Trendwechsel – steigende Leitzinsen möglich?
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 13. August 2003 18:00 Uhr
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*** Inflation oder Deflation? Die Fed hat immer schon mehr oder weniger auf Inflation gesetzt, besonders nach 1971 – da sie dann die eigene Währung nicht mehr mit Gold decken musste. Die Leute grummeln, wenn sie eine Inflation bei den Benzinpreisen bemerken, aber sie lächeln, wenn die Inflation die Preise ihrer Häuser steigen lässt.
Alles das steigen kann, kann auch fallen. Das ist zumindest meine essentialistische Beobachtung. Während die Preise von diversen Vermögenswerten gestiegen sind ... ist die Konsumentenpreis-Inflation gefallen. In den letzten 18 Monaten ist die Inflation in den USA von 4 % auf 2 % pro Jahr gefallen.
Die USA gehen den japanischen Weg, hatte ich gedacht, und in Japan sind die Inflationsraten seit Jahren negativ. Und die Leitzinsen liegen nahe Null.
Aber – tata! Sowohl Bloomberg als auch TheStreet.com denken, dass sie einen Trendwechsel bemerkt haben. Jetzt wird schon von steigenden Leitzinsen in den USA gesprochen – angesichts der wirtschaftlichen Expansion.
Ein Analyst sagte: "Bei den Zinserwartungen gab es eine 180 Grad-Wende. Niemand rechnet jetzt noch mit einer Zinssenkung."
Ich bin mir da nicht so sicher. Und nebenbei – früher oder später wird die Inflation des letzten großen Kreditbooms ohnehin "deflationieren" ... egal, was die Fed tut. Entweder die Preise werden fallen, oder der Dollar. Wann? Wie? Alle Zigeuner-Wahrsager könnten Ihnen das nicht sagen. Aber ich werde es herausfinden.
*** "Das erinnert mich immer mehr an Algerien", sagte mir ein französischer Freund, der Anfang der 1960er Jahre 2 Jahre im algerischen Unabhängigkeitskrieg verbracht hatte.
"Diese Jahre waren die Hölle. Und eine totale Verschwendung. Natürlich war die politische Situation in Algerien damals sehr anders als die heutige amerikanische Position im Irak. Algerien war ein Teil von Frankreich. Wir haben das Land nicht angegriffen, wir versuchten nur, es zu halten. Und wir konnten nicht glauben, dass wir nicht gewinnen würden. Deshalb ging der Krieg 9 Jahre lang ... auf unserer Seite wurden 20.000 Menschen getötet. Gott weiß, wie viele auf der anderen Seite getötet wurden – ich denke, mehr als 100.000."
"Aber aus militärischer Sicht gleichen sich die damalige Situation in Algerien und die heutige im Irak. Wir gingen damals die Straße lang, und jemand schoss aus dem Hinterhalt auf uns ... oder warf eine Bombe."
"Und man konnte ihnen nicht vertrauen. Am Tag gaben sie vor, dass sie unsere Freunde seien, aber nachts kamen sie, um einem die Gurgel durchzuschneiden."
"Man wusste nicht, was passieren würde, wenn sie einen gefangen nehmen würden. Ich sah einen meiner besten Freunde mitten auf der Straße liegen. Seine Gurgel war durchgeschnitten ... und sein Körper war verstümmelt."
"Wenn man so etwas sieht, dann will man nur jemanden töten. Wir zogen los ... die Offiziere konnten uns nicht aufhalten ... und ich denke, sie wollten uns auch gar nicht aufhalten. Niemand redet heute viel darüber. Und selbst die Geschichtsbücher erzählen nicht die wirkliche Geschichte. Es war fürchterlich."
"Und irgendwann konnten wir es einfach nicht mehr aushalten. Wenn sich die Bevölkerung gegen einen stellt, und wenn sie einen unbedingt aus dem Land haben wollen ... und selbst, wenn sie nicht in der Mehrheit sind ... dann muss man gehen. Sonst wird man so schlecht, wie sie es sind ... und gehen muss man irgendwann so oder so."