UK könnte AAA-Rating verlieren – GBP unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Ratingagenturen
vom 24. April 2009, 12:00 Uhr
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Liebe Leser,
ein Artikel des Daily Telegraph hat letzte Nacht sogar den fernen Osten aufgeschreckt und die Aufwärtsbewegung des GBP erst einmal gestoppt.
Nachdem die britische Regierung verkündet hatte, dass das nationale Defizit sich über die kommenden 5 Jahre auf 1,4 Billionen GBP ausweiten wird, bedenken die Rating-Agenturen wohl nun das Triple-A-Rating für UK zu überprüfen, so berichtet der Daily Telegraph.
Wenn bis 2013 die Schulden des UK rund 79 % des BIP betragen, dann ist das in meinen Augen auch deutlich ein Re-Rating wert. Und warum auch nicht?! S&P hat bereits im letzten Monat das Triple-A für Irlands Credit-Rating auf AA+ gesenkt. Auch Spanien, Portugal und Griechenland wurden neu bewertet. Moody's bedenkt das Aaa-Rating für Irland aktuell noch.
Tja, endlich werden die Probleme und das Risiko der UK-Wirtschaft stärker wahrgenommen. Die UK-Bilanz verschlechtert sich dramatisch aufgrund sinkender Steuereinnahmen (so ist das, wenn in einer Volkswirtschaft ausgerechnet der Finanzsektor überbläht wurde) und der Banken-Bailout-Programme.
Hinzu kommt noch, dass die UK-Wirtschaft um 1,9% geschrumpft ist gegenüber den letzten 3 Monaten in 2008. Das ist der stärkste BIP-Rückgang seit Maggie Thatcher im Jahre 1979 das Amt des Premierministers übernahm.
So steht das britische Pfund aktuell natürlich gewaltig unter Druck. Interessanterweise vor allem gegenüber dem Euro, obwohl auch Cable über Nacht abgegeben hat.
EUR/GBP stieg von 0,8920 bis auf aktuell 0,9052. Nach dem Überschreiten der 0,9000 könnte die Bewegung sich nun deutlich weiter fortsetzen. Charttechnisch begründet ist vorerst Raum bis 0,9160.
Quelle: CFX-Broker
Euro setzt Aufwärtstrend weiter fort
Tja, der Euro. Bis Mittwoch dümpelte er noch vor sich hin und seitdem befindet er sich wieder in einer deutlichen Erholung. Ich möchte zwar noch auf keinen Fall von einem Umdenken sprechen, aber aktuell gibt es wieder deutliche Zeichen der Hoffnung aus Euroland oder besser gesagt aus Deutschland zu vermelden.
Während auf dem US-Dollar die Nervosität in Bezug auf die US-Banken-Stress-Tests lastet (bis zum 4.Mai sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden; heute steht die Veröffentlichung der Methodologie an; zudem könnten die US-Banken große Probleme haben mehr Kapital aufzunehmen, nachdem sich die Bad-Assets bei den größten Banken im vergangenen Jahr fast verdreifacht haben) und auch für die neuesten Daten zu dauerhaften Gütern und Immobilien nichts positives erwartet wird, meldet das Münchner Ifo-Institut einen Anstieg des Geschäftsklimaindex auf 83,7 Punkte im April. Deutschlands Laune verbessert sich also!
Und auch Bundesbankpräsident Axel Weber scheint ganz guter Dinge zu sein, sagte er doch, dass die Hilfe, welche der IWF den Emerging Markets zuteil werden lässt, insbesondere auch den deutschen Export unterstützen werde.
Tja, so schnell kann's gehen und schon hat sich die Stimmung verändert! Na ja, Meinungen wechselt der Mensch eben wie seine Unterhosen.
EUR/USD stieg von 1,2915 am Mittwoch bis auf aktuell 1,3224. So lange die Stimmung sich nicht rasch wieder umkehrt könnte EUR/USD zunächst durchaus weiteres Aufwärtspotenzial bis 1,3380 haben.
Quelle: CFX-Broker
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