Und noch ne Runde Vertrauen!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 2. März 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Leser A.Z. schreibt:
»Gerade das Griechen-Bashing angloamerikanischer Marktakteure steht in kuriosem Kontrast dazu, daß Amerikaner und Briten ein ebenso hohes laufendes Staatsdefizit von mehr als zehn Prozent haben - mit dem Unterschied, daß sie, anders als die Griechen, nicht einmal versuchen, das Defizit bald in die Nähe von drei Prozent zu bringen« (Financial Times Deutschland, 12.2.2010) Tja, was kann ich zum Abschluss sagen?! Ja, wir haben uns "selbst reingeritten" Frau Kraus - und wie es um unsere Reitkünste bestellt ist, können Sie sich selbst ein Urteil bilden - zum Beispiel, indem Sie Ihren nächsten Urlaub in Griechenland buchen, vorausgesetzt Sie können einen Sommerurlaub auf Mallorca entbehren - Bananen inclusive!
Herr Z. Vielen Dank!
:-) Ich muss gestehen, dass ich die Urlaubsinsel Mallorca bislang noch nicht betreten habe, ebenso wenig allerdings, wie Griechenland. Obschon ich gerne einmal Athens Kulturstätten einen Besuch abstatten würde - sofern bis zum Sommer nicht auch noch der Tourismus-Sektor streikt! ;-)
Spaß beiseite - Herr Z. natürlich haben Sie vollkommen Recht, den Financial Times-Kommentar an dieser Stelle zu zitieren. Denn Griechenlands Haushalt ist nicht der einzige, der sich in der Schieflage befindet! Nach offiziellen Zahlen beträgt das Haushaltsdefizit der USA in 2009 rund 9,9% vom Bruttoinlandsprodukt - das ist das höchste Niveau seit dem Zweiten Weltkrieg. Für 2010 ist ein Anstieg auf 10,6% vorgesehen. Die Briten erwarten für 2010 sogar ein Haushaltsdefizit in Höhe von rund 12,6% vom BIP. Da kommen wir Griechenland schon deutlich nahe! Und auch Eurozonens größte Volkswirtschaft Deutschland hat im vergangenen Jahr mit 3,3% vom BIP (laut Statistischem Bundesamt) die Schuldengrenze der EU überschritten.
Natürlich kann man sich angesichts dieser Zahlen fragen, warum die Rating-Agenturen die Briten und Amerikaner lediglich mit einer Verwarnung davon kommen lassen, andere dagegen rigoros abgestraft werden?! Allerdings frage ich mich in Bezug auf die Rating-Agenturen nicht mehr all zu viel - wenn Sie schon länger Rohstoff-Daily lesen, dann wissen Sie was ich von den Rating-Agenturen ganz allgemein halte. Unter uns: das ist auch nicht all zu viel!
Dennoch besteht ein signifikanter Unterschied zwischen der US-amerikanischen und der griechischen Volkswirtschaft! Die eine hat das Vertrauen, die andere nicht! Natürlich, wo wären die USA ohne die Asiaten, die ihnen - zwar nicht mehr ganz so fröhlich, aber immerhin - das Schulden machen gestatten?! Wie ich gestern schon schrieb: der Schuldner kann agieren, so lange der Gläubiger sein Vertrauen in den Schuldner nicht verliert. Für Griechenland wird es also allerhöchste Eisenbahn etwas gegen den Vertrauensverlust zu unternehmen.
So long liebe Leser...mein Vertrauen ruht im Übrigen nach wie vor auf Asien...vielleicht mit ein Grund dafür, dass es mich zumeist auch urlaubstechnisch in asiatische Gefilde zieht....;-))....bis morgen und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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