UK-Rettungsplan – pro und contra!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 8. Oktober 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Befassen wir uns nun mit dem neuen Plan der Briten zur Rettung ihrer Banken, welches auf der einen Seite überhaupt keinen, auf anderer Seite aber großen Anklang findet und schon von einigen als neues Vorzeigemodell gehandelt wird.
Was beinhaltet dieser Plan?!
Nun, zunächst einmal will der britische Staat Bankschulden in Höhe von 250 Milliarden GBP garantieren. Damit sollen alte Verbindlichkeiten refinanziert werden.
- Das ist schon einmal sehr positiv für die Kreditmärkte zu werten
Aber...Bislang sind diesem Programm 8 Banken und Bausparkassen beigetreten. Von diesen wird nun verlangt ihr Tier-1 Kapital gemeinsam um 25 Milliarden GBP zu erhöhen.
Es steht den Banken natürlich frei für diese Kapitalerhöhung private Finanziers zu finden.
Sollte diese nicht gelingen, dann springt der Staat ein!! (zum aber komme ich gleich...)
Zudem stellt die britische Regierung weitere 25 Milliarden GBP bereit um das Eigenkapital der Banken zu verbessern....
Und jetzt zum aber":
Der Staat gibt's nicht umsonst! Sowohl die ersten, als auch die zweiten 25 Milliarden müssen die Banken mit Vorzugsaktien bezahlen müssen.
Wie das geht ist klar: nämlich mittels Verwässerung und zu Lasten der Altaktionäre.
- Mit anderen Worten dieses Programm ist nicht sehr positiv für die Aktienmärkte und insbesondere für Bankaktien zu deuten.
Fassen wir also zusammen: wir haben ein klares PRO von Seiten der Kreditmärkte und ein CONTRA von Seiten der Aktienmärkte/Bankaktien.
Fazit: solche Rettungspakete nach dem Vorbild UKs (oder auch der USA - die habens ja schon vorgemacht) sind wichtig für die Kreditmärkte, retten das Bankensystem und können die Stabilität des Finanzsystems wieder herstellen. Sie sind fast unumgänglich für die betroffenen Volkswirtschaften, darunter auch Spanien. Aber machen wir uns nichts vor: diese Rettungspakete, so wichtig sie sind, fressen hohe Ressourcen. Besonders die Staaten, deren Privathaushalte auch noch überschuldet sind und wo dann der Konsum rückläufig ist (wie in den USA) werden einige Zeit lang mit einem sehr schwachen Wachstum bis hin zur Rezession büßen müssen. (ich gehe ja schon lange davon aus, dass die USA früher oder später in eine Rezession fallen müssen...aber lassen wir das)
Natürlich wird dadurch der Welthandel belastet und auch die Anderen müssen mit leichten Wachstumseinbußen rechnen, auch ohne eigene Immobilienblase und obwohl die Vermögensbilanzen der Privathaushalte positiv sind. Dennoch gehe ich davon aus, dass China beispielsweise auch weiterhin das höchste Wirtschaftswachstum (nicht unbedingt auf dem gegenwärtigen Level) bestreiten wird. Ebenso gehe ich davon aus, dass Deutschland beispielsweise sicher nicht in eine Rezession abgleiten wird. Dafür haben wir aus der Vergangenheit zu viel gelernt, sind zu vorsichtig, obendrein gute Sparer und sind mit Ausnahme der Schweizer die einzigen Westeuropäer die keine eigene Immobilienblase ins Leben gerufen haben. Vielleicht können wir in Zukunft noch stärker Russland und China als Absatzmärkte gewinnen. ;-)
So long liebe Leser...P.S.: ich hoffe Sie halten keine UK-Bankaktien...bis morgen
Ihre Miriam Kraus
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