Über den vernünftigen Umgang mit Indikatoren
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 29. Juni 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
gerade erst kürzlich wurde ich wieder einmal gefragt, ob ich einen "Lieblingsindikator" hätte bzw. ob es denn nicht möglich sei, sich Indikatoren zu bauen, die derart treffsicher seien, dass man sich große Teile der technischen Analyse einfach sparen könnte.
Nachdem ich diese Frage nun schon einige Male gehört habe, möchte ich hierzu kurz ein paar Worte loswerden.
Oft schon haben Sie sicherlich den Satz gehört "Investieren Sie nur in das, was Sie verstehen." Gleiches gilt natürlich auch für Analysewerkzeuge. Nutzen Sie nur das, was Sie wirklich verstehen und auch richtig interpretieren können.
Ein Indikator ist lediglich eine Funktion des Preises. In anderen Worten, ein Indikator kann Ihnen lediglich das veranschaulichen, was der Preis tut.
Dementsprechend hat der Preis das letzte Wort und es ist wichtiger, sich die Entwicklung des Preises bzw. Kurses eines Wertpapiers anzusehen, als sofort mit irgendwelchen Indikatoren wild herumzuanalysieren.
Indikatoren können sehr nützlich sein, um Preisbewegungen zu bestätigen bzw. besser zu veranschaulichen, aber ein blindes Vertrauen in Indikatoren sollte aus meiner Sicht keinesfalls erfolgen.
Meistern Sie zuerst die Markttechnik, machen Sie sich mit Unterstützungen, Widerständen, Trendlinien und charttechnischen Formationen vertraut, dann können Sie immer noch auf Indikatoren zurückgreifen.
Beste Grüße