Turbulenter Jahresauftakt…
Martin Weiss in Investors Daily
vom 08. Januar 2007 18:00 Uhr
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In der ersten Handelswoche des Jahres 2007 kletterte der deutsche Leitindex bis in den Bereich von 6700 Punkten. Zum Wochenausklang setzten aber dann Gewinnmitnahmen ein.
Die Luft für die Bullen wird in der Tat immer dünner. Nach 1400 Punkten Zuwachs seit dem zyklischen Sommer-Tief vom vergangenen Jahr ist dies auch nicht wirklich überraschend.
Investoren nach wie vor sehr optimistisch
Insofern wäre es– trotz der für Aktien historisch günstigen Saisonalität – nicht verwunderlich, wenn eine etwas heftigere Konsolidierung bereits im Januar diesen Jahres einsetzen würde.
Fakt ist jedenfalls, dass die Volatilität – gemessen am VDax – in den ersten Tagen des neuen Jahres deutlich zugenommen hat. Und 2007 dürfte in der Tat schwankungsintensiv werden.
Zudem fällt weiter auf, dass nahezu alle Marktteilnehmer ein gutes Börsenjahr erwarten. Als ob es keine Pessimisten mehr gäbe, wird dem Dax erneut ein deutliches Plus bis zum Jahresende zugetraut. Gegenwärtig ist es ja fast schon Mehrheitsmeinung, dass dem Aktienmarkt bis 2008-2009 rosige Zeiten bevorstehen. Immer öfter liest man, dass die nächste größere Dax-Korrektur erst im Bereich von 10000 Punkten ansteht.
US-Börsen mit schwierigem Start
Sehr interessant auch der Jahresauftakt an den US-Börsen, der nach der Veröffentlichung des jüngsten Sitzungsprotokolls der US-Notenbank (Fed Minutes) alles andere als euphorisch ausfiel. Eine harte Landung der US-Wirtschaft im Jahr 2007 dürfte wieder stärker in den Fokus der Investoren kommen. Es wird auf jeden Fall sehr, sehr spannend werden. Vor allem, ob es die US-Unternehmen bei einem deutlich abschwächendem Wirtschaftswachstum noch schaffen, die Gewinne prozentual zweistellig zu steigern. Hier dürften einige böse Überraschungen lauern, zumal im Markt ja bisher nur eine weiche Landung eingepreist ist.
Gold und Öl mit deutlichen Rückgängen
Gegenwärtig scheinen die Rohstoffmärkte ein deutlich schwächer werdendes Wachstum der Weltwirtschaft vorwegzunehmen. In der ersten Handelswoche brach der Ölpreis um acht Prozent ein. Bisweilen wurde gar von crashartigen Turbulenzen gesprochen. Begründet wurde der Rückgang mit fehlenden akuten geopolitischen Spannungen und einem witterungsbedingten Nachfrageeinbruch in den USA. Mittlerweile gibt es bereits Gerüchte, dass die OPEC bei weiter nachgebenden Notierungen ein Notfalltreffen plane. Kurzfristig ist es sehr wichtig, dass das schwarze Gold nicht unter die Unterstützungszone bei 45-50 Dollar fällt.
Auch das gelbe Edelmetall kam stark unter die Räder, ein Wochenverlust von knapp fünf Prozent kommt nicht allzu oft vor. Vor allem am Freitag brach der Goldpreis nach positiv aufgenommenen US-Arbeitsmarktdaten (obwohl im Einzelhandel, im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe Stellenverluste zu beklagen waren) massiv ein. Ein gegenüber dem Euro deutlich zulegender Dollar und aggressive Fondsverkäufe gaben den Goldbugs dann den Rest.
Weitere Turbulenzen möglich
Kurzfristig betrachtet ist es durchaus denkbar, dass der Goldpreis weiter unter Druck bleibt. Nicht zuletzt auch deswegen, weil aufgrund der historisch hohen Long-Positionierung der Kleinanleger an den US-Terminbörsen das marktbereinigende Gewitter noch nicht ganz ausgestanden sein dürfte.
Die Unterstützungszonen bei 570 bzw. 540 Dollar sollten aber halten.
Es bietet sich also an, mit gestaffelten Kauf-Limits bei Notierungen unter 600 Dollar konsequent zuzugreifen.
Herzlichst
Ihr
Martin Weiss