Überwiegend positive Konjunkturdaten begründen jüngste Kursanstiege
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 1. September 2011, 13:00 Uhr
ENL5454
meine langfristige Einschätzung zum DAX haben ich Ihnen inzwischen ausführlich dargelegt. Nun möchte ich noch einen Blick auf den kurzfristigen DAX-Chart werfen und schauen, wie es nun weiter gehen könnte. Doch zuvor gibt es noch ein wenig von der Konjunkturfront zu vermelden.
Inflation ist (und bleibt) kein Thema
Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilte, wird sich der Verbraucherpreisindex in Deutschland im August 2011 voraussichtlich um 2,3% gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhen und gegenüber dem Vormonat Juli 2011 sogar um 0,1% sinken.
Ja, Sie haben richtig gelesen - er sinkt gegenüber dem Vormonat, erstmals seit Jahresbeginn.
Die Teuerungsrate in der Euro-Zone verharrte im August bei 2,5 %, teilte Eurostat heute in einer ersten Vorabschätzung mit.
Inflation ist also weiterhin kein großes Thema.
Arbeitsmarkt in Deutschland entwickelt sich weiter positiv
Wie das Statistische Bundesamt gestern meldete, waren im Juli 2011 rund 41,1 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Dies waren 527.000 oder 1,3% mehr als im Juli 2010. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich die Erwerbstätigkeit saisonbereinigt um 19.000 Personen.
Die Zahl der Erwerbslosen betrug im Juli 2011 2,58 Millionen Personen, das waren rund 300.000 weniger als im Juli 2010.
Nach Angabe der Bundesagentur für Arbeit waren im August 2,945 Millionen Arbeitslose registriert. Der Vorjahresstand wurde um 238.000 unterschritten. Saisonbereinigt nahm die Zahl der Arbeitslosen im August gegenüber dem Vormonat weiter um 8.000 Personen ab.
Der Arbeitsmarkt in Deutschland entwickelt sich also weiterhin positiv. Bedenken Sie jedoch, dass es sich hierbei um einen nachlaufenden Indikator handelt.
Arbeitsmarkt in den USA - positive Vorzeichen für Freitag
Der private Personaldienstleister ADP meldete gestern für August einen Beschäftigungsanstieg in der US-Privatwirtschaft von 91.000 neuen Jobs. Der Vormonat Juli wurde etwas nach unten revidiert von 114.000 auf 109.000 neue Jobs.
Keine schlechten Vorgaben für den offiziellen Bericht am morgigen Freitag.
Arbeitslosenquote in der EU unverändert
Im Euroraum (ER17) lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Juli 2011 bei 10,0%, unverändert gegenüber Juni. Ebenfalls unverändert gegenüber dem Vormonat lag die Arbeitslosenquote in der EU27 bei 9,5%.
(Quelle: Eurostat)
Weitere US-Daten fallen überwiegend positiv aus
Der Index der Stimmung der US-Verbraucher fiel im August auf 44,5 von 59,2 Punkten im Vormonat und war damit so niedrig wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.
Es gab jedoch auch Neuigkeiten, die Grund zur Hoffnung geben. So verbesserte sich die Auftragslage der US-Industrie im Juli deutlich. Die Bestellungen seien im Vergleich zum Vormonat um 2,4 % gestiegen nach einem revidierten Minus von 0,4 % im Juni, teilte das Handelsministerium in Washington am Mittwoch mit.
Auch der Konjunkturindex der Chicagoer Einkaufsmanager fiel im August mit 56,5 Punkten besser aus als angenommen.
Unterdessen sind die persönlichen Einkommen in den USA im Juli lediglich um 0,3 % gestiegen, während die Ausgaben um 0,8 % zulegten und damit so stark wie zuletzt im Februar. Da die Ausgaben stärker anstiegen als die Einkommen, sank folglich die Sparquote, und zwar auf ein Viermonatstief von 5 %.
Dennoch ist die Konsumfreude der US-Bürger positiv für die US-Wirtschaft, die zu 70% vom Verbraucherverhalten abhängt.