Und noch immer beißt der Mann den Hund – Teil 1 von 2
Christopher Corbett in Traders Daily
vom 26. Juni 2007 12:00 Uhr
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Ich bin froh, dass ich in der letzten Woche sehen konnte, wie das Monster von Loch Ness seinen Kopf wieder hebt – wie es im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf hebt. Es war einfach schon so lange her. Willkommen zurück, Nessie.
Eine der freundlichsten Konstanten in unserer traurigen und gramgebeugten Welt ist, dass wir ganz egal wie weit wir gekommen sind, immer noch im Grunde genommen ein primitives Volk bleiben, das jederzeit bereit ist, Dinge zu glauben, die für einen mittelalterlichen Kleinbauern oder einen durchschnittlichen Volksschüler vollständig akzeptabel gewesen wären.
Die gleichen eifrigen Köpfe, die sich an den Kreationismus halten und die sich an den Glauben klammern, dass Johanniskraut oder eine verwandte Pflanze Krebs heilen können, klammern sich auch an den wahnsinnigen Glauben, dass Monster einem in der Tiefe auflauern, dass es wirklich Dinge gibt, die in der Nacht klopfen oder dass es irgendwo noch Drachen gibt.
Ich denke nicht, dass es schwer ist, das zu erklären. Zwei Sachen passieren hier zur gleichen Zeit.
Zum einen ist der Mensch ein einfacher Geist. Nichts von dem, was sich im vergangenen Jahrhundert zugetragen hat – Luftverkehr, Antibiotika, Weltraumfahrt oder das Internet – kann daran etwas ändern. Diese Dinge sind nicht nur Unfälle (Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien) sondern die naheliegenden, über die Zeit bewährten Ablenkungen, denen sich der Mensch zuwendet, wenn er es mit echten Problemen zu tun bekommt. Es ist eine Frage von Flieh-oder-Kämpf.
Wenn der Mensch echten Gefahren oder Sorgen gegenüber steht, dann entschließt er sich dazu, dass der Mann den Hund beißt. Warum soll man sich Gedanken über die Klimaerwärmung machen (bei der es sich doch mit Sicherheit nur um eine Falschmeldung handeln kann) oder um Hungersnöte (noch mehr von dem Unsinn) oder um Nordkorea, wenn man sich gleichzeitig damit auseinandersetzen könnte, ob die Brüste von Jessica Simpson echt sind oder nicht.
Sollten Brad und Angelina noch ein Baby adoptieren?
Ist Lindsay Lohan am Ende?
Hatte das Kind von Tom Cruise und Katie Holmes Hörner?
Warum sollte man sich noch die Mühe machen eine gute Zeitung zu lesen, wenn man sich diesen Unsinn im Fernsehen ansehen kann? Reich mir mal die Käsechips herüber! Das meiste, was als Nachrichten durchgeht, entspricht Käsechips. Es ist Junk Food.
Jede Website, die Nachrichtenbeiträge verfolgt, ganz egal ob gedruckt, im Fernsehen oder im Internet, zeigt immer, dass der interessierte Kopf, ganz egal was in der großen Welt vor sich geht, über solchen Unsinn Bescheid wissen will. Das ist leicht zu verstehen.