Trotz sehr guter US-Konjunkturdaten zunächst schwache Börsen
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 26. November 2003 18:00 Uhr
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Jetzt verstehe ich auch die etwas "hektischen" Reaktionen von Hans Eichel bezüglich einer Großfusion deutscher Banken. Bereits im Sommer haben wohl mehrere ausländische Banken bei der deutschen Regierung angefragt, ob diese etwas gegen Übernahmen deutscher Banken einzuwenden hätte. Das erklärt auch, warum Eichel auf dem Treffen mit den Bankenchefs der größten deutschen Banken, die Besorgnis über bevorstehende Übernahmen geäußert hat – seine Besorgnis hatte einen Hintergrund.
Jetzt wird auch klar, woher einige der Gerüchte in letzter Zeit kamen, die mit Übernahmen besonders der Commerzbank zu tun hatten. Manchmal hebt sich ein Vorhang der Politik und Wirtschaft doch nach einiger Zeit. Diese Gerüchte kamen wahrscheinlich aus dem Bereich der Politik.
Analysten glauben jedoch, dass Banken, wie die CitiGroup, eher Interesse an der Deutschen Bank hätten. Hier kann man gespannt sein, wie die Entwicklung weiter geht. Ich für meinen Teil glaube nicht daran, dass die Deutsche Bank "Opfer" einer Übernahme wird.
Zur Börse: Wenn man sich die US-Konjunkturdaten gestern anschaut, muss man sich schon wundern, dass die Amis im späten Handel nicht stärker reagiert haben. Zumal der Optimismus in Amerika ungebrochen ist. Natürlich wirkt sich aus, dass morgen Truthahn-Day. Eine Art verlängertes Wochenende bringt viele Amerikaner dazu, vorher mal lieber die spekulativen Aktien zu verscherbeln und ein paar Gewinne einzusammeln. Aus diesem Blickwinkel gesehen, könnte man den gestrige Abschlag im Nasdaq schon eher als moderat bezeichnen. Doch er war etwas früh. Wie man es dreht, es wird kein Schuh draus.
Sie wissen, ich favorisiere für die nächsten Jahre eine lange Seitwärtsbewegung. Im Dax gibt es Werte, die sich schon seit Juni, also seit fast 6 Monaten, in einer solchen Seitwärtsbewegung befinden: Z.B. die Deutsche Bank, die Deutsche Telekom, Daimler Chrysler, BMW, Altana. Bei den meisten dieser Aktien sind aktuelle Käufe gegen den Markt zu erkennen. Man sagt, in der letzten Phase einer Rallye werden die Aktien gekauft, die die Rallye zuvor nur mäßig oder gar nicht mitgemacht haben.
Im Moment kommt es mir insgesamt so vor, als würden die Märkte etwas an Dynamik verlieren. Sie reagieren nicht auf gute Nachrichten. Und gute Nachrichten gibt es viele. So sind die heutigen US-Konjunkturdaten besser als erwartet, zum Teil sogar beeindruckend. Dazu mehr im nächsten Artikel.
Und zum Schluss: Ich möchte mich bei Ihnen, auch im Namen von Frau Witscher, über die überaus rege Mitarbeit bei der Leserumfrage herzlich bedanken. Wir werden versuchen mit Hilfe Ihre Antworten, Anregungen und Verbesserungsvorschläge den Investor's Daily noch besser zu gestalten.