Ulla Schmidt: Ende einer Dienstfahrt?
Tom Firley in Investors Daily Update
vom 18. August 2009, 10:30 Uhr
sicherlich haben Sie es mitbekommen: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wird derzeit angeprangert, Ihren Dienstwagen für Urlaubsfahrten genutzt zu haben.
Hm, ich selbst benötige keinen Firmenwagen. Ich erledige meine Fahrten per Zug oder Flugzeug (ist leider auch kein Dienst-Flugzeug...). Ist steuerlich vielleicht nicht ganz clever, aber so viel macht dies meines Wissens auch nicht aus. Da ich also völlig unwissend bin, wie schlimm jetzt solche Urlaubs-Fahrten mit dem Dienstwagen sind, darf ich folgende Frage stellen:
Ist das ein Kapital-Verbrechen?
Da werden Millionen und Milliarden Euro in die verschiedensten Kanäle gespült, weil vermutlich unzählige Manager (und wohl auch Politiker) unfähig waren (sind?), mögliche und sogar offensichtliche Gefahren im Vorfeld zu erkennen. Und da soll ich mich aufregen, weil Frau Schmidt vielleicht mal die Dienstwagen-Regelung überstrapaziert hat?
Das ist übrigens ja noch harmlos ausgedrückt. Wenn ich da so die Aussagen im Internet lese, kann Frau Schmidt froh sein, dass wir nicht ein paar Jahrhunderte früher leben... Da wird doch tatsächlich von „Tarn- und Täuschungsmanövern" gesprochen.
Liebe Leute, auch wenn ich mich nicht in politische Themen einmischen sollte, erlaube ich mir folgende Frage: Habt Ihr nichts Besseres zu tun?
Die Kosten für die Überprüfung, Recherche, Quittungsbelege suchen... dürften schlussendlich den möglichen „Schaden" übertreffen. Andererseits, das muss ich zugeben, haben jetzt etliche Redakteure (und Presse-Fotografen) was zu tun. Gibt ja auch sonst kaum Themen, die es mal zu recherchieren gälte (das war zynisch, eine Leserin meinte, ich soll das immer dazu schreiben).
Aber klar, das ist Deutschland. Während in unzähligen anderen Staaten (die ich hier nicht nennen möchte) über solch eine Affäre nur müde gelächelt würde, setzen wir hier im Bürokraten-Staat alle Mittel in Bewegung, um ein Exempel zu statuieren.
Über die politischen Qualitäten der Frau Schmidt mag ich mich nicht äußern. Das gehört wirklich nicht hierher. Aber wenn einer Gesundheitsministerin wegen so etwas ihren Hut nehmen müsste, dann ist wirklich etwas faul in unserem Land.
Na ja, die Zeiten ändern sich. Vergleichen wir einmal ganz banal:
Wenn heute ein 10-jähriges Kind einen Kaugummi klaut, dann muss er vermutlich in Verhaltens-Therapie, wird Thema einer Erziehungssendung und das Leben als Schwer-Verbrecher ist vorgezeichnet. 10 Jahre später darf er dann vielleicht in eine der unzähligen TV-Sendungen auftauchen und vortragen, wie er es geschafft hat, wieder ein normales Leben zu führen.
Früher hätte es einfach eine mächtige Schelte (als Junge vielleicht sogar eine Ohrfeige) bekommen. Das wirkte schneller, nachhaltiger und hat vor allem einen besseren Lerneffekt. Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass ich aus Erfahrung spreche...
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Jetzt habe ich ganz die Börse außer Acht gelassen... Lesen Sie daher bitte den nächsten Beitrag von Andreas Wolf aus dem DaxDaily. Wer möchte könnte meine eigenwillige Auslegung des Zitierrechts anprangern. Aber nur, wer möchte. Bis heute Abend im Investors Daily.