Über die Evolution von Imperien - Teil 2
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 8. September 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Eine Imperialmacht leistet der Theorie nach einen sinnvollen Dienst. Wie die Mafia, sorgt sie für Ordnung. Unter dem Schutz des imperialen Pax Dollarum können der Handel und der Kommerz erblühen. Die Leute werden reich. Sie sollten dankbar sein und sich glücklich schätzen, für diesen Dienst bezahlen zu können. Die Imperialmacht muss diese Dienste natürlich in Rechnung stellen, denn was wäre sonst der Punkt?
Aber Amerika hat sich auf so fantastische Weise selbst getäuscht, dass man schon glaubt, der Tribut" käme aus dem globalisierten Handel selbst und aus den Krediten, die man von den tributpflichtigen Länder und Handelspartnern bekommt. Die gesamte Idee ist verrückt und absurd. Die Idee eines Imperiums ist, dass die Imperialmacht die unterlegenen Länder kontrolliert. In der absurden Version Amerikas wird Amerika von den untergeordneten Mächten kontrolliert. Sie sind nicht nur in der Lage, die Tributzahlungen einzustellen wann immer sie wollen, sie sind jetzt auch noch in der Lage, die gesamte Wirtschaft zu zerstören.
Wird China die amerikanischen Zinsen festsetzen", fragte ein Beitrag im International Herald Tribune. Floyd Norris erklärt:
So wie die Dinge heute stehen, verkauft China den größten Teil von dem, was die Welt am meisten will. China nutzt dann die Dollar, die es dabei verdient, um Schatzanleihen zu kaufen. Das hilft, die amerikanischen Zinssätze gering zu halten und regt die Verbraucherausgaben an, wodurch Amerika in der Lage ist, noch mehr von China zu kaufen. Es ist das größte Finanzierungsprogramm von Seiten eines Verkäufers aller Zeiten."
Und es hat China in die Kommandoposition erhoben. Während die Amerikaner ihr Geld ausgeben, baut China seine Produktionskapazitäten aus. China wird reich, indem es Schnickschnack und elektronische Nebenprodukte und ausgewählte Verbrauchsgüter an Amerika verkauft. Die imperialen Konsumenten werden auf der anderen Seite immer ärmer. Jeden Tag wandern rund 2 Milliarden Dollar Netto aus den amerikanischen Händen in immer stärkere asiatische Hände.
Die Idee imperialer Finanzwirtschaft ist, dass die zentrale Imperialmacht reicher wird und nicht die Vasallen. Amerika hat eine Möglichkeit gefunden, das umzudrehen. Es wird, relativ betrachtet, immer ärmer.
Und nun sind die Mächte an der Peripherie, die eigentlich untergeordnet sein sollten, tatsächlich in der Lage, das Imperium zu ruinieren.
Wenn die Chinesen und andere Haupthalter amerikanischer Schatzanleihen anfingen zu verkaufen...müsste Amerika eine unglaubliche Menge Geld bezahlen. Die Zinssätze würden steigen. Der Immobilienboom würde zu einem Immobilienzusammenbruch. Das Imperium würde bei den untergeordneten Staaten um mehr Kredite betteln müssen.
Was ist das für ein Imperium? Es gab eine lange Reihe amerikanischer Anführer, die über die Weltbühne spazierten wie Pfaue - den Kasperle Theodore Roosevelt, den Drückeberger Wilson, den anderen Roosevelt...Truman...Johnson...Reagan...Bush...und keiner von ihnen scheint eine Ahnung zu haben, wie man ein Imperium dazu bringt, sich auszuzahlen.
Den Vereinigten Staaten ist es in der jüngsten Vergangenheit mehr als irgendeiner anderen militärisch oder wirtschaftlich dominierenden Macht gelungen, ein Imperium aufzubauen", schreibt Deepak Lal, aber Amerika zögert, sich der daraus resultierenden Verantwortung zu stellen."
Ganz im Gegenteil, Amerika hat sich die rote Farbe der Tuniken aufgebürdet und das Spektakel ist noch lustiger als irgendein anderes von denen, die ich bisher gesehen habe.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hans Pohle (08.09. 2010 08:08 Uhr):
Die Analyse, daß die USA von chinesischem Geld lebt ist ja richtig, aber (!!!).... ab einem Punkt X wird der Schuldner "mächtiger" als der Gläubiger. China kann die US-Anleihen gar nicht auf den Markt werfen, China kann den USD gar nicht fallen lassen, weil sich China damit selbst um "sein Vermögen" bringt. Dieser Aspekt der Angelegenheit ist auch der chinesischen Führung inzwischen klar geworden: es ist eine Katastrophe.
Antworten - Kommentar von Michael Lunow (08.09. 2010 09:44 Uhr):
Sehr geehrter Herr Weiß, glauben sie wirklich, daß die USA-Führung blöd ist? Ich glaube, die Chinesen sind "blöd". Geben einem zahlungsunfähigen Schuldner weiter Kredit und Waren, die sieser nie bezahlen wird. sonderbarerweise besitzt dieser Schuldner aber die A-Bombe und größten Goldreserven! Auf der strecke bleiben wohl die Bürger, nicht aber die "Auserwählten" Blankfeins, Geithners, Summers, Albrights usw. sobald es brenzlig für sie wird (Revolution) setzt man sich (mit dem Gold) nach Israel ab. Oder nach Asien, Deutschland, was weiß ich... Viel wahrscheinlicher aber ist es, das eben diese "Goldbesitzer", dieses (und das deutsche, das wir nie!!! wiedersehen werden) für Umschuldungsverhandlungen etc. einsetzen werden, wenn es kracht. Anschließend legen diese Zecken wieder von vorne los, bis sie ihre verfluchte "neue Weltordnung" erreicht haben! MfG
Antworten - Kommentar von Reinhard (08.09. 2010 13:59 Uhr):
Ihre Artikel sind ja interessant zu lesen aber Ihre Behauptungen sind obstrus: Europa hat seinen Tribut immer gegeben und zwar mehr als genug nur haben es die Amis nie gemerkt: wie eine Diva die in der Badewanne voll Milch sitzt und diese austrinkt und nicht mal merkt dass es kein Wasser war sonder wertvoller Kuhsaft. Als ich 1978 Devisenhändler war galt der USD CHF 4.30 und wo ist er heute? Fällt demnächst unter CHF 1.- denn wir bezahlen ja jetzt den Irak Krieg nachdem wir alle Kriege und noch die nichtswertigen Häuser der Amis bezahlt haben. Was wollt Ihr noch mehr! Geht doch alle nach Afganistan als Rotkreuzhelfer statt als Soldaten, dann könnte Ihr die USA den Chinesen als Spielwiese überlassen werden, die würden was schöner daraus machen als eure reiche Oberschicht. Reinhard
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