Turbulenzen am Staatsanleihenmarkt
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 11. Mai 2009, 07:30 Uhr
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Weltweit ging es an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche weiter nach oben. Auch in Deutschland konnte der deutsche Leitindex weiter zulegen.
Und zwar um drei Prozent auf 4913 Punkte. In Japan kam der Nikkei noch deutlicher voran (um mehr als acht Prozent). Dem marktbreiten S&P 500 gelang gar der Sprung über 900 auf 929 Punkte, was einem Wochenplus von fast sechs entspricht. Innerhalb dieser Zwischenerholung beträgt das Plus beim S&P500 fast 40 Prozent.
Steigender Anlagedruck?
Es ist nicht auszuschließen, dass die Märkte in den nächsten Tagen durchaus noch weiter nach oben tendieren. Immer wieder wird von hohem Anlagedruck institutioneller Investoren gesprochen, die nun gezwungen seien, in den Markt zu gehen. Mittlerweile wird das geringe Handelsvolumen gar positiv bewertet und darauf verwiesen, dass sehr viele Anleger unterinvestiert sind. Und täglich werden es scheinbar mehr, die das Ende der Krise ausrufen.
Tückische Bärenmarktrallies
Für das Gros der Anleger scheint sich mit jedem Prozent-Punkt, den die breiten Aktienindizes steigen, die Lage an der Krisenfront deutlich zu entspannen. Gewiss wird bisweilen bestimmt schon wieder der Faktor Gier" eine Rolle spielen. In diesem Kontext kann man aber nicht oft genug auf die diversen tückischen Zwischenerholungen innerhalb intakter Baissen verweisen. Heut sei vielleicht einmal die japanische Malaise seit 1990 erwähnt, innerhalb derer es bisweilen explosiven Kursanstiegen von fast 80 Prozent kam.
Bewertung noch nicht bullenmarktreif"
Fakt ist leider, dass die gegenwärtige Bewertung des US-Aktienmarkts alles andere als für den Beginn eines neuen Booms spricht. So liegt das KGV des S&P 500 jenseits der 60, die Dividendenrendite beträgt kärgliche drei Prozent und das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt immer noch bei stolzen 1,7. Im historischen Vergleich stellt ein derart hohes Bewertungsniveau alles andere als einen wirklichen Boden dar. Der Markt hat schlichtweg auch mit Blick auf die Bewertung ein Kapitulations-Level noch nicht erreicht.
Beginn der Baisse am Staatsanleihenmarkt?
Parallel zum Anstieg am Aktienmarkt ging es auch mit den Renditen der Staatsanleihen - vor allem am langen Ende - deutlich nach oben. Anscheinend startet jetzt gerade am langen Ende eine Flucht aus dem scheinbar sicheren Hafen. Mittlerweile lag die Rendite Zehnjähriger-US-Staatsanleihen in der vergangenen Woche bereits ein Prozent über dem Januar-Tief diesen Jahres. Seit dem Jahr 1994 gab es keine solch hohen Verluste und angesichts des einzigartig hohen Emissionsvolumens von mehr sechs Billionen Dollar weltweit verwundert es nicht, dass diverse Investoren auf die Gefahr einer Staatsanleihen-Krise hinweisen.
Am Ende des Tages ist es nur eine Frage der Zeit, ehe weitere Turbulenzen am Bondmarkt der fragilen Zwischenerholung am Aktienmarkt den Garaus bereiten...
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