Umsätze haben zwei Seiten
Axel Retz in DAX Daily
vom 05. Februar 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Gleich zum Wochenstart kann ich Ihnen zwei gute Nachricht vermelden: Herr B. hat wieder einen Job, wie ich am Samstag erfuhr! Und: Der Dax ist aus seinem März 2003-Aufwärtstrendkanal nach oben ausgebrochen.
Realistisch betrachtet, muss bei beidem die Frage gestellt werden dürfen: Für wie lange?
Was den Dax betrifft: Sein Ausbruch erfolgte trotz fehlender Begleitung durch den S&P 500 und den Nasdaq 100. Das heißt: Ziehen diese beiden Indizes nicht nach, wird der Dax (als der „Abhängige" dieser drei) sein Vorpreschen wieder korrigieren müssen.
Was sich damit hier stellt, ist die klassische Frage nach einer „Bullenfalle". Der Ausbruch aus einem fast vier Jahre währenden Aufwärtstrendband ist aus charttechnischer Sicht seltener als schwarze Trüffel. Im Gegensatz zu einer Bullenfalle, bei der die Kurse kurz über eine wichtige charttechnische Entscheidungslinie greifen, dann aber sofort wieder unter die abtauchen.
Ob das so kommt, muss abgewartet werden. Denn wenn die Anleger wie wild kaufen, dann?
Ja dann? Sehen wie uns die Umsätze der vergangenen Woche im Dax einmal an: Sie lagen so hoch wie niemals zuvor in der Geschichte dieses Index. Tatsächlich kaufen die Anleger wie wild. Aber:
Jeder einzelnen Aktie, die ein Käufer erwirbt, steht ein Verkäufer gegenüber, die sie loswerden möchte. Richtig ist also: Die Anleger, die in der Rallye bis jetzt noch nicht gekauft haben, steigen ein. Und die, die in der Rallye bis jetzt noch nicht verkauft haben, steigen aus.
Und wer Ihnen von dieser Story nun die eine Seite präsentiert, wird dafür vermutlich seine Gründe haben …