Turbulente Bewegungen auch im Yen
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 2. November 2011, 13:00 Uhr
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Der Yen verlor am Montag gleich zur Handelseröffnung gegenüber dem US-Dollar gut 5 %. Dies war der größte Tagesgewinn seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Auch zum Euro verlor der Yen deutlich um 3,7 % auf im Tief 111,57 Yen für einen Euro.
Japans Notenbank wirft Notenpresse an
Bereits am Donnerstag warf Japans Notenbank im Kampf gegen die Yen-Stärke und die Folgen der europäischen Schuldenkrise erneut die Notenpresse an. Den Leitzins beließ die Zentralbank zwar erneut zwischen 0 und 0,1 %, doch das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen wird um fünf Billionen auf 20 Billionen Yen (umgerechnet rund 263 Milliarden Dollar) ausgeweitet, teilte die Bank of Japan mit. Die jüngste geldpolitische Lockerung gab es davor im August.
Doch der Grund für die rasanten Kursbewegungen war ein anderer
Doch war dies nicht der Grund für die rasanten Kursbewegungen in der Währung. Vielmehr wohl die Tatsache, dass am Montag Finanzminister Jun Azumi seinen Worten Taten folgen ließ. Wiederholt hatte er gedroht, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren und am Montag setzte die japanische Regierung dann die eigene Währung erneut deutlich unter Druck.
Nach dem dritten Eingriff der japanischen Notenbank am Devisenmarkt in diesem Jahr war der Dollar zum Yen am Montag unmittelbar auf ein Drei-Monats-Hoch bei 79,51 USD/JPY gestiegen. Zuvor war das Währungspaar zeitweise auf ein Rekordtief von 75,59 USD/JPY gefallen. Gegenüber dem Euro hatte der Yen schon Anfang Oktober mit 101 Yen den höchsten Stand seit dem Jahr 2000 erreicht.
Warum interveniert die japanische Notenbank?
Warum die Notenbank zu diesen Mitteln greift, hatte ich hier bereits einige Male erläutert. Am 21. September titelte ich "Yen-Wechselkurs - Warum und für wen er zum Problem wird" und erklärte, dass eine Aufwertung des Yen dazu führt, "dass der Export japanischer Produkte auf den Weltmarkt schwieriger wird, da die japanischen Produkte durch den veränderten Wechselkurs immer teurer werden." Und dies "schwächt den japanischen Export und damit die gesamte japanische Wirtschaft." Die Regierung will die Yen-Stärke stoppen, da sie nach ihren Aussagen nicht mehr im Einklang mit den sich langsam verbessernden Aussichten der Weltwirtschaft steht.
Erfolgreicher Handelsansatz?
Als Fazit der letzten Chartanalysen zum USD/JPY am 29. September und zum EUR/JPY am 21. September hatte ich für Sie einen Handelsansatz herausgearbeitet:
"Warten Sie die nächste Intervention ab. Sollten die Kurse in kürzester Zeit plötzlich anfangen dynamisch zu steigen, dann könnte dies ein Indiz dafür sein. Sobald die Intervention bekannt wird, könnte man auf fallende Kurse setzen. So würde man von einem künstlich - und damit kurzzeitig - hohen Niveau aus Short-Positionen aufbauen."
Ob sich dieser Ansatz bezahlt gemacht hätte, verrate ich Ihnen morgen.
Bis dahin wünsche ich Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Markus (02.11. 2011 14:44 Uhr):
Hallo Herr Weisenhaus, habe Ihre (Short-)Überlegungen umgesetzt, leider nicht zu 100% und nicht zeitnah genug, denn USD/JPY (short bei 78,16) bewegt sich zur Zeit gar nicht (in die "richtige" Richtung ;-)) und an EUR/JPY hatte ich in dem Moment nicht gedacht ... also warte ich mal ab ... finde Ihre Überlegungen gut und setze die teilweise auch in die Tat um... weiter so!
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (02.11. 2011 16:27 Uhr):
Guten Tag, Markus! - - - Leider hätte der Trade ausgerechnet bei EUR/JPY bislang besser funktioniert. - - - Sie sollten unbedingt auch den morgigen Beitrag beachten. Denn inzwischen würde ich eine etwas andere Strategie fahren, über die ich morgen berichten werde. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (02.11. 2011 16:27 Uhr):