Unberechtigte Inflationsangst!
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 15. März 2005 12:00 Uhr
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Nun, jetzt hilft auch Japan mit, dass die Anti-Dollar-Positionierung von Warren Buffett Gewinne einbringt. Sie haben es sicher mitbekommen, dass der japanische Premierminister Junichiro Koizumi sagte, dass sein Land "im Allgemeinen" darüber nachdenken sollte, seine Devisenreserven zu diversifizieren. Der Dollar fiel umgehend gegenüber Euro und Yen.
Wenn meine Prognosen richtig sind, dann werden die letzten 6 bis 8 Cents, die der Dollar gegenüber dem Euro dieses Jahr noch verlieren kann, Japan zwischen 32 und 48 Milliarden Dollar kosten. In Form von Buchverlusten. Wie gesagt, in Form von Buchverlusten; wenn sie mit der Liquidation ihrer Dollarpositionen beginnen, dann werden sie wirkliche Verluste hinnehmen müssen.
Für den Moment allerdings scheint dieses Gerede nur dazu zu dienen, dass Leute wie Buffett Gewinne durch den Dollarverfall abschöpfen können.
*** Die starken wirtschaftlichen News aus den USA haben zu einem weiteren Pawlowschen Effekt geführt: Plötzlich wurde eine Korrektur am US-Aktienmarkt mit "Inflationsangst" begründet. Was die "Angst vor Winterwetter", die die Ölpreise nach oben gepusht hat, ersetzt hat. Wenn man sich allerdings das Gesamtbild ansieht, dann ist man vielleicht nicht mehr ganz so sicher, dass eine deutliche Inflation unmittelbar bevorsteht.
Denn wir sehen, dass sich der harte weltweite Wettbewerb eher noch verstärkt als entspannt. So sind z.B. einige Importbeschränkungen für chinesische Textilien vor kurzem weggefallen. Diese Importbeschränkungen fielen zum 31.12. weg, und jetzt gibt es die Daten für Januar. Und es sieht nicht gut aus für Länder wie Bangladesh, die mit den chinesischen Textilimporten nicht mithalten können: Die Textilexporte von Bangladesh sackten im Januar um 21,34 % gegenüber dem Vorjahreswert ab. Dabei sind Textilien für 85 % der gesamten Exporte von Bangladesh verantwortlich.
Ein ähnliches Schrumpfen wird für die Textil-Industrien von Thailand, Kambodscha, Vietnam und Malaysia erwartet. Diese Länder haben eine harte Wahl: Entweder schließen sie ihre Textilindustrie, oder sie machen den Preiswettkampf Chinas und Indiens mit.
Wie sie sich auch entscheiden: Die inflationäre Kraft wird dadurch kurz- bis mittelfristig im Zaum gehalten werden.
*** Ein Bereich, in dem es definitiv Wachstum gibt, sind die amerikanischen Werbeausgaben.
Die US-Präsidentenwahl und die Sommer-Olympiade haben mitgeholfen, dass die Werbeausgaben in den USA im letzten Jahr stiegen. Die gesamten Werbeausgaben erreichten 141,1 Milliarden Dollar.
TNS Media Intelligence berichtet, dass 16 von 17 Sub-Sektoren im letzten Jahr Zuwächse verzeichnen konnten. Der größte Gewinner: Online-Werbeausgaben, die einen Zuwachs von 20 % verzeichneten.
Nach Unternehmen aufgeschlüsselt: General Motors erhöhte seine Werbeausgaben um massive 17,5 %, auf 2,8 Milliarden Dollar. Und Procter & Gamble kam auf den absolut höchsten Betrag, nämlich 2,9 Milliarden Dollar (+7,4 %).