Trendanalyse DAX-Marktmeinung undTrendstärke im Gegensatz
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 01. Oktober 2007 08:30 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
viele Marktakteure schauen aktuell ungläubig auf die Aufwärtsentwicklung im DAX. Als ich in einem der letzten Beiträge von der überaus skeptischen Marktmeinung sprach, merkte hierzu ein Leser an, dass sowohl die Stimmungserhebung der Deutschen Börse als auch verschiedene Anlegerforen in den USA mit Optimismus-Raten von 50 Prozent überhaupt nicht so negativ seien.
All diese Stimmungserhebungen weisen leider zahlreichen Ungenauigkeiten auf, die nicht unbedingt das Marktverhalten widerspiegeln. So nehmen bei den Umfragen in den Anlegerforen sicher auch eine nicht unerhebliche Anzahl von Anlegern an der Umfrage teil, die entweder gar nicht oder nur sehr unregelmäßig im Markt investiert sind. Die Umfrage der Deutschen Börse befragt zwar schon mehrheitlich professionelle Marktteilnehmer. Hiervon darf man aber getrost größere Investoren wie Hedgefonds oder Staatsfonds aus dem arabischen oder asiatischen Raum abziehen.
Mittlerweile gibt es nämlich viele ausländische Anlagegruppen, die überhaupt gar kein Interesse an der Offenlegung ihrer strategischen Investments haben. Diese haben aber mittlerweile auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Kursbildung des deutschen Aktienindex. Würde der DAX allein von den einheimischen Investoren beeinflusst werden, könnte der Handel auf rund eine Stunde am Tag verkürzt werden. Dies ist besonders gut dann erkennbar, wenn die Börsen in England oder in den USA aufgrund eines Feiertages geschlossen haben.
In starken Trendmärkten ist der Stimmungsindikator nur eine Größe, die es zu beachten gilt. Allerdings haben die Anleger, die Ende August im Sinne der „contrary opinion“, der entgegengesetzten Meinung, gehandelt haben und sich auf die Kaufseite geschlagen haben, am Ende des Monats September eine gute Bilanz zu verzeichnen.
Ein weiterer Indikator, der eine verlässlichere Auskunft zur Markstimmung gibt, ist das Put-Call Ratio
Diese Größe gibt das mengenmäßige Verhältnis der gehandelten Verkaufsoptionen (Puts) zu den gehandelten Kaufoptionen (Calls) wieder. Liegt dieser Wert über 1, so interpretieren die Profis dies als überwiegend negative Marktmeinung. Im Sinne der gegensätzlichen Meinung positionieren sie sich dann auf der Kaufseite. Der Grund: Wenn eine Mehrheit der professionellen Teilnehmer bereits verkauft hat, fehlt es an weiteren Verkäufern zur Fortsetzung der Abwärtsbewegung. Aktuell liegt dieser Wert knapp über 1. Link: http://www.market-harmonics.com/free-charts/sentiment/pcvi.htm.
