Umsatzwarnung
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 30. August 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
der Freitag brachte keine große Überraschung beim US-Wachstum. Wie erwartet war die erste Schätzung vor wenigen Wochen mit +2,4 Prozent zu optimistisch ausgefallen und musste nun auf +1,6 Prozent eingedampft werden. Da die Märkte aber Schlimmeres (+1,3 Prozent) erwartet hatten, war die Nachricht sogar leicht kurstreibend. Auf die endgültigen Zahlen in ein paar Wochen bin ich dennoch gespannt, vor allem im Hinblick auf eventuell weiteren Revisionsbedarf.
Auch die Rede von US-Notenbankchef Bernanke enthielt keine Überraschungen. Die US-Notenbank sei bereit, falls erforderlich zusätzliche unkonventionelle Maßnahmen zur Stützung der Konjunkturerholung zu ergreifen. Allerdings habe man sich bisher noch nicht darauf geeinigt, was derartige Maßnahmen auslösen würde. Er erwarte, dass die Wirtschaft im zweiten Halbjahr weiter expandieren werde, wenn auch in moderatem Tempo. Beobachter hatten angesichts der zuletzt schwachen US-Konjunkturdaten spekuliert, Bernanke könne weitere Wertpapierkäufe der Fed ankündigen. Der lässt es indessen ruhig angehen.
Die überraschende Umsatzwarnung von Intel schockte dagegen kurzfristig den Markt. In der Umsatzprognose für das dritte Quartal wurden statt der erwarteten 11,2 bis zwölf Milliarden US-Dollar nur noch rund elf Milliarden US-Dollar an Erlösen in Aussicht gestellt. Begründung: schwächere Nachfrage. So langsam scheint sich die Konjunkturabkühlung auch auf die (amerikanischen) Unternehmenszahlen auszuwirken und dabei auf die zyklischsten Branchen zuerst. Und das sind unter anderem Halbleitertitel wie Intel.
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