Träges Anlegen
Louis Basenese (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 6. August 2009, 16:00 Uhr
ENL5462
Träges Anlegen: Wie Sie die Märkte mit einem faulen Portfolio schlagen
Liebe Leser,
MarketWatch Kolumnist Paul B. Farrell liebt es, mit der Performance seiner acht "Lazy Portfolios" zu werben.
Sie haben ihren Namen dadurch verdient, dass sie nichts beinhalten als preisgünstige passiv gemanagte Index-Fonds - geeignet gestreut - die nichts als eine jährliche Wiederanlage verlangen.
In einer seiner letzten Kolumnen überschlägt er sich damit, wie seine faule Strategie "weiterhin den S&P 500 sowie ebenso populäre, aktiv gemanagte Fonds schlägt."
Herr Farrell hat keine Exklusivrechte auf faules Anlegen.
Wir werden Angeln gehen & den Markt auch schlagen !
Wir haben beim Oxford Club unsere eigene Version eines faulen Portfolios. Wir nennen es, das "Gone Fishin' Portfolio".
Und erraten Sie es ?
Es übertrifft den S&P 500 auch. Das hat es immer, seitdem wir es vor sechs Jahren schufen.
Es verprügelt die meisten populären, aktiv gemanagten Fonds. Das schließt die wahnsinnig beliebten Fidelity Magellan, Dodge & Cox Stock, Legg Mason Value, Janus Fund, Baron Growth und American Funds' Washington Mutual ein.
Es überbietet auch bis auf eins alle der (allzu) selbstbeworbenen Portfolios von Herrn Farrell, und es ist mit seiner Spitzenleistung punktgleich. Aber ich schreibe heute nicht, um Sie zu überzeugen, unser faules Portfolio statt eines von Herrn Farrell anzunehmen. Die langfristigen Zahlen sollten immer Ihre Entscheidung dorthin führen.
Das Geheimnis hinter dem faulen Anlegen verstehen
Es ist wichtiger, dass Sie das Geheimnis hinter dieser Art des faulen, trägen Anlegens verstehen.
Jeder Investmentfonds-Verantwortliche träumt davon, den S&P 500 jedes Jahr zu schlagen. Und doch tun dies weniger als 5% jemals. Tatsächlich können Sie davon ausgehen, dass über jeden angenommenen Zeitraum 70% darunterbleiben.
Sogar die Joe DiMaggios der Wall Street unterliegen schließlich den Durchschnitten.
Bill Miller von Legg Masons dient als das neueste Beispiel. Er schlug den Markt 15 Jahre lang hintereinander. Dann blieb er zurück ... sehr weit zurück. 2008 verlor sein Legg Mason Value Trust Fund 55%, ungefähr 18% mehr als der Markt.
- Somit liegt der erste Grund dafür, dass Faulheit funktioniert, darin, dass sie uns davon abhält, einen verlorenen Kampf zu kämpfen - zu versuchen, die Hand voll aktiv geführter Investmentfonds vorauszusagen, die den Markt in jedem bestimmten Jahr überbieten werden.
- Der zweite Grund, dass Faulheit sich auszahlt, besteht darin, dass sie uns zwingt, das Portfolio zu strukturieren (Asset Allocation) - die einzige Anlage-Strategie, für die ein Nobelpreis verliehen wurde, und die für 90 % der Gewinne eines jeden Anlage-Portfolios verantwortlich ist.
- Und der letzte Grund besteht darin, dass sie einen Deckel auf unsere Ausgaben hält.
Investmentfonds im Vergleich mit dem Gone Fishin' Portfolio
Der durchschnittliche, aktiv gemanagte Investmentfonds stellt eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,3 % in Rechnung. Im Vergleich dazu beträgt der durchschnittliche Kostensatz der Fonds in unserem Gone Fishin' Portfolio ungefähr 0,30 %.
Auf den ersten Blick scheint ein Unterschied von 1% gering. Aber, vertrauen Sie mir, es kann einen riesigen Unterschied ausmachen.
Berücksichtigen Sie nur ...
- Ohne Gebühren wächst ein Portfolio von 100.000 $, das 10% pro Jahr verdient, in 50 Jahren auf 11,7 Millionen $ .
- Berücksichtigt man eine 1%-Gebühr, nimmt der Endwert um 4,6 Millionen ab.
- Der Clou? Nur 794.000 $ dieses Unterschieds sind wirklich Gebühren. Der Rest stammt aus den verlorenen Gewinnen, die mit jenen Gebühren einher gehen, die sich mit der Zeit ansammeln.
Offensichtlich können wir nicht umsonst investieren. Faule Portfolios und träges Anlegen bringen uns dem aber ziemlich nahe.
Warum träges Anlegen so zwingend ist
Zählen Sie all das zusammen - bessere Leistung, strenge Anlage des Fondsvermögens, niedrigere Gebühren - und die Argumentation für das träge Anlegen ist ganz schön zwingend.
So sehr, dass institutionelle Vermögensverwalter es jetzt mit dem trägen Anlegen versuchen. Eine neue Untersuchung von Greenwich Associates offenbart, dass jeder fünfte institutionelle Anleger in letzter Zeit seine aktiv gemanagten Investmentfonds zu Gunsten passiv gemanagter verkaufte.
Erwarten Sie natürlich nicht, dass die Wall Street Ihnen empfiehlt, dass Sie denselben Tausch machen. Broker können nicht ihren Reichtum vergrößern, indem Sie gebührenfreie Index-Fonds ohne übermäßige Managementgebühren verkaufen.
Aber das ist es, wozu wir hier sind - um Ihnen Anlageratschläge zu geben, frei von Interessenkonflikten.
Nun, wenn Sie vom Anlegen und schlechtem Vorankommen frustriert sind, wir ermuntern Sie dazu zu entspannen ... und faul zu sein!
Sie werden den Markt schlagen. Noch besser, Sie werden Zeit für wichtigere Dinge im Leben haben wie Familie, Freunde und Angeln.
Erfolgreiches Anlegen,
Louis Basenese
KOMMENTAR ZUM ARTIKEL VON HERR BASENESE:
Ich stimme Herrn Basenese zu, dass gewisse, träge Anlagestile durchaus ihren Reiz und ihre Vorteile haben können. Für viel wichtiger halte ich aber, dass jeder Anleger die Strategie findet, die zum ihm bzw. ihr passt und nicht zu Unwohlsein und gedanklichen Konflikten führt (was meist der Anfang aller Anlagefehler ist).
Und genau aus diesem Grund bemühen wir uns bei Investoren Wissen stets, Ihnen eine Vielzahl verschiedener Strategien vorzustellen, so dass auch Sie vielleicht den ein oder anderen Anreiz mitnehmen können, der Sie zur Strategie Ihrer Wahl führt.
Beste Grüße
Alexander Hahn
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