Und los geht's!

Alexander Hahn in Value Daily
vom


 

herzlich willkommen an Board des Value Daily, dessen allererste Ausgabe Sie heute in Ihrem Postfach vor sich haben. Ich freue mich sehr, dass Sie dabei sind!

Der ein oder andere von Ihnen kennt mich ja noch von früher, als ich als Chefredakteur des Newsletters Investoren Wissen bereits für den Verlag schrieb. Rund 18 Monate sind seitdem vergangen, in denen sich viel an den Märkten getan hat. Ich möchte daher auch ohne große Umwege direkt in die heutige Ausgabe einsteigen. Diese hat weitgehend einführenden Charakter in das, was Sie bei Value Daily erwartet. Ab Freitag wird es dann deutlich konkreter.


 

Das "große Bild" an den Märkten: Eine Bestandsaufnahme

Bereits am 1. Oktober 2008 warnte ich in meinem Artikel "Der Weg zur Knechtschaft" (damals in Investoren Wissen) davor, dass wir Staatspleiten und Währungskrisen sehen würden, wenn die Politik ernsthaft beginnt mit "Rettungspaketen" um sich zu werfen. Anlass meiner Kritik war damals die Verabschiedung des ersten Stimulus-Pakets im amerikanischen Kongress. Der Grundton der weltweiten Masse (auch der vieler Leser) damals war jedoch, dass diese Pakete "nötig" und alternativlos seien in der Situation. Außerdem sei dies ja auch kein Dauerzustand. Der Moral Hazard hingegen wurde damals von der Masse scheinbar problemlos in Kauf genommen.

Doch jetzt rächt es sich. Denn in der Tat erwies sich meine zur Vorsicht mahnende, sehr deutliche Einschätzung leider als richtig. Um genau zu sein, sie wurde sogar übertroffen. Kaum hätte ich mir damals denken lassen, dass wir vier Jahre später schon mit derart gefährlichen Konstrukten wie etwa dem ESM konfrontiert würden.

Doch wo stehen wir heute genau? Wie steht es um die Märkte? Wo sollten Sie investieren und wo nicht? Woran erkennen Sie in der heutigen Situation überhaupt noch ein gutes Investment? Wer will Ihnen beim Investieren einen Strich durch die Rechnung machen bzw. Ihr Geld stehlen und wo lauern sonstige Fallen?

Diese sind nur einige der Fragen, die ich in den nächsten Wochen und Monaten mit Ihnen Stück für Stück klären möchte.

Um dies jedoch sinnvoll durchzuführen, ist es notwendig, dass wir uns zunächst einmal über ein paar Grundüberlegungen sowie über Werkzeuge unterhalten, welche ich einsetze, um die Märkte bzw. verschiedene Investments systematisch zu durchleuchten.

 

Investieren vs. Traden: Zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen

Bereits in Benjamin Grahams "The Intelligent Investor" (übrigens nach wie vor einer der vielen Klassiker im Value-Investment Bereich) findet sich der folgende Satz:

An investment operation is one which, upon thorough analysis promises safety of principal and an adequate return. Operations not meeting this requirement are speculative.

[deutsch etwa: "Eine Investmentoperation ist eine Handlung, welche nach genauer Analyse die Sicherheit des eingesetzten Kapitals und eine angemessene Rendite verspricht. Handlungen, welche diese Voraussetzungen nicht erfüllen, sind spekulativ."]

Dem ist natürlich hinzuzufügen, dass sich Analyse hier nicht auf technische Analyse bezieht sondern viel mehr auf eine genaue Analyse der Unternehmensdaten bzw. der Daten des Wertes, der für ein potentielles Investment in Frage kommt. Dies müssen natürlich nicht zwangsläufig Aktien sein, sondern unter die oben genannte Definition fallen auch andere Werte wie etwa Anleihen oder Rohstoffe.

Trading hingegen, wie es von vielen Charttechnikern betrieben wird, fällt nach der obigen Definition in den spekulativen Bereich.

Dennoch bedeutet das nicht, dass ein Investment nicht frei von einer, wie Graham es nennt, spekulativen Komponente ist. Dies müsse der Investor laut Graham aushalten. Im täglichen Börsenleben bedeutet das nichts anderes, als dass Sie als Investor oftmals sehen werden, dass Ihre Werte (eben dank Spekulanten bzw. massenpsychologischer Gesamtmarktphänomene) gegen die fundamentalen Daten in eine Richtung laufen, die eigentlich nicht sein dürfte. Das mag für den Investor manchmal ärgerlich sein und viel Geduld erfordern, aber letztlich sind es auch genau solche Momente, welche die Schnäppchenjagd an den Märkten für Sie als Investor oftmals überhaupt erst ermöglichen (die Goldpreisdrückungen in den letzten Jahren waren hierfür nicht selten gute Beispiele). Während viele Anleger in solchen Situationen verzweifeln, agiert der gute Investor mit Sicherheit und ruhiger Hand, denn er weiß, dass an den Märkten ein eisernes Gesetz gilt:

Langfristig folgt der Kurs eines Unternehmenes bzw. Investments stets seinen fundamentalen Daten!

Und genau das ist einer der wichtigen Grundsätze für einen Value-Ansatz, den ich hier im Daily anwenden werde. Zwar werden auch aus Optimierungsgründen ein paar kleine Timing-Elemente genutzt werden, jedoch überwiegt ganz deutlich das fundamentale Bild in der Entscheidungsfindung.

Damit dies auch zum Erfolg führt, ist natürlich die Voraussetzung, dass die eigene Analyse einer Situation korrekt und sicher ist, ein Muss. Und genau um die hierfür nötigen Werkzeuge soll es in der heutigen sowie in den nächsten Ausgaben des Value Daily zunächst einmal gehen.

 


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Kommentar von Hartmut Fischer

Hallo, Herr Hahn, Ich freue mich sehr, dass Sie wieder zurück sind nach einer hoffensichtlich produktiven und kreativen Auszeit und sich auf ein Gebiet begeben, das im Gegensatz zum reinen (Options-) Trading völlig auf meiner Linie liegt - mit zusätzlichem Traden von (Teil-)tranchen nach Markt- und Charteinschätzung. Gerne lese ich auch wieder eine weitere und an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassende Stimme eines der Wahrhaftigkeit verpflichteten Autors im Gegensatz zu der unsäglichen Welt aus Betrug und vorsätzlicher Täuschung der Bevölkerung der "normalen" Finanzwelt und Politik, namentlich unserer angeblich so analysestarken Kanzlerin, die aber sogar als Physikerin auch nach der x-ten vergeblichen "Rettungsgarantie" immer noch nicht von ihrem Wahn lassen will und eher wie ein borniertes Huhn handelt. Ganz zu schweigen von ihrem ebenso Euro-totalitären Adlatus Schäuble. Herzlichst Hartmut Fischer

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