Trockenheit in Europa treibt Weizenpreise an!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 16. Juli 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
September-Weizen an der CBOT ist mittlerweile auf das höchste Preislevel seit Januar gestiegen und notierte zeitweilig knapp über 6 USD pro Scheffel.
Grund dafür ist nach wie vor die Trockenheit in Europa. Insbesondere die Ernte in Russland und im Nordwesten Europas ist betroffen. Die Analysten der Rabobank gehen von einem Produktionsrückgang in Höhe von 10,7 Millionen Tonnen auf 51 Millionen Tonnen (allein in Russland) aus. Das russische Landwirtschaftsministerium gab gestern bekannt, dass 17 Regionen aufgrund der Trockenheit den Notfall ausgerufen haben. Etwa 9,5 Millionen Hektar Anbaufläche dürften von der extrem Hitze betroffen sein. Russland ist der viertgrößte Weizenexporteur weltweit.
Auch in Deutschland leidet die Weizenernte unter der Trockenheit. Prognosen des Deutschen Raiffeisenverbands zufolge dürfte die Ernte um 5,5% auf 23,8 Millionen Tonnen fallen.
Auch in Ungarn erwartet man einen Ernterückgang um 0,4 bis 0,9 Millionen Tonnen auf 3,5 bis 4 Millionen Tonnen.
Russland und Kasachstan erwarten auch weiterhin über die kommenden 7 Tage Hitze und Trockenheit.
In der Ukraine und Kanada belasten dagegen starke Regenfälle die Ernte.
Weizen zur Lieferung im September notiert aktuell bei 5,88 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
So lange die Konjunkturstimmung, aufgrund der schwachen Aussichten für die US-Wirtschaft, eher verhalten bleibt, sollten die Ölpreise zumindest einmal nach oben gedeckelt sein. Nach wie vor erachte ich eine breite Range zwischen 70 und 80 USD pro Barrel für angemessen.
Ich gehe davon aus, dass der zwischenzeitliche Gold-Korrektur-Modus aktuell noch nicht beendet ist. Die aktuell vorherrschende pessimistische Stimmung bezüglich der Wachstumsaussichten sollte den Goldpreis theoretisch unterstützen, doch dies wird erst der Fall sein, wenn die aktuelle Cash-Flucht, sich wieder in eine Asset-Flucht umkehrt. Da Gold im Moment nicht von kurzfristig starken Inflationsaussichten profitieren kann, wird das Edelmetall stattdessen als Safe Haven gegenüber einer Abschwächung fungieren müssen - dies allerdings mit einer gewissen Verzögerung und entlang übriger Rohstoff- oder Aktienmärkte. Ich bekräftige noch einmal meine Prognose aus der letzten Woche: Nach den Highs der letzten Wochen, halte ich die aktuelle Zwischenkorrektur für sinnvoll, um das spekulative Interesse aus dem Markt zu spülen. Aktuell scheint die 1.200 USD-Marke eine gute Unterstützungszone zu bieten, dennoch ist weiteres Zwischenkorrekturpotenzial kurzfristig nicht auszuschließen. Mittel- bis langfristig allerdings dürfte Gold weiterhin als der ultimative Safe Haven stark nachgefragt bleiben, denn sowohl die Wachstumsbefürchtungen (angesichts der Schwäche des US-Arbeitsmarktes, sowie der nach wie vor nicht ausgestandenen Sorgen bezüglich der hohen Schuldenlage vieler Staaten), als auch die langfristigen Inflationsbefürchtungen (angesichts der nach wie vor extrem lockeren Geldpolitik vieler Zentralbanken) sind noch lange nicht vom Tisch.
Für die Industriemetallpreise die mittlerweile auf einem langsam sehr günstigen Niveau notieren, kommt es (nicht zuletzt für den Beginn eines erneuten Aufwärtstrends) insbesondere auf die Stimmung und die Wachstumsaussichten- und Entwicklung in China an.
Weizen dürfte, ebenso wie die anderen Grains weiterhin gute Unterstützung erhalten!
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich und Sie in ein weiteres warmes Sommerwochenende...Erholen Sie sich gut, dann lesen wir uns am kommendem Montag wieder....liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
Belehrung:
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