Umschichtungen
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 9. August 2011, 08:30 Uhr
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in einem Marktbericht von heute früh lese ich Folgendes: „Die Abstufung des Kredit-Ratings der USA durch Standard & Poor's (S&P) hat zu Wochenbeginn für einen Kurseinbruch an Wall Street gesorgt... Anleger hätten massiv in US-Anleihen und Gold umgeschichtet, die deutlich zulegten. Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen fiel auf den niedrigsten Stand seit Januar 2009." Wurden nicht genau diese US-Anleihen abgestuft, in die die Anleger jetzt so emsig umschichten? Hat die Wall Street nicht Angst davor, dass die Zinsen dieser Anleihen aufgrund der Abstufung steigen? Bemerken Sie den Schwachsinn hinter dieser Argumentation?
Über die Gründe für einen weiteren Crash-Tag zu spekulieren, ist ohnehin reine Zeitverschwendung. Es handelt sich um massenpsychologische Phänomene, die sich eine zeitlang selbst nähren. Trends werden gebrochen, Verkaufssignale ausgelöst, die weitere Verkäufe nach sich ziehen, Schnäppchenjäger werden ausgestoppt usw. Momentan sind charttechnische Unterstützungen eher „Schmuck" als verlässliche Haltezonen. Und fundamentale Ansichten völlig nutzlos, die ja von einem vernunftbegabten Menschen ausgehen (der an der Börse ohnehin Seltenheitswert hat).
Ich bin heute heilfroh, dass ich nicht wie viele andere Börsendienste krampfhaft an geliebten Aktienpositionen festgehalten habe, sondern meinen Lesern rechtzeitig vor dem großen Sell-Off den Verkauf aller Aktienpositionen empfohlen habe. Unsere Flexibilität hat uns gerettet und wir müssen jetzt nicht wie viele andere Anleger zittern. Außerdem haben wir bereits Anfang Juli mit einem Reverse- sowie einem Korridor-Schein auf den DAX frühzeitig auf fallende bzw. bestenfalls seitwärts laufende Kurse gesetzt. Was zunächst lediglich als Depotabsicherung für einen längeren Zeitraum gedacht war, brachte in dieser Ausnahmesituation außerordentlich schnell Gewinne. Und deshalb stehen wir in diesem Jahr auch mit Gewinn da, während der DAX ca. 15 Prozent Minus verkraften muss. Viele Depots sehen regelrecht zerbombt aus, wir lehnen uns dagegen entspannt zurück. In den nächsten Monaten wird unser Vorsprung zum DAX noch wesentlich drastischer ausfallen. Der Bärenmarkt hat gerade erst begonnen. Es wird mein dritter sein.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Albert Karl (09.08. 2011 10:24 Uhr):
Sehr geehrter Herr Voigt! Wenn Sie Ihren Lesern den Verkauf von Aktien beim Stand von ca. 7.300 Zählern geraten haben, dann wäre dies aus meiner Sicht i.O gewesen, nicht aber, wenn der Stand beispielsweise bei 6.500 gewesen wäre. Die Formel "Steigt Butter, steigt Käse" gilt offensichtlich nicht mehr. Der Grund für diese neue Situation ist meiner Meinung der, dass unglaublich viel Anlage suchendes Geld im Umlauf ist. Völlig egal, ob die Anleger gerade in Sektlaune sind oder die Welt untergehen sehen, irgendwie und irgendwo müssen ja die enormen liquiden Mittel angelegt werden. Man kann sich gut vorstellen, was passiert, wenn die Anleger-Stimmung wieder steigt und die Kurse wieder Fahrt aufnehmen. Von der Stimmungsaufheiterung bis zur Euphorie und schließlich zur Hysterie ist es dann nicht mehr weit. Wir doch aus Erfahrung, dass nichts mehr zur Kauflaune von Anlegern beiträgt als steigende Kurse. Eine Aktien-Hausse in vollem Gang ist stets das stärkste Kaufargument. Dieses stärkste Kaufargument fehlt zur Zeit noch (wg. der Europa-Schuldenproblematik und der Bewertung der USA mit AA von S&P), da die Kurse momentan ins Bodenlose gefallen sind. Gruß, A.K
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