Umfrage unter 54 Volkswirten
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 07. Juli 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Das Wall Street Journal hat 54 Volkswirte untersucht, um die herrschende Meinung unter ihnen herauszufinden. Die Zeitung sollte dafür einen Preis bekommen. Denn können Sie sich etwas Langweiligeres vorstellen, als sich mehr als 4 Dutzend der weltweit wichtigtuerischsten, langweiligsten und ahnungslosesten Leute anzuhören? Fast jeder von ihnen sagte das, was der vorherige gesagt hatte, ... einerseits, andererseits ... auf der einen Hand, auf der anderen Hand ...
Laut dem Wall Street Journal gab nicht ein einziger von ihnen eine ehrliche Antwort ... die sich ungefähr so hätte anhören müssen:
"Woher zum Teufel soll ich das wissen?"
Stattdessen sagten sie fast alle das, was die herrschende Meinung zu sein scheint – dass die Dinge sich verbessern und dass das zweite Halbjahr besser sein wird als das erste.
Ob sich die Dinge verbessern oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber ich sehe es als ein schlechtes Zeichen, dass die Volkswirte sich darüber so einig sind ... und dass die Kleinanleger noch fast nie so bullisch gestimmt waren wie derzeit ... und dass die Unternehmensinsider derzeit sehr signifikant Aktien verkaufen.
Ich sehe es auch als schlechtes Zeichen, dass die Renditen am US-Anleihenmarkt einen Boden gefunden haben könnten. Die Fed hat zwar die Leitzinsen gesenkt – aber die Renditen sind seitdem gestiegen. Der Zinssatz für eine 30jährige Hypothek ist auf 5,11 % gestiegen. Und auch in Japan sind die Anleihenkurse gefallen, dort sind die Renditen auf den höchsten Stand seit 4 Jahren gestiegen (was allerdings immer noch nicht hoch ist). Wenn die Refinanzierungsblase platzt – dann Gute Nacht.
Clevere Investoren könnten sich diese einmalig niedrigen Zinsen langfristig sichern – z.B. durch Hypotheken mit Festzins. Weniger clevere Leute leihen sich weiterhin so gedankenlos Geld, als ob sie es niemals zurückzahlen müssten.