Trügerische demographische Faktoren.
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 27. April 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Wie sie wissen, warte ich darauf, dass etwas passiert. Das heißt, ich warte auf den Tag, an dem endlich das aufhört, was nicht länger so weiter gehen kann.
Die meisten Leute glauben an Dinge, die unmöglich wahr sein können. Sie glauben, dass die Hauspreise schneller steigen als die Inflationsrate. Sie denken, sie können mehr Geld ausgeben als sie verdienen – auf Ewig. Sie denken, dass Amerika vom Rest der Welt mehr nehmen kann, als es gibt – so lange es will.
Und weil sie diese Dinge glauben, tun sie Dinge, die eine ältere Person mit mehr Erfahrung nur verantwortungslos und rücksichtslos finden kann. Während der großen Technologieblase kauften die Leute Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 200 ... oder Aktien, die überhaupt keine Gewinne erzielten. Sie waren sich alle bewusst, dass sie etwas Ungewöhnliches taten, aber sie dachten auch, dass sie etwas sehr Schlaues taten. "Es ist eine neue Ära", sagten sie ... und dachten, dass sie, wenn sie jetzt nicht auf den Zug aufsprängen, vielleicht das Nachsehen hätten.
Und jetzt ist es der Immobilienmarkt, der die jungen und unerfahrenen Spieler anzieht.
Peter Schiff schreibt:
"Ein Experte, der von der New York Times befragt wurde, erklärte, dass in der Vergangenheit die Immobilienanleger jährlich Mietgewinne zwischen 8 % und 10 % erwarteten und dass diese historische Sicht heute auf dem Markt tatsächlich als negativ gilt, weil sie dazu führt, dass die erfahrenen Anleger solches Eigentum sofort weiterleiten, das die Investoren mit "frischen Ansichten" sofort kaufen. Sie sind nicht dumm, sie sehen die Sache nur anders als sie lange Zeit übereinstimmend am Markt gesehen wurde. Mit anderen Worten: Es ist eine neue Ära. Ich habe diesen Film schon einmal irgendwo gesehen, und ich kenne auch sein Ende. Erinnern sie sich noch daran, wie einmal all die Daytrader über Warren Buffet herzogen, weil er die neue Realität zu spät begriffen hatte?"
Die Leute kaufen heute Eigentum genauso wie sie vor fünf Jahren die Technologieaktien gekauft haben – ohne auf die Erträge zu achten. Es ist ein noch größeres Narrenspiel – darauf zu wetten, dass einer des Wegs kommen wird, der noch dümmer ist, als man selber. Das Spiel lässt sich eine ganze Zeit lang fortsetzen ... so lange, bis die Leute anfangen zu glauben, dass es ewig andauern wird. Und je mehr sie darauf vertrauen, umso mehr Gründe denken sie sich aus, warum es auch noch weiter andauern wird. Die meisten Experten berufen sich auf "demographische Faktoren" – d.h. darauf, dass es immer mehr Leute gibt, die ein Dach über dem Kopf brauchen. Nach dieser Theorie gibt es so viele Zuwanderer und Kinder der Baby-Boomer, die ein Haus wollen, dass die Bauunternehmen kaum mehr hinterher kommen. Die Preise werden steigen. Warum es den Bauunternehmen nicht gelingt, genug Häuser zu bauen, um den Bedarf zu decken, ist ein Streitpunkt.
Wie die neuen Käufer noch in der Lage sein sollen, die höheren Preise zu bezahlen – während die Einkommen sinken – ist nicht klar. Auch hat sich noch niemand die Frage gestellt, warum die Preise nicht gestiegen sind, als die Baby-Boomer selbst aufwuchsen. Und dann gibt es auch immer noch die unberücksichtigte Wahrscheinlichkeit, dass die neuen Haushalte vielleicht eher mieten wollen. Die Erträge aus den Mieten fallen; d.h. die Mieten sind relativ günstig.
Der Markt wirkt meinungsbildend. Wenn die Preise fallen, dann erfinden die Leute jeden erdenklichen Grund, warum sie weitermachen sollten. Sie werden sich bestimmt erinnern, dass einer der Hauptgründe, warum die Aktien 1999 weiter steigen sollten, die "demographischen Faktoren." waren. Es gab angeblich so viele Menschen, die ihr Geld in Aktien anlegten – für die Altersabsicherung. Die Logik dahinter war angeblich unangreifbar: Die Baby-Boomer müssen Geld zurücklegen. Es blieb ihnen keine andere Wahl, als das Geld in Aktien anzulegen. Aktien mussten steigen.
Auch damals war die Argumentation schon perfekt – so lange die Aktien wirklich stiegen. Aber dann ist irgendetwas passiert, und sie sind wieder gefallen. In den letzten fünf Jahren verspürten die Baby-Boomer kaum ein Bedürfnis, Aktien zu kaufen.
Aber immer noch sind die "demographischen Faktoren", ein perfektes Argument für den Immobilienmarkt. Es wird auch gut funktionieren. So lange, bis irgendetwas passiert und die Hauspreise fallen.