"Unangemessene" Mehrbelastungen
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 9. August 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
wer hätte das gedacht?
Eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens GfK ergab kürzlich, dass 90% der Deutschen, höhere Steuern ablehnen und als "unangemessen" betrachten.
Kann man dem deutschen Michel sonst doch höhere Steuern mit allen möglichen, mindestens fragwürdigen Gründen verkaufen (z.B. hochgefährliches Armageddon-"Todesgas" CO2), scheint hier die massenmediale "Überzeugungsarbeit" bisher noch ins Leere gelaufen zu sein. Nach den diversen "Bailouts" für sogenannte "systemrelevante" Geldhäuser, hat der Michel durchaus verstanden, dass er nicht systemrelevant ist, sondern eben nur dann, wenn es darum geht, für den Bankerbonus zu zahlen, sei es als direkte Hilfe an eine Bank oder über Dinge wie den "Griechenland-Bailout". Es fehlt somit die Legimitation für weitere Steuererhöhungen in der breiten Bevölkerung.
Gelingt es den Medien nicht, durch konzentrierte Propaganda der kritischen Masse an Steuerzahlern wieder einmal den Kopf gründlich zu waschen (in diesem Fall wohl ausnahmsweise eher unwahrscheinlich), wird es angesichts einer 90%-igen Ablehnung bald eine zunehmende Zahl von Politopportunisten geben, die sich diese für sich nützlich machen wollen.
Laut dem oben verlinkten Artikel hat diese Ablehnung auch bereits ersten Anklang bei manch einem Politiker gefunden. Guido Westerwelle etwa bemüht sich bereits, sich entsprechend beim Wählervolk einzuschmeicheln, indem er wieder von sich gibt, er wolle besonders den Mittelstand entlasten.
Dass es sich hierbei wieder nur um leeres Gerede zum Rattenfang handelt, muss angesichts der staatlichen Haushaltslage sicher nicht erwähnt werden.
Doch lässt man einmal die rein politischen Betrachtungen beiseite, so ergibt sich eine viel wichtigere Konsequenz aus einer derart breiten Ablehnungshaltung.
Wenn offene Steuern nicht mehr akzeptiert werden, greift man zu verdeckten, denn die Rechnungen müssen trotzdem bezahlt werden...
Wir steuern bekanntlich immer mehr darauf zu, dass die Kostenbelastungen für den Staat immer weiter steigen (Sozialsystem, Schuldendienst und vieles mehr). Gleichzeitig hat man mit Geschenken an die Damen und Herren der Finanzlobby und zahlreichen Entscheidungen gegen das eigene Wahlvolk (z.B. Bruch der EU-Verträge durch Dinge wie die Griechenland-Hilfen) eine Legitimation für weitere Steuererhöhungen immer weiter verspielt.
Die Gefahr, dass in solchen Situationen die Politik zu verdeckten Steuern, wie etwa der Inflation, greift, wächst damit natürlich ungemein. Offiziell würde man solch etwas natürlich nicht zugeben und in den diversen Preisindizes, die ja jetzt schon entsprechend "massiert" werden, dürfte sich dies auch nur zu einem kleinen Bruchteil niederschlagen.
Hinter den Kulissen dürfte die Druckerei aber vor solch einem Hintergrund weiter ansteigen.
Eine Grundabsicherung mit physischen Edelmetallen im eigenen Besitz (kein "Papiegold") ist daher aus meiner Sicht nach wie vor dringend empfehlenswert.
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Max Bauernfeind (09.08. 2010 22:51 Uhr):
Lieber Herr Hahn, in Ihrem Verlag weiß wohl der eine Redakteur nicht, was der andere schreibt, oder will man für jeden etwas bieten, für den Goldliebhaber und den Goldgegner? Am 8.8.10 verschickt der Verlag eine Werbung für den Turnaroundbrief mit dem Titel: "Tappen Sie jetzt nicht in die Goldfalle und beweist an Hand von Zahlen und Kurven, dass nur Aktien das Vermögen retten. Sie predigen seit Monaten das Evangelium vom physischen Gold. Wo sitzt denn nun der falsche Prophet? Vielleicht hat ein Kollege eine zuverlässige Glaskugel im Büro? Mit den besten Grüßen M. Bauernfeind
Antworten- Antwort von Alexander Hahn (10.08. 2010 18:38 Uhr):
Guten Tag Herr Bauernfeind, herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Beim Investor Verlag gibt es keine einheitliche Hausmeinung, sondern es steht jedem Redakteur frei, die Ergebnisse seiner Marktbetrachtungen entsprechend zu kommunizieren. Mit anderen Worten: Ich kenne die Nachricht, die Sie ansprechen. Deren Inhalt teile ich jedoch nicht. Bei solchen Dingen kann ich aber nur für mich sprechen. Auf die Verlagswerbung habe ich als Autor keinen entscheidenden Einfluss. Diese Kompetenz liegt entsprechend beim Verlag. Auch sehe ich physisches Gold nicht als Heilsbotschaft, sondern als wichtige Versicherung. Zu deren Notwendigkeit gelange ich auch nicht durch das Studium alter, von vielen als heilig betrachteter Bücher, sondern durch Zahlen und Notenbankpolitik. Ich selbst verfüge über keine Glaskugel (wie schon öfters betont), sondern versuche nur aus dem Datenmaterial, was die Märkte hergeben, die wahrscheinlichsten Szenarien zu prognostizieren. Und hier kann ich es drehen und wenden, wie ich möchte: Ohne eine Grundsicherung an physischen Edelmetallen wollte ich als Anleger nicht die nächsten Jahre am Markt verbringen. Herzliche Grüße Alexander Hahn
- Antwort von Alexander Hahn (10.08. 2010 18:38 Uhr):
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