Übertreibungen im Kursverlauf - Vergleich Gold und Bund Future

in Wave Daily zum Thema Derivate
vom


Gestern hatte ich Ihnen noch mitgeteilt, ich könne den aktuellen Kursverlauf im Bund Future bzw. in der Umlaufrendite charttechnisch mit den bisherigen Analysen hier im Wave Daily erklären.


Dabei hatte ich den Begriff Sell-Off verwendet, der im Bezug auf den Kursrutsch in der Umlaufrendite zwar ausschaut wie ein Sell-Off, jedoch hier natürlich nicht das richtige Geschehen beschreibt. Denn ein Sell-Off meint finale Verkäufe in überdurchschnittlicher Menge. Ein Rutsch in der Umlaufrendite erfolgt jedoch durch massive Käufe von Anleihen, also es passiert genau das Gegenteil. Doch um die Begrifflichkeiten soll es nicht gehen, sondern um das, was damit gemeint war.

Übertreibung im Kursverlauf - Beispiel Gold

Nämlich eine Übertreibung im Kursverlauf. Werfen wir hierzu einmal einen Blick auf den Gold-Chart, so wie ich ihn hier am 24. Februar diesen Jahres präsentiert habe.


(Quelle: CFX-Broker) Gold-Chart vom 26. April

Hier gab es einen lang anhaltenden Trendkanal, der dann im Rahmen einer Übertreibung kurzzeitig nach oben verlassen wurde. Dies war also nur eine finale Bewegung, die dann in eine längere (inzwischen einjährige) Korrekturbewegung bzw. Konsolidierung mündete.

Vergleich mit dem Bund Future

Vergleichen wir diesen Kursverlauf nun mit dem des Bund Futures.


(Quelle: CFX-Broker) Bund Future, Candlestick-Chart, Wochenkerzen, logarithmisch

Genau so hatte ich diesen logarithmischen Chart inklusive der Trendlinien bereits diverse Male (zum Beispiel am 17. Februar) präsentiert. Mit der Bewegung entlang der oberen Trendkanalbegrenzung stand die Börsenampel quasi bereits auf gelb (gelbes Rechteck). Mit dem Ausbruch, welcher nun sehr stark an die finale Bewegung oder gar Übertreibung in Gold erinnert, stehen die Ampeln damit nun auf rot (rotes Rechteck).

Börsenampel steht für den Bund Future auf rot

Auch wenn man den Chart durch steilere Trendkanäle ergänzt und zum Beispiel eine Aufwärtstrendlinie an die jüngeren Hochs anlegt (roter Trendkanal im folgenden Chart), erscheint das weitere Potential doch arg begrenzt.


(Quelle: CFX-Broker) Bund Future, Candlestick-Chart, Wochenkerzen, logarithmisch

Auch der Trendkanal mit den dünnen schwarzen Trendlinien, den ich an die Tiefs angelegt und dann parallel nach oben auf die Hochs verschoben habe, zeigt eine Übertreibung.

Bewegung wie bei Gold?

Ich erwarte für den Bund Future also eine ähnliche Bewegung wie beim Goldpreis. Die Übertreibung dürfte nicht lange Bestand haben. Der 17. Juni, also spätestens mit dem Ausgang der Wahlen in Griechenland, könnte diese Bewegung ihr Ende finden.

The market can stay irrational longer than you can stay solvent

Nach der fundamentalen Analyse und der klassischen Charttechnik gibt es kaum Gründe auf einen weiter steigenden Bund Future zu setzen. Außer dem Argument, dass Kursbewegungen länger anhalten können, als man denkt. Wie schon John Maynard Keynes gesagt haben soll: "the market can stay irrational longer than you can stay solvent". Und diese Erfahrung machen wir ja bereits seit einigen Wochen mit dem Bund Future und zuvor mit dem Goldpreis.

Nun hatte ich gestern noch angegeben, dass auch die Elliott-Wellen die Bewegung erklären können. Wie sieht es also damit aus?

von
Sven Weisenhaus
Sven Weisenhaus

Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.

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Kommentar von Scholz

Man sollte in Deutschland auch die deutsche Sprache verwenden . Nicht alle Bürger sind der englichen Sprache mächtig. Dies gilt übrigens für fast alle Börsenbriefe , auch für die Gebührenpflichtigen . MfG Günther Scholz

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Antwort von Sven Weisenhaus:

Guten Tag, Herr Scholz! - - - Grundsätzlich mag dies stimmen, bestimmte Begriffe werden jedoch ausschließlich in englisch verwendet. Wie soll ich zum Beispiel das Wort "Future" im Begriff "Bund Future" Ihrer Meinung nach ersetzen? Und würden Sie dies für sinnvoll halten? Würde dies nicht bei vielen Lesern zu noch viel mehr Verwirrung führen? - - - In einer globalisierten Welt halte ich dies auch nicht für verwerflich. Mir persönlich wäre es sogar am liebsten, die gesamte Welt würde sich auf eine einzige Sprache einigen. Viele Missverständnisse im Zusammenleben der Nationen würde es dann vielleicht gar nicht geben. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus