Entscheidungsträger (Organe) in der Bank arbeiten, nur dann einen Kredit bekommen wenn alle Geschäftsleiter dem einstimmig zustimmen und nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Aufsichtsrats zu marktüblichen Bedingungen gewährt werden darf.
Sie sehen jetzt wie ernst es der Gesetzgeber an dieser Stelle meint, wenn er bei Organen sogar die Lebensgefährten und Kinder mit einbezieht und eine Sonderbehandlung bei Kreditkonditionen explizit ausschließt. Juristen werden an dieser Stelle zu prüfen haben ob dieser Kredit, wegen der hohen Stellung die Christian Wulff als Bundespräsident inne hat, nicht vorher vom Aufsichtsrat hätte genehmigt werden müssen und ob die Kreditkonditionen wirklich marktgerecht waren.
Bundespräsident Wulff wurde in den Medien bereits vorverurteilt
Interessanterweise wurde unser Bundespräsident in den Medien bereits vorverurteilt obwohl es keine öffentlichen Aussagen zu den Kreditkonditionen gibt. Es heißt lediglich o,9 bis 2,1 Prozent Zinsen habe er mit der BW-Bank vereinbart aber die weiteren Parameter wie Zinsbindung, Agio oder Sicherheitsleistungen sind in der Öffentlichkeit nicht bekannt. Sollte der Prüfungsausschuss am 12. Februar Wulffs Angaben bestätigen wäre außer viel zerschlagendem Porzellan nichts übrig geblieben was diese Hatz auf seine Person rechtfertigen würde.
Fazit: Da sich die Medien wegen der Gier nach Einschaltquoten und Auflagenhöhe nicht darum kümmern ob sie mit ihrem Pseudojournalismus Existenzen vernichten und welche Menschen auf der Strecke bleiben hier mein Vorschlag an die Meinungsmacher: Hört auf mit Euren Familien christliche Feste zu feiern, wenn ihr selbst für Nächstenliebe und Gerechtigkeit nicht viel übrig habt.
Für Trader ist es wichtig die richtigen Schlüsse aus Nachrichten zu ziehen. Dazu müssen wir oft um die Ecke denken und dürfen uns nicht von den Medien instrumentalisieren lassen. Ich kenne viele aktive Trader die sich sehr stark in Förderprojekten von Kirche und Gesellschaft engagieren, aber es ist nicht immer das Geld was zählt, sondern es zählt auch das Wort und eine freundliche Geste um zu verhindern, dass Menschen abgewiesen oder vorverurteilt werden. Ich wünsche Ihnen mit klarem Blick für das Wesentliche viel Erfolg am Markt.
Ihr
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
Zum ersten Teil von: Bundespräsident Wulff und kritische Anmerkungen zum christlichen Festähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hinrichs (06.01. 2012 16:42 Uhr):
Sehr geehrter Herr Nowacki, Ihren Einlassungen zur Beurteilung des "Falles Wulff" kann ich nicht folgen. Denn es geht hierbei eben nicht, wie von Ihnen durchgehend polemisch kritisiert, um juristisches Fehlverhalten. Das, was dem BP völlig berechtigt vorzuwerfen ist, ist sein hochmütiger, durch Advokatenschläue geprägter Umgang mit der Wahrheit. Ob als MP in Niedersachsen oder jetzt als BP in Berlin, er führt die Öffentlichkeit an der Nase herum, wie eindeutig nachzulesen ist. Ich erspare mir die vielen offenkundigen Beispiele, sondern verweise hierzu nur auf die ganz unzumutbaren Einflussnahmen auf eine demokratische Institution, der Presse nämlich. Und selbst bei seinem letzten "Befreiuns-Interview" hat er erneut die Wahrheit gebogen, wie sich jetzt herausstellt. Wenn man sogar schon von seinen eigenen Parteifreunden als Witzfigur bezeichnet wird, muss man wohl schon selbst einiges falsch gemacht haben, oder? Wie Sie bei all dem auf Ihre grundsätzliche Einschätzung kommen, ist für mich nur schwer nachvollziehbar.
Antworten - Kommentar von Hoecker Wolfgang (06.01. 2012 17:09 Uhr):
Ich stimme Ihnen zu, wenn Sie sagen, dass Christian Wulff nichts Unrechtes oder gar gesetzwidriges getan hat und dass diese Hetzjagt der Medien in diesem Zusammenhang nicht zu rechtferrtigen ist. Nur hat Herr Wulff sich im Umgang mit den Behauptungen und den Medien vollkommen unprofessionell und dumm benommen. Anschließend den Medien noch persönlich zu drohen war ja die Krönung und zeugt von einem mangelnden Demokratie-Verständnis und von einem falschen Machtverständnis des Amtes. Das ist mit dem Amt des Bundespräsidenten nicht vereinbar und vollkommen unwürdig. Damit nicht genung hat er dann auch noch in dem ARD-ZDF-Interview wieder in dem Punkt seiner Nachricht auf dem Anrufbeantworter gelogen, mindestens jedoch unzulässig verharmlost. Wenn Herr Wulff fällt, dann nur weil er über seine eigenen Dummheit stolpert. So jemand, scheinbar Unfähiger, sollte nicht das würdige Amt des Bundespräsidenten vertreten. Es wären auch bei der Ausübung seiner Amtsgeschäfte künftig große Dummheiten zu befürchten. Ich war bisher auch für Herrn Wulff, inzwischen hat er aber die mögliche Toleranz überstrapaziert.
Antworten - Kommentar von Dirk Geiger (06.01. 2012 17:11 Uhr):
Ihre Auslegung von § 15 KWG erscheint mir recht willkürlich! Wo unter den 12 in diesem Paragrafen benannten Personenkreisen wollen Sie den Bundespräsidenten denn einordnen? M. E. paßt er da nirgendwo hinein und lediglich die hohe politische Position ist kein Kriterium, ihn als Organmitglied zu behandeln! Im übrigen ist es immer Sache der Bank, an wen und in welchem Umfang sie Sonderkonditionen gewährt. Das hat Außenstehende nicht zu interessieren! Im übrigen bin ich Ihrer Meinung, daß die in den Medien hochgepuschte Hetzkampagne endlich aufhören muß!
Antworten - Kommentar von Stark (06.01. 2012 17:53 Uhr):
Ich bin auch gegen die " Hatz " und kann die Berichte in den Medien nicht mehr hören.Aber Ihre Entschuldigung zur Sache und Person erkenne ich nicht an. Von einem Bundespräsidenten erwarte ich auch Moral und nicht nur, dass er nicht gegen Gestze verstößt. Warum sagt er nichts zu den Kreditkonditionen ? Warum brauch ich dazu eine Untersuchung ? Wenn schon, warum ist diese erst im Februar ? Das sollten SIE reklamieren und die " heiße Luft " könnte schnell heraus sein, falls ? Freunde darf man haben und auch kostenlos bei Ihnen Urlaub machen.Das ist es nicht, aber wachsweiche Entschuldigungen, für was eigentlich, sind absolut unklug und eines Bundespräsidenten nicht würdig.
Antworten - Kommentar von HST (06.01. 2012 19:19 Uhr):
Da die Zinsen nicht marktüblich sind, also viel zu niedrig, wurde von Herrn Wulff wieder seine Stellung ausgenutzt. Leider hat auch die Bank ihre eigenen Vorschriften mißachtet.
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- Kommentar von F Köhler (07.01. 2012 01:05 Uhr):
Hallo Herr Nowacki ich finde es gut, wenn jeder seine Meinung zum Fall Wulff sagen kann. Ich finde es aber absolut nicht gut, wenn Sie in Ihrem Brief auch noch überflüssigerweise auf christliche Werte hinweisen, so als ob Sie von Ihrer Argumentation bis dahin nicht so richtig überzeugt waren und Ihr Blick nach oben noch fehlte. Ich glaube, dass sich jeder Bürger aus den Medien seine Meinung bilden darf, (woher sonst) auch wenn sie vielleicht juristischer Betrachtung nicht standhält. Jedenfalls suggerieren Ihre Zeilen den Eindruck , dass es sich bei C.Wulff um eine untadelige Lichtgestalt handelt. Weihnachtsfest mit der Familie, Nächstenliebe und Gerechtigkeit sind heutzutage relative, vieldeutige Begriffe die hier in diesem Zusammenhang von Ihnen mißbraucht werden. Wollen Sie die moralischen Fehlleistungen eines Amtsträgers der Nächstenliebe opfern? Oder finden Sie es gerecht, wenn der "kleineMann" für Kredite 8% und mehr zahlen muß, nur weil er aus seiner gesellschaftlichen Position keinen Vorteil ziehen kann? Damit sind wir bei der sogenannten Vorbildfunktion. Sind Sie ein vorbildlicher Christ? Wissen Sie das Jesus Geldwechsler und Geschäftemacher aus dem Tempel geprügelt hat? Wie sagte er doch? "Wer mir folgen will, der muß.....usw.". Dann kamen Verhaltensforderungen. Eine davon war Besitzlosigkeit. Sind Sie in der Position, dass Sie mit dem erhobenen Zeigefinger argumentieren können? Wieviel christliche Wahrheit und Gerechtigkeit verkörpern Sie, wenn Sie mit ihrer Famlie das christliche Weihnachtsfest feiern? Das soll jetzt kein Vorwurf sein. Genau so fragwürdig ist Ihre pauschale Medienschelte. Klar schreiben da auch üble Zeitgenossen. Das müssen wir aber in einer Demokratie hinnehmen. Wann gab es eine größere Medienvielfalt als heute? Das Volk hat ein gutes Gespür für Vorteilsnahme im Amt, oder wenn die Freiheit der Berichterstattung in Gefahr ist, oder wenn verlogen, hinhaltend argumentiert und Fragen ausweichend oder gar nicht beantwortet werden, wo spontane Aufrichtigkeit und ehrliche Reue (christliche Werte) zu zeigen wären. Der Herr Wulff redet jetzt aber nur noch mit Hofberichterstattern. Er predigt Wasser und trinkt Wein. Wie Sie wissen gibt es bei uns die Politikverdrossenheit vieler Bürger. Sie wissen auch warum das so ist. Um so wichtiger wäre ein glaubwürdiger, integerer Bundespräsident. Dieser Präsident ist aufgrund seiner dubiosen politischen Vergangenheit eine klare , unglaublich teure Fehlbesetzung. Er wäre sicherlich gerne König geworden. Die heiligen 3 Könige waren aber hoffentlich aus anderem Holz geschnitzt! MfG
Antworten - Kommentar von Michael Schäfer (07.01. 2012 12:18 Uhr):
Sie sprechen mir aus der Seele. Leider sind Parteispendenaffäre und andere Exzesse wie sich die Parteien bereichern nicht das große THeam wenn man dafür die Chnce hat das Staatsoberhaupt ins Visier zu nehmen.
Antworten - Kommentar von Thomas (07.01. 2012 20:52 Uhr):
Wulff soll tel. Döpfner den Krieg erklärt haben. Wovon träumte er nur? In einer Mediendiktatur und wir leben in einer, ist der Bundespräsident doch jederzeit durch BILD austauschbar. Ich kann niemanden verstehen, der positiv über die Medien denkt. Sie zerstören mit Lug und Betrug das Land. Das Thema Wulff ist völlig unwichtig. Die Macht unkontrollierbarer und undemokratischer Medien ist sehr schlimm und wird unsere Zukunft zerstören.
Antworten - Kommentar von Kukuschinsky (09.01. 2012 11:47 Uhr):
Sehr geehrter Herr Nowacki, es ist mir rätselhaft, was Sie mit Ihrem Newsletter vermitteln wollen. So zwischen den Zeilen meine ich zu lesen:"Oh wie schlimm ist die böse Presse & juristisch gibt es ja nichts gegen Herrn Wulff...". Also ich sehe hier mittlerweile keine Hetz-Kampagne (evtl. war es eine am Anfang). In diesem Fall bin ich sogar mal froh, dass es die BILD gibt. Nicht alle Volksvertreter lassen sich anonyme Schecks über Hunderttausende von Euro auszahlen, nicht alle bedrohen Journalisten, lassen sich bei Flügen Upgraden, nicht alle müssen sich nach öffentlichen Entschuldigungsversuchen gleich mehrfach von Vertragspartnern korrigieren lassen. Deshalb ist die Kritik am Bundespräsidenten auch keine Kampagne... Dazu ist Ihr Pseudochristlicher Aufruf geradezu lächerlich bis komödiantisch...
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