Über Italiens "solideste Bank"
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 12. Januar 2012, 07:30 Uhr
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Gestern war der italienische Ministerpräsident Mario Monti zu Gast bei der deutschen Bundeskanzlerin. Reuters zufolge soll Monti gesagt haben, dass man sich nicht mehr vor Italien fürchten müsse; von Italien gehe keine Ansteckungsgefahr mehr für die Euro-Zone aus. Die hohen Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen seien ungerechtfertigt und müssten sinken, so Monti.
Italienische Banken in rauer See
Ob es bei dem Spitzentreffen auch über den Zustand der italienischen Banken ging, blieb unklar. Immerhin versucht die größte offizielle Bank Italiens, die Unicredit, äußerst mühsam eine gewaltige Kapitalerhöhung inklusive Extremstverwässerung erfolgreich über die Bühne zu bringen. Zur Erinnerung, zum Unicredit-Konzern gehören ja u.a. auch in Deutschland die HypoVereinsbank bzw. die DAB-Bank. Der Aktienkurs der Großbank lag 2007 über 60 Euro; aktuell kostet das Papier gerade einmal 2,56 Euro, sprich mehr als 95 Prozent weniger. Die Kapitalerhöhung soll im übrigen bei 1,943 Euro durchgezogen werden. Und damit muss noch nicht das Ende der negativen Fahnenstange erreicht sein. Ähnlich wie bei der Commerzbank könnte sich selbst von der niedrigen Kapitalerhöhungsbasis der Kurs nochmals fast halbieren.
Italiens solideste Bank"
Die Unicredit will ja aktuell 7,5 Milliarden unter schwierigsten Rahmenbedingungen einsammeln. Für die solideste Bank" Italiens wäre dies kein Problem. Einer erst jüngst veröffentlichten Studie des italienischen Kaufleuteverbandes Konfesercenti zufolge verfügt die italienische Mafia über eine Liquidität in Höhe von 65 Milliarden Euro. Dem Konfesercenti-Chef Venturi zufolge sei die Mafia AG" in der aktuellen Krisenphase in Italien die einzige Struktur, die über liquide Mittel für Investitionen verfügen würde.
Mafia als Krisengewinner
Die Mafia nutze die gegenwärtige tiefe Wirtschaftskrise aus, um immer tiefer ins Wirtschafsgeschehen einzugreifen. Und dies zunehmend auch in Mittel- und in Norditalien. Dem Jahresbericht von Confesercenti zufolge seien illegale Müllentsorgung, Schutzgelderpressung, illegaler Geldverleih, Diebstahl, Betrug und Schmuggel die Hauptgeschäftsbereiche der Mafia.
7 Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts
Der Analyse zufolge sei das organisierte Verbrechen das Unternehmen" mit dem höchsten Umsatz des krisengeplagten Mittelmeerlandes. Sage und schreibe 140 Milliarden Euro Umsatz soll die Mafia AG" allein im vergangenen Jahr "erwirtschaftet" haben. Das entspricht sieben Prozent des italienischen BIP. Wahrlich gewaltige Dimensionen!
Ob Frau Merkel gestern mit Herrn Monti auch über diese Thematik gesprochen hat, blieb ebenso unklar.
Abschließend noch kurz zum Geschehen am Edelmetallmarkt. Der Goldpreis notierte gestern wieder über 1640 US-Dollar bzw. 1290 Euro. Die Unze Krügerrand kostete 1330 Euro. Der Silberpreis lag bei knapp unter 30 US-Dollar bzw. 23,6 Euro. Die Unze des Wiener Silberphilharmonikers gab es für 26,9 Euro. Das Gold/Silber-Ratio auf Dollar-Basis lag bei 54,76. Aus dem deutschen Edelmetallhandel wurde von einem regen Kaufinteresse berichtet.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Prof Igino Schraffl Rom (12.01. 2012 09:27 Uhr):
Seit Jahren schaetzt man in Italien die Schattenwirtschaft auf ca. 33% des BIP, die Haefte davon sollte auf die organisierte Kriminalitaet entfallen. Eigentuemlicherweise werden 15,5 bis 16,5% des BIP-Korbes offiziell (!) als Produkt der Schattenwirtschaft eingerechnet.
Antworten - Kommentar von Livia (12.01. 2012 10:00 Uhr):
Im alten Rom waren die Kollegien die Vorläufer der Mafia - man sieht das Land hat eine sehr alte Tradition darin. Und die frühen römischen Politiker wußten sich immer der Kollegien zu bedienen, bzw. mußten sich mit ihnen gut stellen. Das Problem ist - die Mafia ist NICHT in der EU, jedenfalls nicht ofiziell und die EZB hat keinen Zugriff auf ihr Geld und ihre Geschäfte.
Antworten - Kommentar von Corrado S Magro (12.01. 2012 10:49 Uhr):
Nicht alle Italiener (ich zähle mich auch dazu) sind "Mafiosi", aber wir Italiener , direkt oder indirekt, finanzieren die Mafia: eine Institution die als Moilekül in den politischen, wirtschaftlichen und konfessionellen DNA-Strukturen des Landes eingenistet ist. Auch die EU mit seinen Subventionen finanziert grosszügig die Mafia AG. Würde Herr Monti einen tief chirurgischen Eingriff wagen, wäre er bald nicht mehr Ministerpresident "ad Interim". Weiter, mit allem Respekt für seine Person, vergleiche ich die getroffene Massnahmen seiner Regierung, wie dijenige der "ad Hoc" Manager, die um die Bilanz einer AG ins Lot zu bringen Personal entlassen (indirekte und direkte Steuererhöhung). Der Mafia nimmt er keinen Cent weg. Ganz im Gegenteil, weil die mit Recht oder Unrecht geplagte Bürger bei den Mafia-MethodenTrost und Schutz finden.
Antworten - Kommentar von B Freudingere (13.01. 2012 15:09 Uhr):
Der Monti muß das doch so darstellen im Interesse sewines Landes. Hat doch mit der Wirklichkeit nichts zu tun. B.Freudinger
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