Über eine neue Geldordnung nachdenken
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 4. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Zunächst zwei Krisenmeldungen, die am gestrigen Mittwoch vom Statistischen Bundesamt zu Wiesbaden veröffentlicht wurden.
Fallende Brutto-Einkommen
Zum einen sind im Krisenjahr 2009 zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik die durchschnittlichen Bruttoverdienste aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um 0,4 Prozent auf rund 27468 Euro gefallen. Hauptursächlich sei vor allem die Kurzarbeit und der Abbau von Überstunden gewesen. Besonders drastisch gingen die Pro-Kopf-Verdienste im verarbeitenden Gewerbe zurück, nämlich um sage und schreibe 3,6 Prozent. Dagegen sind die Lohnstückkosten in diesem Sektor um mehr als 15 Prozent gestiegen (in der Gesamtwirtschaft nur" um 5,2 Prozent).
Harziger Start ins Neue Jahr für den Einzelhandel
Der Start ins vierte Krisenjahr verlief für den deutschen Einzelhandel ebenfalls alles andere als positiv. Die Umsätze fielen im Januar gegenüber dem Januar 2009 real um 3,4 Prozent. Einmal mehr fiel auf, dass besonders die Warenhäuser bzw. der Versandhandel unter herben Umsatzeinbußen litten. Bei den Waren- und Kaufhäusern betrug das Minus 7,9 Prozent, beim Internet- und Versandhandel gar sage und schreibe 10,5 Prozent.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, obwohl bisweilen massenmedial immer noch das Ende der Wirtschaftskrise ausgerufen wird, ist die Lage an der Realwirtschaftsfront weiter äußerst fragil. Es wäre fatal, vorschnell auf eine wirklich nachhaltige Erholung zu setzen.
Focus auf die Ursache der Überschuldungskrise
In der Tat ist die Welt-Überschuldungskrise alles andere als gelöst. Im Gegenteil. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler machte in einem lesenswerten Gastkommentar (nachzulesen unter www.frank-schaeffler.de) in der Süddeutschen Zeitung vom 2.3.2010 u. a. auf diese Problematik aufmerksam. Laut Herrn Schäffler seien sowohl die Rettungsmaßnahmen für Griechenland wie die im Herbst 2008 beschlossenen Bankenrettungspakete keine Lösungen für die Überschuldungskrise. Die Ursachen liegen aber im Geldsystem, über das aber die verantwortlichen Staats- und Regierungschefs nicht einmal diskutieren.
Zusammenbruch des Schneeballsystems
Bisher würden die Rettungspakete aus purer Geld- und Kreditschöpfung bestehen. Dieser immer größer werdende Schneeball, der aus ungedecktem staatlichen und schlechten Geld bestehe, würde unsere freiheitliche Wirtschaftsverfassung gefährden. Früher oder später wird das Schneeballsystem zusammenbrechen. Daher muss über eine neue Geldordnung nachgedacht werden.
Ja, am Ende des Tages geht es nicht mehr um das ob", sondern wann" nun unser bisheriges Schneeballsystem kollabiert. Leider, leider kann es sich bis zum finalen Kollaps" noch lang siechend hinziehen. Möglicherweise noch einige Jahre. Insofern ist die Hoffnung auf eine neue, marktwirtschaftlichere bzw. nachhaltigere Geldordnung zwar berechtigt, vorerst müssen wir aber weiter mit dem staatlichen Papiergeldmonopol, in dem Geld und Kredit aus dem Nichts geschaffen werden, (über-)leben.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von J Clauß (04.03. 2010 08:13 Uhr):
Tja... Ein Schelm wer böses dabei denkt, wenn er sich gleichzeitig mit der genauen Wirkweise eines Sonnen-Zusammensturzes befasst, welche sich danach in ein schwarzes Loch verwandelt... Werden bestimmte Grenzen Überschritten, so gibt es UN-Umkehrbare Konzentrationsprozesse, bei der sämtliche Energien mit einem Schlag über Neutrinos in das All in die Ferne abgegeben werden.. Könnte für unsere Wirtschaft notfalls bedeuten, das unsere hochstehende Wirtschaft plötzlich über Nacht einen Total Kollaps erleidet, weil die gesamten HIER erwirtschafteten Gelder in der Ferne verschwunden sind und die EU(und auch die USA) durchaus in den Status eines Drittwelt-Landes verfällt.. Man könnte das auch als "ausgleichende Gerechtigkeit" bezeichnen? Fröhliche Zeit wünsche ich...
Antworten - Kommentar von reiner Tiroch (04.03. 2010 08:26 Uhr):
Das korrupte Finanzsystem durchwachsen mit gekauften und gefälschten Bilanzen wo man sich schamlos und pausenlos daraus bedient, ist nun selber zu einer gigantischen Bad-Bank geworden. Der Knaller kommt unweigerlich und wiedermal wird sich keiner einer Schuld bewußt sein.
Antworten - Kommentar von Hubert Haag (04.03. 2010 09:43 Uhr):
Herr N.N., Wie scön Ihr Name ist, oder schämen Sie sich für Ihren richtigen? Wir brauchen keine neue Geldordnung, sondern ein Einsehen Aller, dass sie nicht über ihre Verhältnisse Leben und immer noch mehr ausgeben, als sie verdienen. Dieses ist die nächste Blase, die platzen wird!!!
Antworten - Kommentar von Wachauge (04.03. 2010 15:39 Uhr):
Ja, richtig, dieser Kommentar. Es ist nur noch eine Frage des WANN, und nicht ob dieses Finanzsystem kollaborieren wird. Nur Edelmetalle oder Nahrungsmittel können uns vor dem nichts retten. Aber wenn auch diese Dinge kontrolliert und konfisziert werden, dann ist es aus mit der Gesllschaftsordnung, dann wird pure Anarchie und Diktatur das Weltgeschehen behrrschen. Hoffentlich muss ich das nicht mehr miterleben.
Antworten - Kommentar von Helmut Reinsberger (04.03. 2010 22:05 Uhr):
Liebr Herr N.N., seit Monaten lese ich Ihre Kommentare.Sie sind kurz und präg- nant und für mich verständlich. Leide be -nutzen Sie aber auch Ausdrücke,die ich inhaltlich nicht verstehe. Z.B. heute die "Realwirtschaftsfront" und was ist ihr Ge genstück? Die " Unrealwirtschaftsfront"? Wo verläuft sie ? Wer kommandiert sie ? Welche Strategie und Taktik liegt ihr zu Grunde. Wenn Sie versuchen sich diese Fragen zu beantworten, werden Sie ganz schnell feststellen, dass es beide Fron-ten nicht gibt. Es gibt eine Wirtschaft in der Welt und sie ist in jedem Land an-derst organisiert. Alles andere sind m.E. leere Worthülsen oder ebne Blödsinn. Sie haben nur ein Ziel, Verdummung der Menschen. E. Honnecker sprach auch im- mer vom "Real existierenden Sozialis-mus", der eben kein Sozialismus war. Und diese "unreale Wirtschaftsfront", ge-meint ist wohl die "Finanzindustrie" mit ih-rem "Bankenunwesen" wird genauso ver- schwinden wie der " Real existierende So zialismus". Beide sind der menschlichen Gesellschaft wesensfremd. Das schreibe ich ihnen als Marxist, denn Marx würde über soviel Schwachsinn nur lachen. Übrigens, ohne den Artikel von Herrn Schäffler gelesen zu haben, stimme ich ihm zu,was den Zusammenbruch des Fi- nazsystems weltweit angeht. Als Schnee- ballsysrem würde ich es dennoch nicht bezeichnen, dass wäre zu einfach. BeIm Schneeballsystem hat keiner Geld, da sind keine Milliardäre oder Millionäre be-teiligt, aber hier schon. Lesen Sie mal das Wertgestz von Marx, da finden Sie die Antwort. Er hat es zwischen 1870 und 1880 geschrieben . Leider wird es von den heutigen "Wirtschaftswissenschaftlern" negiert, weil bei seiner Anwendung die Wirtschaft und die politischen Systeme vom Kopf auf die Füsse gestellt werden müssten. Und wer von den "Mächtigen, Schönen und Reichen" will das schon?
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ENL5462
- Kommentar von Haedicke (06.03. 2010 14:41 Uhr):
Sicher meinen Sie Ihre Worte nicht ernst, denn Sie sprechen von Geld ohne Zins und das wäre ein Geld ohne Börse! Für die Menschheit wäre das ein Umlern-prozess, für Monopolisten und Subventionsnehmer der Tod. Deshalb wird er gern bei anderen Menschen und Völkern in kauf genommen. Ausplündern und Entsorgen ist z.Z. die Devise bei den Finanzspekulanten. Die glauben, wenn die Welt ihrer Roboter und Computer fertig ist, bräuchten sie keine Menschen mehr. Wer führt denn deshalb Diskussionen über ein-fünftel-Gesellschaften (M.Gorbatschow, San Francisco, 2003)? Warum haben wir Angst, Gier, Lüge institutionalisiert? Angst: Regierung,Polizei, Militär, Versicherung Gier: Zinseszins-System, 2-stufiges Bankensystem, Börse, Versicherung Dummheit: Nachrichten- und Bildungssystem für Halbwahrheiten und Lügen Gibt es eine Chance, da ohne Kulturvernichtende Katastrophe wieder herauszukommen? Die Spezies Homo Sapiens Moneticus steht davor. Folgen kann nur der Homo Sapiens Philantropus
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